Donald Trump
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Gegen Donald Trump wird ermittelt. (Archivfoto)

Die Prozesswelle rollt

Ermittlungen gegen Trump: Finanzberater rückt in den Fokus - „Lässt seine Söhne nicht ins Gefängnis gehen“

  • Jonas Raab
    vonJonas Raab
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Donald Trumps Finanzchef gerät in den Fokus der Ermittlungen gegen den ehemaligen Präsidenten der USA. Wird er belangt oder Kronzeuge?

New York – Nach den Präsidentschafts-Wirren am Ende von Donald Trumps Amtszeit ist vor der Prozessflut: In New York, Georgia und Washington D.C. laufen derzeit strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump, daneben 29 Zivilprozesse.

Manhattans Chefankläger, Cyrus Vance, ermittelt schon seit Jahren gegen Trump. Anfangs „nur“ wegen Schweigegeld-Zahlungen an die Porno-Darstellerin Stormy Daniels, jetzt durchforstet er auch haufenweise Steuerunterlagen des Ex-Präsidenten. Der Vorwurf: Betrug. Der Verdacht: Trump habe jahrelang seine Umsätze nach unten manipuliert und deshalb zu wenig Steuern bezahlt. Gleichzeitig habe er Immobilienpreise künstlich nach oben korrigiert und deshalb günstigere Darlehen von Banken erhalten - betroffen sind unter anderem der Trump Tower in Manhattan, die Trump-Hotels in New York und Chicago und das Seven Springs-Anwesen in Westchester County.

Donald Trumps Finanzchef im Fokus der Ermittler: „Ich glaube nicht, dass er seinen Ruhestand im Gefängnis verbringen will“

Seit gut zwei Wochen dreht sich die Brisanz-Spirale um Donald Trump schneller. Erst stellte sich Trumps ehemaliger Vertrauter und Anwalt, Michael Cohen, öffentlich gegen den Ex-Präsidenten. Inzwischen traf Cohen laut CNBC bereits acht Mal mit Chefankläger Vance zusammen.

Im New Yorker rückte Cohen schließlich Trumps Finanzchef und Buchhalter Allen Weisselberg in den Fokus. Der 72-Jährige, der sich seit 1973 um Donald Trumps Finanzgeschicke kümmert, stehe kurz davor, sich gegen Trump zu wenden, sagte Cohen. Auch Weisselbergs Söhne, Barry und Jack, seien eng mit Trumps Geschäftsgebaren verbunden. Und: „Er lässt seine Söhne nicht ins Gefängnis gehen“, sagte Cohen und rief damit wiederum Jennifer Weisselberg, die Ex-Frau von Trumps Finanzchef, auf den Plan.

Ermittlungen gegen Donald Trump: Das „Schweigen brechen“

Wie der Business Insider berichtet, wendet auch sie sich gegen Amerikas Ex-Präsidenten. Sie wolle „ihr Schweigen brechen“, erklärt ihr Anwalt. Gegenüber dem Business Insider bestätigte er auch, dass gegen die Familie ihres Ex-Mannes ermittelt werde. Dieser steht nun kurz vor der Kooperation mit der Staatsanwaltschaft, vermutet wiederum Cohen. „Ich glaube nicht, dass er seinen Ruhestand im Gefängnis verbringen will“, sagte er im New Yorker.

Tatsächlich versuchen die New Yorker Staatsanwälte, Weisselberg zur Zusammenarbeit zu bewegen. Wie die New York Times vergangenen Mittwoch berichtete, haben sie persönliche Bankunterlagen angefordert und stellen Geschenke in Frage, die Weisselberg und seine Familie von Donald Trump erhalten haben sollen.

Ermittlungen gegen Donald Trump: Wieder bringt sein ehemaliger Anwalt den Stein ins Rollen

Dem 73-jährigen Allen Weisselberg werde bisher kein Fehlverhalten vorgeworfen, wie die Frankfurter Rundschau* berichtet. Demnach gaben weder er, seine Anwältin oder die Staatsanwaltschaft bislang eine Stellungnahme ab. Da Weisselberg aber seit Jahrzehnten die Finanzen der „Trump-Organisation“ verwaltet, könnten seine Bankunterlagen, die jetzt von der Staatsanwaltschaft angefordert wurden, die laufenden Ermittlungen mindestens beschleunigen.

Obwohl sich in der Akte Trump aktuell Vieles um die Betrugsvorwürfe dreht, ist auch die Schweigegeld-Zahlung von 2016 noch nicht vom Tisch. Auch hier war es Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen, der sich irgendwann als schuldig bekannte und damit den Stein ins Rollen brachte. Die Parallele zu den aktuellen Betrugsvorwürfen gegen Trump: Auch damals behauptete Cohen, Allen Weisselberg habe in der Affäre mitgewirkt. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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