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Trumps Debakel in Tulsa: Secret Service-Mitarbeiter nach Corona-Infektion in Isolation

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Nach dem Fehlstart in Tulsa steht Donald Trumps Wahlkampfmanager vor dem Aus. Und auch für Jared Kushner wird es ungemütlich.

  • Donald Trump* steckt weniger als 150 Tage vor den Wahlen 2020 in einer massiven Krise
  • Der erste Wahlkampfauftritt des US-Präsidenten findet in Tulsa (Oklahoma) statt - trotz Corona*
  • Tulsa wird für Trump zum Flop epischen Ausmaßes

Update vom Donnerstag, 25.06.2020, 14.13 Uhr: Nach der Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa am Wochenende hat der Secret Service laut US-Medien Dutzende daran beteiligte Angestellte in Selbstisolation geschickt. Zuvor seien zwei Mitarbeiter, die in Tulsa zugegen gewesen seien, positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtete der Nachrichtensender CNN am Mittwochabend. 

Zum Schutz der Privatsphäre und der „operativen Sicherheit“ will der Secret Service keine Zahlen bekannt geben, so eine Sprecherin laut der „Washington Post“. Die Behörde solle demnach weiterhin in der Lage sein, ihre Aufgabe auszuführen. Donald Trump hatte Kritik auf sich gezogen, ein Event mit Tausenden Menschen in einer geschlossenen Arena inmitten der anhaltenden Pandemie abzuhalten. Im Vorfeld hatte er mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets in der Veranstaltung in der rund 19.200 Menschen fassenden Arena beworben hätten. Tatsächlich blieben Tausende Plätze leer.

Unterdessen plagt sich Donald Trump mit einem neuen Enthüllungsbuch* herum. Seine Nichte Mary will in ihrem Buch erklären, wie der US-Präsidenten wurde, was er heute ist. Ihr Urteil über ihren Onkel fällt denkbar schlecht aus.

Trump-Fiasko in Tulsa: Jetzt steht der Job von Jared Kushner auf dem Spiel

Update vom Mittwoch, 24.06.2020, 14.38 Uhr: Das Fiasko von Tulsa könnte Auswirkungen auf das direkte Umfeld von Donald Trump* und nicht zuletzt auf die Leitung der Wahlkampagne des US-Präsidenten haben. Mehrere US-Medien berichten unter Berufung auf Quellen aus Trumps Umfeld, dass sogar Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der bisher die Trump-Kampagne koordiniert, vor der Ablösung stehen könnte.

Kushner, Ehemann von Ivanka Trump, ist bisher eine Art Aufseher über Trumps Kampagne. Mit dieser ist der US-Präsident aber schon länger unzufrieden, in Umfragen liegt er deutlich hinter seinem wahrscheinlichen demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück. Die missglückte Show von Tulsa könnte nun der berühmte letzte Tropfen gewesen sein. 

Wahlkampf von Donald Trump: Millionensalär sorgt für Ärger

Als sicher gilt laut „Vanity Fair“ die Ablösung von Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale. Wahrscheinlich werde dieser mit einem Rücktritt seinem Rausschmiss zuvorkommen, schreibt das Blatt. Das prominenteste Opfer der kläglich besuchten Wahlkampfveranstaltung in Tulsa könnte aber Kushner werden. Auch „Raw Story“ schreibt, Trump denke darüber nach, Kushner die Wahlkampf-Kontrolle wieder zu entziehen. Für Ärger sorge auch ein Streit über die Kosten der Trump-Kampagne. Hier soll den US-Präsidenten besonders ein angebliches Millionensalär für Wahlkampfmanager Parscale stören, welches Kushner wohl abgenickt hat. 

Offiziell dementiert Trumps Wahlkampfteam bisher noch eine Ablösung von Parscale oder von Kushner, angesichts der so ständigen wie zahlreichen Personalrochaden in Trumps Umfeld muss das allerdings nicht viel heißen.

+++ 16.35 Uhr: Donald Trump reist heute nach Arizona – und tritt dort in einer Kirche auf, deren Mitglieder behaupten, eine geradezu göttlich anmutende Lösung für die Corona-Krise gefunden zu haben.

+++ 12.15 Uhr: Zwei weitere Mitglieder des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump, die seinen Auftritt am Samstag in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma vor Ort organisiert hatten, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Team Trump und das Coronavirus: Mitarbeiter in Quarantäne

Dies teilte der Kommunikationschef der Trump-Wiederwahlkampagne, Tim Murtaugh, am Montag mit. Die Gesamtzahl der positiv auf das neuartige Virus getesteten Wahlkampfmitarbeiter, die in Tulsa im Einsatz waren, stieg damit auf acht.

