Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.
+
Donald Trump ist Geschäftsmann, Buchautor und TV-Star, bevor er 2016 zum 45. US-Präsident gewählt wird, ohne jemals zuvor ein politisches Amt bekleidet zu haben.

Ein Immobilienmogul im Weißen Haus

Donald Trump: Leben und Karriere des 45. US-Präsidenten

Donald Trump wird mit Immobiliengeschäften zum Millionär und zieht im Januar 2017 als 45. Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus. Seine Familie, seine Kindheit, seine Karriere als Geschäftsmann und Film- und Fernseh-Star.

  • Donald Trump übernimmt mit 25 Jahren die Leitung des Multimillionenunternehmens seines Vaters.
  • Neben seinen zahlreichen geschäftlichen Aktivitäten agiert er als Schauspieler in Film und Fernsehen.
  • 2016 wird der Geschäftsmann zum US-Präsidenten gewählt.

New York – Donald Trump wird 1946 in Queens in New York City, New York, USA geboren. Er ist das vierte Kind von Fred C. Trump und Mary Anne MacLeod, seine Großeltern väterlicherseits sind die deutschen Einwanderer Friedrich Trump und Elizabeth Christ.

Im Alter von 70 Jahren wird der Unternehmer und Entertainer Donald Trump als 45. US-Präsident vereidigt, ohne je zuvor ein politisches Amt innegehabt zu haben.

Donald Trump: Ein Familienimperium entsteht

Donald Trump ist der Geschäftssinn durch seine Familie in die Wiege gelegt: Sein Großvater Friedrich Trump, ein deutscher Einwanderer, wird mit Immobiliengeschäften reich. 1918 besitzt er nach heutigem Wert ein Nettovermögen von einer halben Million Dollar. Er stirbt mit 49 Jahren während der Grippe-Epidemie 1918. Sein Sohn, Fred Trump, tritt in seine Fußstapfen und baut das Unternehmen der Familie Trump zu einem Multimillionenunternehmen aus.

Sowohl im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise als auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzt er die jeweiligen Regierungspläne zur Rettung der US-Wirtschaft geschickt aus und macht mit Wohnungsbau ein Vermögen. Als öffentlich bekannt wird, dass er sich dabei um mehrere Millionen Dollar bereichert hat, zieht dies einen landesweiten Skandal und einen Senatsausschuss nach sich. Es ist ihm nicht nachzuweisen, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, doch sein Ruf leidet stark.

Donald Trump: Kindheit und Einstieg in das Unternehmen

Donald Trump fällt schon in der Kindheit und Schule auf, er neigt zu Brutalität und Rücksichtslosigkeit. Mit 13 Jahren steckt ihn sein Vater Fred in eine Militärakademie. Dort absolviert er den Highschool-Abschluss, anschließend studiert er Wirtschaftswissenschaft und erlangt 1968 seinen Abschluss an der Wharton School in Philadelphia. Von seinem Vater lernt er die grundsätzliche Lebensphilosophie, ein „King“ zu sein und sich, um erfolgreich zu sein, wie ein „Killer“ zu verhalten.

Donald Trump arbeitet bereits während des Studiums im Familienimperium. Da die Senatsanhörung dem Ruf seines Vaters geschadet hat, nimmt er die Zügel in die Hand und übernimmt mit 25 Jahren die Leitung des Unternehmens. „Damit wird sich zeigen, dass ich der erfolgreichste Nachfolger bin“, gibt er auf der Pressekonferenz bekannt.

Im Alter von 28 Jahren begegnet Donald Trump dem Anwalt Roy Cohn, der in der Zukunft zu Trumps engstem Berater werden soll. Als Chefberater ist er in der McCarthy-Ära zu einiger Macht gekommen. 1973 wird die Firma „Trump Management“ der Rassendiskriminierung beschuldigt: Die Firma verletze den „Fair Housing Act“ von 1968, der eine Diskriminierung bei der Vermietung von Objekten verbietet. Obwohl das Justizministerium anhand von Stichproben Gesetzesverstöße belegen kann, reicht Roy Cohn eine Gegenklage in Höhe von 100 Millionen Dollar ein. Es kommt zu einem Vergleich, der allgemein als Sieg der Minderheiten aufgefasst wird. Trump verkauft ihn jedoch in den Medien als einen riesigen Erfolg für sich selbst.

