US-Präsident schaltet sich ein

Nach Gewalt-Eskalation in Syrien: Trump telefoniert mit Erdogan - Russland bekommt klare Botschaft

Nach dem Tod türkischer Soldaten eskalierte die Lage in Syrien. Präsident Erdogan schickte eine Mahnung an Russland - und nun schaltete sich auch US-Präsident Trump ein.

  • Im Nordwesten Syriens ist die Gewalt während der letzten Wochen eskaliert. 
  • Nach dem Tod türkischer Soldaten schickte Präsident Erdogan eine Mahnung an Russland. 
  • Nun schaltete sich auch US-Präsident Donald Trump ein. 

Update, 17. Februar, 12.25 Uhr: Nach der Eskalation der Gewalt im Nordwesten Syriens hat sich nun US-Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet - und von Russland Zurückhaltung im Syrien-Konflikt gefordert. Nachdem zunächst der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Tod von türkischen Soldaten eine deutliche Mahnung an Syriens Verbündeten Russland sendete, schaltete sich nun der US-Präsident ein. 

Trump forderte Russland laut einer Mitteilung des Weißen Hauses dazu auf, die „Gräueltaten“ der syrischen Regierung nicht länger zu unterstützen. 

In einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sprach er über seine „Sorge über die Gewalt“, die derzeit in der Region Idlib herrscht. Trump dankte Erdogan zudem dafür, dass die Türkei sich bemühe, „eine humanitäre Katastrophe zu verhindern“. Des Weiteren sprach sich der US-Präsident für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts aus. 

Eskalation in Syrien: Erdogan will Vergeltung und warnt Putin - 500.000 Menschen geflüchtet

Update 11.25 Uhr: Im Nordwesten Syriens sind binnen zwei Monaten nach UN-Angaben mehr als eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen in der Region Idlib geflohen. Seit dem 1. Dezember seien 520.000 Menschen vor einer Offensive syrischer Regierungstruppen und deren russischem Verbündeten in Idlib geflohen, erklärte David Swanson, Sprecher des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha), am Dienstag. 80 Prozent der Flüchtlinge sind demnach Frauen und Kinder.

Die jüngste Fluchtbewegung in der Winterzeit verschlechtere eine bereits "schreckliche" humanitäre Lage in der Region, erklärte Swanson. Bereits zwischen April und Ende August seien mehr als 400.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden, viele von ihnen mussten demnach mehrmals flüchten.

Syrische Regierungstruppen hatten kürzlich mit russischer Unterstützung und verbündeten Milizen eine Offensive gegen die bisher überwiegend von islamistischen und dschihadistischen Milizen kontrollierte Region Idlib gestartet. Die Streitkräfte von Machthaber Baschar al-Assad eroberten bereits dutzende Dörfer und einige wichtige Städte. Am Montag kam es zudem zu heftigen Gefechten zwischen der syrischen und der türkischen Armee, mehr als 20 Menschen wurden dabei getötet.

Eskalation in Syrien: Erdogan will Vergeltung - und hat drastische Mahnung für Russland

Erstmeldung: Ankara - Nach der Tötung türkischer Soldaten in Syrien hat die Türkei einen Vergeltungsangriff im Nordwesten des Bürgerkriegslandes begonnen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Montag (3.2.), dabei seien bislang 30 bis 35 syrische Kämpfer „außer Gefecht gesetzt“ worden. Ob die Kämpfer getötet oder verletzt worden seien, ist nicht eindeutig klar. Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge kamen bei den türkischen Angriffen 13 Soldaten der syrischen Regierung ums Leben. 

Erdogan schickte zugleich eine Mahnung an Syriens Verbündeten Russland, sich den Angriffen nicht in den Weg zu stellen. Die Türkei reagierte nach eigener Darstellung auf einen Beschuss türkischer Kräfte durch das syrische Militär in der Provinz Idlib. Dabei starben nach Angaben Erdogans fünf türkische Soldaten und drei Zivilisten

Bei den Vereinten Nationen in New York zeigte sich Generalsekretär António Guterres besorgt über die Entwicklung in der Region. Guterres sei „alarmiert“, sagte ein Sprecher am Montag. „Diese Eskalation zeigt einmal mehr die von dem anhaltenden Konflikt in Syrien ausgehende Bedrohung von Frieden und Sicherheit in der Region und international“, zitierte der Sprecher Guterres.

Syrien: Erdogan will nach Tod von türkischen Soldaten Vergeltung - Türkei werde Rechenschaft verlangen

Die Türkei habe die Soldaten zur Verstärkung geschickt, sie seien trotz Bekanntgabe der Koordinaten beschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Das russische Militär betonte hingegen, die türkische Seite habe die Russen nicht über ihre Bewegungen informiert. Dabei seien sie unter Beschuss der syrischen Regierungstruppen gekommen, die gegen „Terroristen“ vorgehen wollten.

Erdogan sagte weiter, man könne einen solchen Angriff nicht unbeantwortet lassen und die Türkei werde Rechenschaft dafür verlangen. „Diejenigen, die die Entschlossenheit der Türkei mit dieser Art niederträchtiger Angriffe auf die Probe stellen, werden begreifen, dass sie einen großen Fehler begangen haben.“ An Russland gerichtet mahnte er: „Ihr solltet uns nicht im Wege stehen.“ 

Militäreinsatz in Syrien: Türkei kann laut Erdogan keine Flüchtlinge mehr aufnehmen

Erdogan hatte vergangene Woche gewarnt, die Türkei werde nicht vor einem weiteren Militäreinsatz in Syrien zurückschrecken, sollte sich die Situation in Idlib nicht verbessern. Sein Land könne keine weiteren Flüchtlinge aus Syrien mehr aufnehmen. Die Türkei beherbergt nach offiziellen Angaben bereits mehr als 3,6 Millionen Syrer. Im Nordwesten Syriens wird die Lage für die Menschen immer schlimmer. Die Türkei hat sich deshalb für Montag in Moskau angekündigt.

Die syrische Regierung konnte einen für das Regime wichtigen Sieg erringen. Erstmals ist eine zentrale Stelle wieder vollständig unter Kontrolle. 

Video: Massenflucht wegen Kämpfen in Syrien - Erdogan droht Europa

dpa

Bei seinem Besuch im Weißen Haus hat der türkische Präsident Erdogan außerdem nicht von allen so viel Lob erhalten, wie von US-Präsident Trump. Ein mitgebrachter Film sorgte für Empörung.

Das Coronavirus beschäftigt auch die USA - vermeintlich. Trump spielt die Gefahr herunter und stellt eine wilde These auf. Zudem patzt er bei Twitter.

Bei einem Luftangriff in Syrien sind zahlreiche türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei öffnet derweil die Grenze für Geflüchtete nach Europa. 

Rubriklistenbild: © dpa / J. Scott Applewhite

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