Die Infektion der anderen sechs Mitarbeiter war schon vor der Kundgebung in Tulsa festgestellt worden, so dass sie bei der Veranstaltung dann nicht dabei waren. Sie wurden laut Murtaugh sofort in Quarantäne geschickt. Die jetzt positiv getesteten Mitarbeiter waren hingegen bei der Kundgebung anwesend. Sie hätten aber während der ganzen Zeit Atemschutzmasken getragen, betonte Murtaugh. Nach den positiven Tests seien auch sie umgehend unter Quarantäne gestellt worden.

Jetzt bekommt Jared Kushner den Zorn des Präsidenten zu spüren

Update vom Dienstag, 23.06.2020, 08.30 Uhr: Donald Trump* ist weiter auf der Suche nach einem Schuldigen für das Tulsa-Desaster. Nach einem Bericht der „Vanity Fair“ ist jetzt der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, in den Fokus des Zorns von Donald Trump geraten. Trump denkt darüber nach, Kushner die Verantwortung über die Wahlkampf-Kampagne zu entziehen.

Trump sei frustriert über Kushners Arbeit. Nicht verwunderlich angesichts der Umfragen, die zeigen, dass Trump immer weiter Boden auf Joe Biden verliert.

Fox News: „Das lässt Euch dämlich aussehen“

Update vom Montag, 22.06.2020, 14.00 Uhr: Nach der blamablen Wahlkampfveranstaltung Donald Trumps in Tulsa, bei der weitaus weniger Zuschauer erschienen als erwartet, legt selbst der dem US-Präsidenten ansonsten wohlgesonnene TV-Sender Fox News eine Schippe nach.

Donald Trump in Tulsa: Selbst Fox News übt Kritik

„Fox News Sunday“-Moderator Chris Wallace nannte stichhaltige Argumente dafür, dass die Kampagnenberaterin Mercedes Schlapp der Sündenbock für die geringe Beteiligung an der Wahlkampfveranstaltung ist.

Schlapp hatte die kleine Teilnehmerzahl bei der Veranstaltung auf die andauernden Proteste in den USA geschoben. So sollen Menschen, die eigentlich an Trumps Wahlveranstaltung in Tulsa teilnehmen wollten, aus „Sorge über die Demonstranten“ und deren Gewalttätigkeit daheim geblieben seien.

Flop in Tulsa: Fox News widerspricht Team Trump

Dem widerspricht die örtliche Polizei. Laut ihr wurde lediglich ein Demonstrant während der Veranstaltung in Tulsa festgenommen. Schlapp ergänzte: „Ich würde sehr gerne eine Joe Biden-Rally sehen, denn das ist einfach kein Vergleich. Das Phänomen wurde groß wegen Donald Trump und die Leute kamen raus, um ihn zu sehen. Sie wollten zusammen mit dem Präsidenten auf den Veranstaltungen anwesend sein.“ 

Daraufhin Fox-Moderator Wallace: „Mercedes, bitte schinden Sie keine Zeit. Wir zeigen Bilder von dem, was passiert, und es zeigt große, leere Räume. Das lässt euch eher dämlich aussehen, wenn ihr nicht akzeptieren könnt, was passiert ist.“ 

Trumps epischer Flop in Tulsa: Nicht einmal 6.200 Zuschauer - Ivanka nennt Schuldigen

Update vom Montag, 22.06.2020, 11.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bei seinem ersten großen Wahlkampfauftritt seit drei Monaten längst nicht so viele Anhänger mobilisieren können wie erhofft. In der für 19.000 Besucher ausgelegten Veranstaltungshalle in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma waren am Samstagabend viele Plätze leer geblieben. 

Donald Trump in Tulsa: Nicht mal die Hälfte der Halle gefüllt

Nach Angaben der Feuerwehr in Tulsa waren nicht mal 6.200 Trump-Anhänger  bei der Wahlkampfveranstaltung erschienen. Diese Zahl ergibt sich aus den tatsächlich am Eingang der Halle gescannten Tickets, wie Andrew Little, Pressesprecher der örtlichen Feuerwehrbehörde, gegenüber dem Magazin „The Hill“ angab.

Ein zusätzlicher Auftritt Donald Trumps vor der Halle wurde mangels wartender Anhänger sogar abgesagt. Das Weiße Haus hatte zuvor bis zu 100.000 Fans angekündigt. Nach Angaben von Trumps Wahlkampfteams waren sogar mehr als eine Million Tickets für Trumps erste Großveranstaltung seit Beginn der Corona-Krise angefragt worden.

