Amtseinführung von Joe Biden

Verlässt Donald Trump die USA? Zeichen deuten auf Europa - Doch das Ziel-Land will ihn nicht

  • vonAnna-Katharina Ahnefeld
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Donald Trump liebt Golfen. Was er nicht liebt, ist die Amtseinführung des 46. US-Präsidenten Joe Biden. Es mehren sich Hinweise, dass Trump sich deswegen nach Schottland absetzen will.

  • Am 20. Januar 2021 findet die Amtseinführung des gewählten 46. US-Präsidenten Joe Biden statt.
  • Donald Trumps Pläne für diesen besonderen Tag sind noch ungewiss - nur eines ist klar: Teilnehmen wird der scheidende US-Präsident nach dem aktuellen Stand nicht.
  • Die Gerüchteküche brodelt: Den Quellen eines schottischen Flughafens haben verraten, dass für den 19. Januar die Ankunft eines US-Militärflugzeugs erwartet wird. Will Trump nach Schottland?

Washington D.C./Edinburgh - Danke, aber nein, danke! Das scheinen aktuell die Schotten dem scheidenden US-Präsidenten ausrichten zu wollen. Gerüchte gingen um, Donald Trump könnte am Tag vor der Amtseinführung des gewählten Präsidenten Joe Biden die USA verlassen. Denn der 74-Jährige steht mit dem Rücken zur Wand. Am Mittwoch stürmte ein gewaltbereiter Mob aus ergebenen Trump-Loyalisten und QAnon-Anhänger:innen das Kapitol. Seitdem verlassen ihn seine Republikaner wie die Ratten das sinkende Schiff.

Eigentlich könnte man meinen, dass Schottland aktuell mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union genug zu tun haben. Doch auch die Sorgen um den Brexit hinderten Schottlands Erste Ministerin Nicola Sturgeon nicht, etwas gegenüber Donald Trump unmissverständlich klar zu machen: „Golf zu spielen ist nicht, was ich als einen triftigen Grund erachte“, sagte sie - ein Verweis darauf, dass es aufgrund der Corona-Pandemie verboten ist, Schottland ohne triftigen Grund zu besuchen. Auch für einen, der sich ungern an Regeln hält.

Donald Trump: Flucht nach Schottland möglich - Land weist ihn jedoch direkt zurück

„Ich habe keine Ahnung, was Donald Trumps Reisepläne sind“, setzte Sturgeon in einem BBC-Gespräch an - und musste dann doch erstmal etwas verwundert schmunzeln. „Ich hoffe und erwarte, so wie jeder hofft, beziehungsweise so wie jeder erwartet, denn nicht jeder hofft es zwangsläufig, dass sein Reiseplan, den er aktuell hat, erstmal beinhaltet, das Weiße Haus zu verlassen“, sagte die Ministerin etwas umständlich. Doch die Nachricht wird deutlich. Und weiter: Die schottischen Reisebeschränkungen wegen Corona seien für Trump genauso gültig wie für jeden anderen.

Doch woher kommt überhaupt die Idee, dass Donald Trump nun ausgerechnet nach Schottland reisen könnte - und das auch noch vor dem 20. Januar, an dem Biden offiziell als 46. US-Präsident eingeführt wird? Ein Ereignis, an dem traditionell und normalerweise der Vorgänger teilnimmt. Nun ist nichts an Donald Trumps vierjähriger Präsidentschaft traditionell und normal. Auf Twitter - bevor sein Konto gesperrt wurde - verkündete der zu dem Thema zuletzt: „Allen, die gefragt haben, ich werde am 20. Januar nicht zur Amtseinführung gehen.“

Donald Trump will offenbar nach Schottland - Dort befindet sich eines seiner Golf-Resorts

Damit hätten wir schon einmal die Erklärung für das Datum 19. Januar. Ein Reiseziel Schottland wiederum ließe sich aus einer Leidenschaft erklären, auf die die Erste Ministerin ebenfalls einging: Golfen. Denn dort befindet sich das Trump Turnberry Resort, ein Golfclub. Der ist definitiv um einiges weiter weg von Washington, dem mitgenommenen Kapitol und Joe Biden als Trumps Club Mar-a-Lago in Florida. Das Resort in Schottland ist aktuell allerdings wegen der Pandemie geschlossen.

Name Trump Turnberry Resort
Gründung1906
EigentümerDonald Trump - mit Verlusten von 2014-2017
InformationenAustragungsort British Open

Dass überhaupt über die vermeintliche Arbeitsreise spekuliert wird, ergibt sich aus internen Quellen der Luftfahrt. Diese teilten mit, dass am 19. Januar eine Boeing 757 des US-Militärs am schottischen Flughafen Prestwick - der in der Nähe des Golf-Resorts liegt - eintreffen soll. Man habe dafür ein „spezielles Rufzeichen“ erhalten. Das soll ein:e Informant:in der Sunday Post verraten haben: „Das ist eine, die normalerweise vom Vize-Präsidenten benutzt wird, aber oft auch von der First Lady. Präsidentenflüge neigen dazu, weit im Voraus gebucht zu werden, wegen der Arbeit, die drumherum gemacht werden muss.“

Offenbar, berichtet die Quelle der Zeitung weiter, seien zuvor US-Militärflugzeuge auf dem Flughafen stationiert gewesen und hätten militärische Aufklärung über dem Golf-Resort durchgeführt. Ein typisches Zeichen dafür, dass Trump plane zu kommen, so die Quelle. Doch auf Nachfragen verschiedener Medien haben bislang weder der US-Präsident noch Pressesprecher:innen des Weißen Hauses offiziell verkündet, was Trump am 20. Januar plant. Nur wo er nicht sein wird, hat der Noch-Präsident deutlich gemacht. (aka)

Rubriklistenbild: © Andrew Milligan/dpa

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