Donald Trump: Karriere als Geschäftsmann

Trumps erstes großes Immobilienprojekt ist das heruntergekommene Hotel „Commodore“ in Manhattan. Donald Trump wittert eine Chance, hat jedoch weder eigenes Kapital noch einen Namen in der Immobilienbranche. Er nutzt die politischen Kontakte seines Vaters (und eine millionenschwere Bürgschaft) und spielt die Investoren, die Stadt und den Verkäufer durch einen Schwindel gegeneinander aus. 1980 wird das First-Class-Hotel „Grand Hyatt New York“ eröffnet. Gleichzeitig handelt Roy Cohn für ihn eine Steuerbefreiung für die Dauer von 41 Jahren aus.

Das nächste Projekt in Manhattan ist der Unternehmens- und Wohnsitz „Trump Tower“, ein mächtiger Wolkenkratzer auf der 5th Avenue. Dieser verschafft ihm Renommee und Kreditwürdigkeit. Trump setzt sich mit dem Wolkenkratzer ein erstes, 202 Meter hohes Denkmal.

Mit 41 Jahren veröffentlicht Trump das Buch „The Art of Deal“, das ihn über die Grenzen New Yorks hinaus landesweit bekannt macht. Er beschreibt darin seinen Werdegang und seine bisherigen Projekte, schildert seine Erfolge und gibt Geschäftstipps.

Im Jahr 1977 heiratet Donald Trump Ivana Zelnickova Winklmayr, mit der er drei Kinder hat. Die Ehe wird 1990 geschieden. 1993 heiratet er die Schauspielerin Marla Maples und bekommt mit ihr eine Tochter. Mit seiner dritten Ehefrau, Melania Knauss, hat er einen Sohn, den er im Alter von neun Monaten der Presse mit den Worten präsentiert: „Er ist stark, klug, knallhart, bösartig und gewalttätig. Alles Eigenschaften, die man als Unternehmer braucht. Und am allermeisten hoffe ich, er ist intelligent.“ Seine Tochter Ivanka Trump vertrat den Präsidenten auch bei offiziellen Anlässen mit anderen Staats- und Regierungschefs.

Donald Trump: Weitere Projekte und milliardenschwere Rückschläge

In Atlantic City, wo, anders als in New York, das Glücksspiel legal ist, kauft Donald Trump drei Kasinos. Eines davon, das „Taj Mahal“, soll seinem Plan nach das „achte Weltwunder“ werden. Mehr als eine Milliarde Dollar verschlingt das Projekt, bis es 2016 aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss. Dasselbe geschieht mit den beiden anderen Kasinos.

In die 80er- und 90er-Jahre fallen weitere kostspielige Anschaffungen, Investitionen und Geschäftsinitiativen:

  • das Anwesen Mar-a-Lago in Florida
  • die sechstgrößte Jacht der Welt „Trump Princess“
  • die Fluglinie „Trump Shuttle“
  • der „Trump Vodka“
  • das USFL-Football-Team „New Jersey Generals“

Keines dieser und seiner zahlreichen anderen Unternehmen erweist sich langfristig als gewinnbringend. Donald Trump ist hoch verschuldet, gleichwohl gilt er in der Öffentlichkeit als erfolgreicher Geschäftsmann.

Donald Trump: Bekannt aus Film und Fernsehen

2002 tritt der Fernsehproduzent Mark Burnett an Trump heran und unterbreitet ihm die Idee des Fernsehformats „The Apprentice“. Das Konzept: Trump, der zunächst nur zwei kurze Auftritte pro Show haben soll, wählt aus 16 Teilnehmern einen Mitarbeiter für sein Unternehmen aus. Donald Trump erweist sich bereits nach der ersten Produktion als der Star der Sendung – sein Spruch „You are fired“ („Du bist gefeuert“), mit dem am Ende der Sendung ein besonders schlechter Teilnehmer rausfliegt, wird legendär. Seine einfache, zum Teil stark polarisierende Sprache und sein Wille, Entscheidungen zu fällen, kommt beim Publikum gut an.