Präsidenten-Tochter Ivanka Trump und Berater Jared Kushner sehen die Schuld derweil bei Brad Parscale, dem Wahlkampfmanager Trumps. Er habe eine weitaus höhere Zahl von tatsächlich erscheinenden Personen genannt und sei damit für den Misserfolg der Veranstaltung mitverantwortlich, wie Lisa Mirando von CNN auf Twitter berichtet. 

Unterdessen erheben die Demokraten im Kongress nach dem Rausschmiss eines prominenten Staatsanwalts schwere Vorwürfe gegen Trump.

Trump-Show in Tulsa floppt: Social-Media-Nutzer sollen ihre Finger im Spiel gehabt haben

+++ 16.23 Uhr: Bei seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa musste US-Präsident Donald Trump vor weniger Untertstützern sprechen, als ihm lieb war. Hatte er doch noch im Vorfeld von fast eine Million Menschen getwittert, die sich um Tickets für die Veranstaltung beworben hatten. Stattdessen waren gut ein Drittel der 19.000 Sitzplätze leer. Dahinter soll unter anderem eine Aktion junger Social-Media-Nutzer stecken.

Flop von Trump-Show in Tulsa: Waren Social-Media-Nutzer die Auslöser?

Auf der Plattform TikTok hatte mehrere Nutzer zu einer gezielten Aktion aufgerufen. Wie die Nutzerin Mary Jo Laupp beschreibt, sollten sich möglichst viele Nutzer Tickets für die Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Tulsa reservieren und einfach nicht hingehen. Dafür bräuchte man nur eine Telefonnummer, mit der man sich bis zu zwei kostenlose Tickets reservieren könne.

Social-Media-Experten wie Sarah Frier haben aber so ihre Bedenken. Denn es sei nicht sicher, ob wirklich solche Aktionen Auslöser für die niedrige Besucherzahl bei der Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump waren.

Verbale Attacken vor leeren Rängen: Trump-Show in Tulsa entpuppt sich als Flop

Update vom Sonntag, 21.06.2020, 06.30 Uhr: Wüste Attacken auf seinen Rivalen Joe Biden, auf Medien und Demonstranten, keine Empathie für die Proteste gegen Rassismus nach dem Tod von George Floyd - und weniger Anhänger als erwartet: Knapp fünf Monate vor der Wahl in den USA hat Donald Trump seine Massen-Kundgebungen wieder aufgenommen. 

Trump trat in Tusla im Bundesstaat Oklahoma vor tausenden Anhängern auf, voll war die Veranstaltungshalle aber nicht: Etwa ein Drittel der Sitze in der für fast 20.000 Teilnehmer ausgelegten Halle blieben leer. Das erscheint merkwürdig, hatte Trump selbst doch noch am Montag auf Twitter mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets für die Veranstaltung in Tulsa beworben hätten.

US-Präsident Donald Trump in Tulsa: Fans bleiben daheim

Deshalb wollte sich Trump ursprünglich auch an all die Fans vor der Arena wenden, die wegen des vermeintlichen Andrangs nicht in die Halle gekommen waren. Doch dieser Auftritt wurde abgesagt. Der Platz, auf dem eine Großleinwand und eine Bühne aufgebaut waren, war so gut wie leer. 

„The Emperor has no crowd,“ hieß es denn auch von Dan Pfeiffer, einem ehemaligen Berater von Barack Obama, in Anspielung auf die englischsprachige Redewendung „The Emperor has no clothes“ aus Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Der Kaiser, Trump also, war in Tulsa mehr oder weniger nackt, weil ohne Fans.

Und wer war daran schuld? Natürlich die Feinde der Republikaner. Trumps Wahlkampfsprecher Tim Murtaugh machte „radikale Demonstranten“ und die Medien verantwortlich: Sie hätten versucht, den Anhängern des Präsidenten „Angst zu machen“. Trump selbst begrüßte seine Anhänger zu Beginn seiner Rede als „Krieger“. Gegendemonstranten bezeichnete er als „Schlägertypen“. 

