Donald Trump zeigt mit dem Zeigefinger nach vorn
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Donald Trump zeigt mit dem Zeigefinger nach vorn

USA und Mexiko

„Außer Kontrolle“: Trump entsetzt über Bidens Migrationspolitik - der kontert scharf

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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In der Migrationspolitik fuhr Trump von Anfang an einen harten Kurs. Weil Biden einiges änderte, teilt der Ex-Präsident nun wieder aus. Und bekommt prompt eine Antwort.

Washington, D.C. - Ex-US-Präsident Donald Trump meldete sich zuletzt gern mit schriftlichen Statements zu Wort. Und darin teilt er wie gewohnt aus. Am Freitag etwa schreib er: „Unsere Grenze ist wegen der katastrophalen Führung von Joe Biden jetzt völlig außer Kontrolle.“ In weiteren Sätzen greift er seine früheren Behauptungen auf, stündlich würden massenhaft Menschen in die USA einfallen - Menschen, die nicht dort sein dürften, etwa weil sie angeblich kriminell seien oder Corona verbreiten.

„Von Minute zu Minute wird es schlimmer“, dramatisiert Trump. Er behauptete, ein rasch wachsender „Tsunami“ an Menschen überrolle lokale Gemeinden, erschöpfe die Haushaltsmittel, überfülle Krankenhäuser und koste amerikanische Arbeiter die Jobs. Für Trump ist klar: Unter Biden werde alles bald „schlimmer, gefährlicher und mehr außer Kontrolle als je zuvor“ sein.

Biden-Sprecherin kontert Trump zur Migrationspolitik: „Kinder mit Menschlichkeit und Respekt behandeln“

Das Weiße Haus wies die Kritik am Migrationskurs prompt zurück. Die Regierung lasse sich von Trump in Sachen Einwanderung nicht beraten, sagte Sprecherin Jen Psaki am Freitag und fügte hinzu, dessen Einwanderungspolitik in den vergangenen vier Jahren sei „nicht nur unmenschlich, sondern unwirksam“ gewesen. „Wir werden unseren eigenen Weg gehen und dazu gehört, Kinder mit Menschlichkeit und Respekt zu behandeln und sicherzustellen, dass sie sicher sind, wenn sie unsere Grenzen überqueren.“

Im April 2020 - in der Frühphase der Corona-Pandemie - hatte die Zahl der aufgegriffenen Migranten an der US-Südgrenze zu Mexiko einen Tiefstand erreicht, danach stiegen die Zahlen wieder an. US-Medien berichteten zuletzt von einem Anstieg insbesondere bei Minderjährigen. Demnach wurden Ende Februar innerhalb einer Woche rund 2000 Kinder und Jugendliche aufgegriffen. Nach Angaben der Grenzschutzbehörde waren es im gesamten Monat Januar knapp 6000.

Migrationspolitik der USA: Biden lockerte Trumps strikten Kurs

Trump hatte einen besonders harten Kurs in der Migrationspolitik gefahren und sich auf verschiedensten Wegen bemüht, das Land abzuschotten und Einwanderung in die USA zu erschweren. Der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko war das prominenteste Beispiel. Biden hatte dessen strikte Einwanderungspolitik bereits deutlich gelockert.

Und er schlug Anfang März neue Töne im Verhältnis zu Mexiko an. US-Präsident Biden hatte seinem mexikanischen Amtskollegen Andrés Manuel López Obrador versichert, das Nachbarland als Partner auf Augenhöhe zu betrachten. „Die Vereinigten Staaten und Mexiko sind stärker, wenn wir zusammenstehen“, sagte Biden. Die Länder seien zuletzt „keine perfekten Nachbarn“ gewesen. Als Vize-Präsident unter US-Präsident Barack Obama war Biden mehrfach in das Land im Süden der USA gereist. (dpa/cibo/AFP)

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