Schon vor diesem TV-Erfolg tritt Trump als Schauspieler auf – meist spielt er dabei sich selbst. An der Seite von Whoopi Goldberg hat er einen Cameo-Auftritt im Film „Wer ist Mr. Cutty“, ebenso wie in „Ein Chef zum Verlieben“ mit Sandra Bullock und Hugh Grant. Doch auch in seiner Schauspielkarriere muss Donald Trump Rückschläge einstecken – für seine Leistung in „Mein Geist will immer nur das Eine…“ erhält er die Negativauszeichnung Die Goldene Himbeere.

Darüber hinaus ist seine Person häufiger Gegenstand von Dokumentationen, so zum Beispiel im Film „Fahrenheit 11/9“ von Michael Moore.

Nach dem Erfolg von „The Apprentice“ tritt Donald Trump zunehmend im Fernsehen als Gast in Talkshows auf, in denen er dann auch über politische Themen zu sprechen beginnt.

Donald Trump: Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl

Donald Trump legt während seiner gesamten unternehmerischen Laufbahn Wert auf ein gutes Verhältnis zu Politikern, die ihm bei der Durchsetzung seiner Pläne behilflich sind. Dabei ist ihm die politische Ausrichtung nicht wichtig.

Er selbst lässt sich 1987 als Republikaner registrieren, 1999 kandidiert er, nun für Ross Perots Reform Party, für die Präsidentschaftsvorwahlen, wechselt 2001 zu den Demokraten und 2009 zurück zu den Republikanern. Mehrfach spielt Donald Trump mit dem Gedanken, sich als Kandidat für die Präsidentschaft zu bewerben, 2015 gibt er dann tatsächlich seine Kandidatur bekannt.

Unter dem Motto „Make America great again“ strebt er das höchste Amt der Vereinigten Staaten an. Er erlangt am 8. November 2016 zwar weniger Wählerstimmen als seine demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton, kann jedoch mehr Wahlmänner hinter sich versammeln und gewinnt die Wahl zum 45. US-Präsidenten.

Donald Trump: 45. US-Präsident

Trump bleibt auch im Weißen Haus seinem bewährten Erfolgsmuster treu: Wie in seiner Zeit als Geschäftsmann ist der US-Präsident bestrebt, mit allen Mitteln den besten Deal für seine Ziele auszuhandeln.

Dabei gelingt es ihm, einige seiner Wahlversprechen einzulösen:

  • „Build this Wall“: Durch „Deals“ mit Guatemala, Honduras, El Salvador und Mexiko gehen die Zahlen an der Grenze aufgegriffener Illegaler um 80 Prozent zurück.
  • „Jobs, Jobs, Jobs“: Die Arbeitslosenzahlen sinken während Trumps Präsidentschaft auf zwischenzeitlich 3,5 Prozent – den niedrigsten Wert seit 41 Jahren.
  • „Drain the Swamp“ / „Let’s Trump the Establishment“: Trump feuert jeden, der sich ihm in den Weg stellt – alte Gegner und eigene Mitarbeiter.
  • „America First“: Die Supermacht Amerika wird nach Trumps Auffassung ausgenutzt. Trump handelt neue Deals aus: mit der NATO, der EU, Südkorea, Kanada, Mexiko, mit Japan und schließlich mit China.

Donald Trump: Ein umstrittener US-Präsident

Die Spaltung der Gesellschaft nimmt während der Präsidentschaft von Donald Trump Fahrt auf, nicht zuletzt befeuert durch seinen konfrontativen Stil. Zur Krise kommt es im März 2020 – die Corona-Pandemie ruiniert Trumps Erfolgsbilanz. Die Arbeitslosenzahlen schnellen in die Höhe, die Wirtschaft stürzt ab. Ende Mai 2020 löst der durch einen weißen Polizisten verursachte Tod des Afroamerikaners George Floyd Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Donald Trump wird vorgeworfen, sowohl in der einen als auch in der anderen Krise als US-Präsident versagt zu haben.

Am 8. November 2020 stellt er sich erneut zur Wahl, sein demokratischer Gegenkandidat ist Joe Biden.

Auch interessant

Kommentare