US-Präsident Donald Trump in Tulsa: Kein Wort zu George Floyd

In seiner mehr als eineinhalbstündigen Ansprache erwähnte Trump nicht ein einziges Mal den Namen von George Floyd. Auch Rassismus oder Polizeigewalt thematisierte Trump nicht. Stattdessen sagte der Republikaner mit Blick auf die Wahl im November: „Wenn die Demokraten an die Macht kommen, dann werden die Randalierer das Sagen haben und niemand wird mehr sicher sein.“

Dafür bekam er Applaus. Genauso wie für diesen Satz: „Sie wollen unser Erbe zerstören, damit sie ihr neues Unterdrückungsregime an seiner Stelle durchsetzen können.“ Die Demokraten wollten Polizeibehörden die Finanzierung entziehen und diese auflösen. 

Scharfe Attacken fuhr Trump gegen Joe Biden. Der frühere Vizepräsident sei eine „hilflose Puppe der radikalen Linken“, der „Plünderern und Ausländern ohne gültige Papiere“ mehr Rechte geben werde als gesetzestreuen Amerikanern. Sollte Biden im November gewählt werden, „wird niemand mehr sicher sein“. 

Trump-Show in Tulsa: Sechs Mitarbeiter des Wahlkampfteams positiv auf Corona getestet 

Update vom Samstag, 20.06.20 Uhr, 21:11 Uhr: Sechs Mitglieder des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump sind positiv auf Corona getestet worden. Das teilte das Wahlkampfteam wenige Stunden vor Beginn der umstrittenen Veranstaltung in Tulsa (Oklahoma), mit. 

So seien sechs von hundert Mitgliedern des Vorausteams positiv getestet worden. Die Mitglieder habe man sofort in Quarantäne geschickte, sagte der Kommunikationschef für die Wiederwahlkampagne, Tim Murtaugh. Von den positiv getesteten Mitarbeitern „oder jemand, der in direktem Kontakt mit ihnen stand“, werde keiner an der Veranstaltung teilnehmen. Den Auftritt in Tulsa hatte das Wahlkampfteam vor Ort organisiert. 

Donald Trump in Tulsa: „Ich habe ein Ticket“ – Polizei nimmt friedliche Demonstrantin fest 

Update vom Samstag, 20.06.2020, 20.17 Uhr: Die Polizei hat in Tulsa (Oklahoma) eine Frau festgenommen, die sich in der Sicherheitszone der ab 19 Uhr (Ortszeit) stattfindenden Trump-Veranstaltung aufgehalten hat. In einem Video des US-amerikanischen Fernsehsenders MSNBC ist zu sehen, wie die Frau, bekleidet mit einem „I can‘t breathe“-Shirt, auf dem Boden sitzt und friedlich protestiert. Polizisten kommen zu ihr und fordern sie auf, den Ort zu verlassen. Sie antwortet: „Ich habe ein Ticket.“ Im Anschluss nehmen die Beamten sie fest. Journalisten verfolgen die Szene.

Als die Frau von den Polizisten abgeführt wird, sagt sie dem MSNBC-Reporter vor Ort, sie werde wegen Hausfriedensbruch festgenommen. Zudem bekräftigt sie, dass sie ein Ticket für die Veranstaltung habe. Eine offizielle Stellungnahme der Polizei gibt es noch nicht.

Erstmeldung vom Freitag, 19.06.2020, 18.58 Uhr: Tulsa/Washington – Eine große Veranstaltung in einem geschlossenen Stadion in der Coronavirus-Pandemie? Für US-Präsident Donald Trump scheint das im Angesicht der baldigen US-Wahl 2020* kein Problem zu sein – Infektionsschutz hin oder her.

Donald Trump in Tulsa (Oklahoma) während Corona: Der Präsident leidet vor den Wahlen 2020 unter Lagerkoller

Nach Monaten, die Trump in der Corona-Krise meist abgeschottet im Weißen Haus verbrachte, drückt nicht nur der Lagerkoller auf seine Stimmung. In Washington läuft es vor der Präsidentenwahl im November nicht rund – und bis dahin sind es nur noch weniger als 150 Tage: Bei Corona-Pandemie und landesweiten Rassismus-Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd werfen seine Kritiker ihm Totalversagen vor. Ranghohe Ex-Mitarbeiter wie John Bolton zeichnen zudem ein verheerendes Bild von Trumps Führungsstil.

Auch die Umfragen für die US-Wahl 2020 sind schlecht, selbst die neue Erhebung seines Lieblingssenders Fox News zeigt: Der demokratische Konkurrent Joe Biden liegt bei den meisten Wählern deutlich höher im Trend. Auf Twitter tobte Trump: „Sehen Sie, was im November passiert. Fox ist schrecklich!“

Donald Trumps Show während Corona in Tulsa (Oklahoma): Fast eine Million Tickets beantragt?

