Anhänger von US-Präsident Trump stürmen das Kapitolgebäude in Washington, die Polizei reagiert mit Tränengas
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Anhänger von US-Präsident Trump stürmen das Kapitolgebäude in Washington, die Polizei reagiert mit Tränengas.

Bilder gehen um die Welt

Kapitol in Washington gestürmt: Frau erschossen - Polizei berichtet Details zum Vorfall

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Aus Washington gibt es Bilder, die an ein Dritte-Welt-Land erinnern. Bei den Ausschreitungen wird eine glühende Anhängerin von Donald Trump beim Versuch erschossen, das Kapitol zu stürmen.

  • Donald Trump veröffentlicht eine Video-Botschaft und löst damit einen Putschversuch auf das Kapitol aus.
  • Bei den gewaltsamen Protesten verlieren vier Personen ihr Leben - eine glühende Anhängerin wird erschossen.
  • Ashli Babbitt diente bei der US Air Force und wurde beim Versuch getötet, in den Kongreßsaal vorzudringen.

Update vom 7. Januar, 21.45 Uhr: Wie die zuständige Polizeieinheit des Kapitols nun mitteilte, wurde Ashli Babbitt von einem Beamten der Einheit tödlich angeschossen. „Sofort wurde medizinische Hilfe geleistet und die Frau ins Krankenhaus gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag“, heißt es in dem Statement. Der Schütze wurde nach Vorschrift vom weiteren Dienst entbunden, der Vorfall werde nun überprüft.

„Diese Personen griffen aktiv Polizeibeamte des Kapitols und andere uniformierte Polizeibeamte mit Metallrohren an, setzten chemische Reizstoffe und andere Waffen gegen unsere Beamten ein. Sie waren entschlossen, das Gebäude zu betreten, indem sie großen Schaden anrichteten.“ Des Weiteren hätten sich die gefundenen Rohrbomben in der US-Hauptstadt tatsächlich als gefährlich herausgestellt - sie hätten wohl großen Schaden anrichten können.

„Nichts wird uns aufhalten“: Das ist die Trump-Anhängerin, die beim Sturm auf das Kapitol erschossen wurde

Erstmeldung vom 7. Januar, 14.12 Uhr: Washington - Die Machtübergabe in den USA hat ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Mutmaßlich angestachelt von Präsident Donald Trump haben zahlreiche Anhänger das Kapitol in Washington gestürmt, um den Kongress der Vereinigten Staaten an der Bestätigung des Nachfolgers Joe Biden zu stören.

Bei den Vorkommnissen am geschichtsträchtigen Bauwerk in der US-Hauptstadt haben insgesamt vier Menschen ihr Leben verloren. Ein Todesopfer gab es, nachdem ein Polizist sie am Eindringen in den Kongresssaal gehindert hatte. Ihr Name: Ashli Babbitt.

Donald Trump: Glühende Anhängerin Ashli Babbitt stirbt bei Ausschreitungen im Kapitol

Die 44-Jährige, die im Kapitol erschossen wurde, lebte laut US-Medien in der Gegend von San Diego im Süden Kaliforniens. Es handelt sich um eine US-Veteranin, die innerhalb von 14 Jahren an verschiedenen Luftwaffeneinsätzen der US Air Force teilgenommen hatte. Der Sender KUSI-TV schildert unter Berufung auf den Ehemann, dass Ashli Babbitt eine „starke Anhängerin“ von Donald Trump gewesen sei und per Twitter regelmäßig für den republikanischen Präsidenten Stimmung machte.

Brisant ist in diesem Zusammenhang auch der letzte Eintrag auf dem Account: „Nichts wird uns aufhalten“, ist in einem Tweet vom Dienstag zu lesen. „Der Sturm ist da und wird in weniger als 24 Stunden auf die Hauptstadt niedergehen!“

Nur wenige Stunden später sollte Babbitt bei den radikalen Protesten ihr Leben lassen, als sie durch einen Schuss getötet wurde, den ein stationierter Polizist abgegeben hatte. Wie Washingtons Polizeichef erklärte, sei die 44-Jährige erst schwer verletzt gewesen und später im Krankenhaus erlegen.

Von den tragischen Ereignissen kursieren im Internet zahlreiche Videos. Darunter sind auch Aufnahmen, die Babbitt beim Versuch zeigen, in den Kongresssaal zu gelangen - obwohl auf der anderen Seite der abgesperrten Tür Einsatzkräfte mit vorgehaltener Waffe standen. Ebenfalls zu sehen: Aufständische, die mit Sturmgewehren ausgerüstet sind.

Drei weitere Todesfälle resultierten aus Vorkommnissen außerhalb des „Capitol“ in Washington. Hierbei handelte es sich Medienberichten zufolge um „unterschiedliche medizinische Notfälle“.

Donald Trump: US-Präsident stachelt Anhänger an - Proteste fordern vier Menschenleben

Maßgeblich verantwortlich für die gewaltvollen Proteste erscheint Donald Trump selbst: In einer emotionalen Botschaft forderte der bisherige US-Präsident in Washington von seinen Anhängern: „Ihr müsst kämpfen“. Darüber hinaus appellierte er, zum Sitz des US-Senats und des Abgeordnetenhauses zu ziehen. Die Worte fanden offenkundig Gehör - Trump-Anhänger rissen Sicherheitszäune ein und drangen in das Kapitol ein.

Am Rande einer PK hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Stellung genommen zu den Vorkommnissen in der US-amerikanischen Hauptstadt:

Kurz vor Ende seiner Amtszeit erwägt unterdessen das eigene Kabinett, US-Präsident Donald Trump abzusetzen - das könnte noch massive Folgen haben. (PF)

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