+
Bis zu 4000 US-Soldaten der Reservetruppe sollen dort stationiert werden, um die illegale Einwanderung zu unterbinden.

US-Staaten Texas und Arizona

Es wird ernst: Trump schickt Tausende von Soldaten an Grenze zu Mexiko

Bis zu 4000 amerikanische Soldaten werden schon in Kürze an der Grenze zu Mexiko postiert, um der illegalen Einwanderung den Riegel vorzuschieben. Ungeklärt bleibt indes die Kostenfrage.

Washington - Die republikanisch regierten US-Bundesstaaten Texas und Arizona haben die Entsendung von Nationalgardisten an die Grenze zu Mexiko angekündigt. In Texas sollen binnen 72 Stunden 250 Einsatzkräfte sowie Fahrzeuge und Flugzeuge mobilisiert werden, wie die dortige Nationalgarde am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Arizonas Gouverneur Doug Ducey kündigte an, in der kommenden Woche 150 Nationalgardisten zu entsenden. Wie die Mission finanziert werden soll, war zunächst unklar.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch ein Dekret zur Entsendung der Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko unterzeichnet. Bis zu 4000 Soldaten der Reservetruppe sollen dort stationiert werden, um die illegale Einwanderung zu unterbinden. Trump begründete die Maßnahme damit, dass der von ihm geplante Bau einer Grenzmauer kaum Fortschritte mache.

US-Nationalgarde hält Stellung, bis die Grenzmauer fertig ist

Die Nationalgarde Texas bereite sich nun darauf vor, "sofort mit unterstützendem Fluggerät, Fahrzeugen und Ausrüstung zur texanisch-mexikanischen Grenze auszuschwärmen", sagte die befehlshabende Brigardegeneralin Tracy Norris zu Reportern. Zwei Hubschrauber seien bereits an die Grenze verlegt worden. Arizonas Gouverneur Ducey kündigte seine Pläne im Kurzbotschaftendienst Twitter an.

Trumps Dekret sieht zunächst eine Stationierung der Reservetruppen bis zum 30. September vor. Sie sollen allerdings keine Strafverfolgungsaufgaben ohne die Zustimmung des Verteidigungsministeriums übernehmen und nur "in Situationen, in denen Selbstverteidigung notwendig sein könnte", bewaffnet werden.

Trump hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass er "wahrscheinlich" solange eine größere Anzahl von Kräften an der Grenze behalten werde, bis die Grenzmauer fertig sei. Der Schritt hat zu Spannungen mit Mexiko geführt und die Frage aufgeworfen, wie der Einsatz bezahlt werden soll. Das Pentagon konnte keine Aussagen dazu machen und auch der Präsident bekannte, dass das Weiße Haus die Kosten noch "betrachtet".

Eine Truppenstärke von 4000 Einsatzkräften entspräche der Hälfte des derzeitigen US-Kontingents im Irak und der doppelten Anzahl von US-Soldaten in Syrien. Die Nationalgarde wurde bereits in der Vergangenheit an der südlichen US-Grenze eingesetzt: 2010 unter Präsident Barack Obama und von 2006 bis 2008 unter Präsident George W. Bush.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Streit um Brexit-Abkommen: Mays Zukunft scheint ungewiss
Wird Theresa May Ende der Woche noch britische Premierministerin sein? Medienberichten zufolge könnte ein Misstrauensvotum unmittelbar bevorstehen. Mögliche Nachfolger …
Streit um Brexit-Abkommen: Mays Zukunft scheint ungewiss
Kritik in CDU an Spahn-Vorstoß zu UN-Migrationspakt
Es ist ein typischer Spahn: Der Kandidat für den CDU-Vorsitz lehnt den UN-Migrationspakt nicht direkt ab, regt aber an, ihn in der Partei noch einmal zu erörtern. Was …
Kritik in CDU an Spahn-Vorstoß zu UN-Migrationspakt
Merz verrät sein gigantisches Einkommen, zählt sich aber nicht zur Oberschicht
Friedrich Merz hat zum ersten Mal öffentlich gemacht, wie viel Geld er im Jahr verdient. Die Summe ist gigantisch. Der CDU-Politiker zählt sich trotzdem zur …
Merz verrät sein gigantisches Einkommen, zählt sich aber nicht zur Oberschicht
Huthi-Rebellen im Jemen erklären sich zu Waffenruhe bereit
Seit über dreieinhalb Jahren tobt der Bürgerkrieg im Jemen. Tausende Menschen starben, Millionen Hungern infolge der größten humanitären Krise der Gegenwart. Nun deutet …
Huthi-Rebellen im Jemen erklären sich zu Waffenruhe bereit

Kommentare