Für das Wahlkampf-Team gilt es deshalb, Donald Trump mit dem Auftritt in Tulsa (Oklahoma) wieder auf Touren zu bringen. Angeblich hätten „fast eine Million Menschen Tickets beantragt“, um dabei zu sein, wie der Präsident am Montag (15.06.2020) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Der Ort der für Samstag (20.06.2020) geplanten Veranstaltung in Tulsa fasst allerdings nur rund 19.000 Menschen.

Wahlen 2020: Donald Trumps Show in Tulsa (Oklahoma) – Sechs Mitarbeiter des Wahlkampfteams haben Corona.

Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale hatte zuvor auf Twitter behauptet, es gebe bereits 800.000 Ticket-Bewerber für die Veranstaltung im Bundesstaat Oklahoma. Tulsa hat rund 400.000 Einwohner, der ganze Bundesstaat  – flächenmäßig halb so groß wie Deutschland – kommt gerade mal auf 4 Millionen Einwohner.

Parscale schrieb auf Twitter, alle Teilnehmer würden beim Einlass wegen Corona Masken und Desinfektionsmittel ausgehändigt bekommen. Auch ihre Temperatur werde beim Einlass geprüft werden. Offen blieb zunächst, ob das Tragen der Masken während der ganzen Veranstaltung verpflichtend sein würde.

US-Wahlen 2020: Experten warnen vor Corona-Infektionen bei Trump-Auftritt in Tulsa (Oklahoma)

Bereits vor Tagen standen Trump-Fans in Tulsa an, um sich die begehrten Plätze für die erste Trump-Show seit Monaten zu sichern. TV-Bilder zeigen die Wartenden, wie sie wahlweise unter US- oder Trump-Flaggen ausharren. 

Donald Trump, dem das Ganze aus dem Ruder zu laufen scheint, twitterte dazu: „In Tulsa bilden sich bereits große Menschenmengen und Schlangen. Meine Kampagne hat noch nicht begonnen. Sie beginnt am Samstagabend in Oklahoma!“

Ob der Aufruf Donald Trumps jedoch etwas bringt, ist fraglich. Laut einer Analyse des Nachrichtensenders CNN steigen die Fallzahlen in dem US-Bundesstaat Oklahoma stetig an: In der Woche bis zum 17. Juni hat es täglich rund 203 neue Infektionen mit dem Coronavirus gegeben, ein Anstieg von 110 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Auch die offiziellen Zahlen vom „Tulsa Health Department“ zeigen: Die Neuinfektionen in der Stadt gehen steil nach oben. Der Chef der Gesundheitsbehörde in Tulsa, Bruce Dart, sagte, er wünsche sich, dass die Veranstaltung noch verschoben werde.

Wahlen 2020: Ausgangssperre in Tulsa (Oklahoma) verhängt – Trump-Team mit bizarrer Corona-Absicherung

In Tulsa wurde derweil eine Ausgangssperre verhängt. Bürgermeister George Theron Bynum begründete dies in seiner Anordnung mit möglichen Protesten gegen den Wahlkampfauftritt und der Furcht vor Ausschreitungen. Donald Trump eskalierte zuvor schon auf Twitter und drohte Anti-Trump-Demonstranten: „Ihr werdet nicht behandelt wie in New York, Seattle oder Minneapolis. Es wird eine ganz andere Szene sein!“

Um die Demonstranten wird sich in Tulsa also gekümmert. Aber was ist mit der massiven Corona-Gefahr? Experten warnen, die Veranstaltung könne zum Superspreader-Event werden. Auch da hat der Präsident und sein Trump-Team vorgesorgt: Wer sich für die Veranstaltung registrieren wollte, musste eine Regelung unterschreiben, wonach die Veranstalter nicht für eine Infektion mit dem Coronavirus und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können.

Die Coronavirus-Krise in den Vereinigten Staaten verschlimmert sich. US-Chefvirologe rechnet mit baldigem Erfolg bei Impfstoff-Suche. Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise in den USA gibt es im News-Ticker

Von Tim Vincent Dicke

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Donald Trumps Sohn Barron soll unglücklich sein und seinen Vater nicht mögen. Im Internet verbreitet sich diese Theorie unter Jugendlichen. Was steckt dahinter? In Gettysburg versammeln sich zahlreiche Rechtsextreme, um mit Waffengewalt ihr Land zu verteidigen. Dass Antifaschisten dort amerikanische Flaggen verbrennen wollten, entpuppt sich aber als Falschmeldung. 

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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