Vermögen um 700 Millionen Dollar geschrumpft?

Trump durch US-Präsidentschaft in drastischer finanzieller Krise? Söhne wehren sich gegen Analyse

  • vonDana Popp
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Donald Trump soll seit seiner Präsidentschaft etwa 700 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Vor allem die Corona-Krise und das Impeachment lassen sein Vermögen scheinbar schrumpfen.

Palm Beach, Florida - Donald Trumps Vermögen soll seit seiner Präsidentschaft und während seiner versuchten Wiederwahl, um 700 Millionen Dollar geschrumpft sein. Dies zeigt eine neue Bloomberg-Analyse. Vor seiner Amtszeit habe sein Vermögen noch bei drei Milliarden Dollar gelegen, heute soll es nur noch 2,3 Milliarden Dollar schwer sein. Der ehemalige Präsident habe zudem mehr als 250 Millionen Dollar Schulden in kommerziellen Immobilien, obwohl seine Immobilien laut Bloomberg insgesamt immer noch auf etwa 1,7 Milliarden Dollar geschätzt werden. Doch warum hat Trump in den letzten Jahren so viel Geld verloren?

Donald Trumps Vermögen: Corona-Krise und zweites Impeachment setzt ihm finanziell zu

Trump hatte als Präsident gesagt, dass die Pandemie „verschwinden“ werde. Doch noch ist die Corona-Krise voll da und sie hat Trump finanziell sehr geschadet. Laut dem Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg ist die finanzielle Beteiligung der Trump Organization an Resorts und Hotels auf der ganzen Welt in einem „traurigem“ Zustand. Es habe einen Wertverlust von etwa 42 Prozent gegeben, seit er 2015 seine Präsidentschaftskandidatur startete. Trump habe in diesem Sektor 330 Millionen Dollar Schulden zu begleichen. Vor allem die Firma Trump Real Estate musste starke Verluste verkraften. Das Unternehmen ist dafür zuständig, die Luxusimmobilien von Trump zu verwalten. Der Wert dieser Firma sei jedoch zwischen 2016 und 2021 um 26 Prozent gesunken. Besonders stark im Jahr 2020, als die Corona-Krise begann.

Als weiterer Grund für den Verlust seines Vermögens wird in der Analyse von Bloomberg auch das zweite Impeachment-Verfahren gegen Trump genannt. Der langjährige Kreditgeber, die Deutsche Bank, sagte, dass sie den ehemaligen Präsidenten nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar nicht mehr unterstützen würden.

Eric Trump ließ sich die Ergebnisse der Bloomberg Analyse jedoch nicht gefallen. Dieser hatte neben seinem älteren Bruder Donald Trump Jr. die Geschäfte der Trump Organization übernommen, als sein Vater Präsidentschaftskandidat wurde. „Bloombergs Bewertung ist ein Witz“, so Eric Trump. „Wir haben die besten Vermögenswerte der Welt, haben extrem niedrige Schulden im Verhältnis zu unseren Beteiligungen und haben [einen] unglaublich starken Cashflow.“

Donald Trump: Viele Unternehmen wenden sich von dem ehemaligen Präsidenten ab

Banken, Stadtverwaltungen und eine Reihe von Unterhaltungsorganisationen gaben ebenfalls bekannt, dass sie nach dem Sturm auf das Kapitol und den vielen Unruhen von Trump-Anhängern ihre Beziehungen zu dem ehemaligen Präsidenten abbrechen würden. Bloomberg bezeichnet in seiner Analyse auch Trumps Buchdeals als „totales Desaster“. Seine Einnahmen aus Memoiren und Geschäftsbüchern seien seit 2015 um rund 87 Prozent gesunken und hätten ihm 2020 etwa 119.000 Dollar eingebracht.

Trumps wenigen Gewinne kamen laut Bloomberg aus seinem privaten Mar-a-Lago Club in Palm Beach, Florida, und dem Trump Weingut in Charlottesville, Virginia. Mar-a-Lago, wo er seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus im Januar wohnt, verdiente im Jahr 2020 22,9 Millionen Dollar, verglichen mit 22,3 Millionen Dollar im Jahr 2015. Jedoch wurde die Anlage erst vor kurzem aufgrund eines Corona-Ausbruchs nach zwei Großveranstaltungen teilweise geschlossen. Bei einer soll auch Donald Trump gewesen sein und habe verschiedenen Berichten zufolge keine Maske getragen. (dp)

Rubriklistenbild: © Gerald Herbert/dpa/picture alliance

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