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Ex-Weggefährte gibt Prognose ab: Hält eine „Angst“ Trump von der nächsten Kandidatur ab?

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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US-Präsident Joe Biden gilt als geschwächt. Donald Trump dürfte davon profitieren. Sein politisches Comeback könnte jedoch an etwas anderem scheitern. An ihm selbst.

Washington, D.C. – Die ist die große Sorge der Liberalen und Linken in den USA: Die Rückkehr Donald Trumps. Die Furcht geht um, dass der Republikaner bei den US-Wahlen 2024 erneut seinen Hut in den Ring werfen wird. Unbegründet ist das Zittern nicht, der 75-Jährige hat in der Grand Old Party weiterhin alle Fäden in den Händen. Und als Puppenspieler ist Trump trotz Verlusts seiner Social-Media-Kanäle noch immer erfolgreich. Gegen die „Big Lie“, seinem angeblich gestohlenen Sieg bei den US-Wahlen 2020, trauen sich selbst ranghohe Republikaner kaum Einwände zu erheben. Zu mächtig ist die Basis an Wählerinnen und Wähler, die Donald Trump hinter sich weiß. Und die teils mit der kryptischen Botschaft „Let‘s go Brandon“ gegen Joe Biden hetzt.

Wie eine aktuelle Umfrage der Quinnipiac Universität verrät, würden ganze 78 Prozent der Republikaner eine erneute Präsidentschaftskandidatur begrüßen. Noch im Mai ergab dieselbe Umfrage 66 Prozent. Das berichtete die Datenjournalismus-Plattform FiveThirtyEight. Und eine weitere Erhebung der Universität zwischen dem 15. und 18 Oktober zeigte, dass der Ex-US-Präsident eine 86-prozentige positive Bewertung und nur eine 10-prozentige negative Bewertung unter republikanischen Wählerinnen und Wählern hat. Trumps Selbstbewusstsein, das er zuletzt während zahlreicher Auftritte in US-Bundesstaaten zur Schau stellte, kommt nicht von ungefähr.

Ex-Weggefährte gibt Prognose ab: Hält eine „Angst“ Trump von der nächsten Kandidatur ab?

Doch reicht es aus, um erneut die Strapazen, Kosten und die Ungewissheit einer Kandidatur auf sich zu nehmen? Profitieren kann Trump jedenfalls von der derzeitigen Schwäche des demokratischen Präsidenten Joe Biden. Der holprige Abzug aus Afghanistan, die Migrations-Krise an der Grenze zu Mexiko und die Schwierigkeiten, milliardenschweren Investitionsprogramme durch den Kongress zu bringen, schaden dem Ansehen Bidens. Eine Umfrage des US-Senders NBC zeigte zuletzt, dass nur noch 42 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Demokraten zufrieden sind. Und dann noch der Verlust des Bundesstaates Virginia bei der Gouverneurswahl. Ein bitteres Ergebnis und das nur Monate vor den so wichtigen Kongresswahlen in den USA.

John Bolton denkt nicht, dass Donald Trump sich 2024 zur Wiederwahl aufstellt. Auf dem Bild blickt John Bolton seinen Chef wütend an.
John Bolton denkt nicht, dass Donald Trump sich 2024 zur Wiederwahl aufstellt. (Archivbild) © Saul Loeb/AFP

Doch nun meldet sich ein ehemaliger Weggefährte Donald Trumps zu Wort. Glaubt man seinen Worten, dürfte die Wahrscheinlichkeit für ein Comeback auf der politischen Bühne eher gering sein. Eine solche Ansicht vertrat er bereits Anfang des Jahres öffentlich. Mit einem simplen Argument: Trump verachte nichts mehr als „Loser“ (Verlierer), wie er schon in der Vergangenheit immer wieder deutlich machte. Unvergessen der Skandal, als er die im Ersten Weltkrieg gefallenen US-Marinesoldaten offenbar als „Loser“ verspottete.

Ex-Sicherheitsberater John Bolton: Trump werde nicht erneut kandidieren – simpler Grund

John Bolton war einst Sicherheitsberater Trumps – und rechnete später in seinem Enthüllungsbuch „The Room Where It Happened“ mit dem mächtigen Republikaner ab. Eineinhalb Jahre war Bolton an seiner Seite und damit im Zentrum der Macht. „Ich glaube nicht, dass Trump 2024 für die Präsidentschaft kandidieren wird“, sagte Bolton dem britischen ITV-Netzwerk. „Ich denke, er weiß tief in seinem Inneren, obwohl er es nie zugeben wird, dass er 2020 verloren hat und befürchtet, 2024 zu verlieren, denn wenn er etwas auf der Welt hasst, hasst er es, als Verlierer bezeichnet zu werden.“

Trump werde jedoch weiterhin bis kurz vor Schluss darüber reden, dass er kandidieren werde, ist sich Bolton sicher – „denn wenn er jemals sagen würde, dass er nicht kandidieren würde, würde das das Rampenlicht ausschalten, und das gefällt ihm auch nicht.“

Und so könnte genau die Beleidigung, mit der er gerne andere Menschen herabsetzte, ihn davon abhalten, erneut ins Weiße Haus zu gelangen. Die Angst, zu verlieren. (aka)




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