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Bittere Folgen von Trumps Eskalation-Strategie: Bedrückende Berichte mehren sich

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Donald Trump steht vor einem Rednerpult bei einer Veranstaltung in Georgia
Donald Trump auf einer Veranstaltung in Georgia © Ben Gray/dpa

US-Präsident Donald Trump beharrt weiterhin auf der Behauptung, dass die US-Wahl 2020 manipuliert wurde. Mittlerweile werden Beamte und Journalisten von Trump-Anhängern bedrängt.

Washington - Es ist wohl eine der längsten Wahlen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Obwohl Joe Biden schon seit mehreren Wochen der offizielle Wahlsieger ist und es keine Beweise für Wahlbetrug gibt, weigert sich Donald Trump weiterhin das Ergebnis anzuerkennen. Unterstützt wird er dabei von einer zunehmend radikaler auftretenden Schar Anhänger.

Mit dem Slogan „Stop the Steal“ (Stopp den Diebstahl) demonstrieren Trump-Anhänger in verschiedenen Städten der USA seit Wochen gegen das Wahlergebnis. Unter den Demonstranten befinden sich immer wieder rechtsextreme Gruppen wie die Proud Boys oder Three Percenters. Die Proteste waren bisher weitestgehend friedlich, doch mittlerweile scheinen enige der Trump-Anhänger zunehmend agressiver zu werden.

Nach US-Wahl: Trump Anhänger radikalisieren sich

Zuletzt wurde die Staatssekretärin von Michigan, Jocelyn Benson, von einer Gruppe bewaffneter Trump-Anhänger bedrängt. Wie Benson in einem Statement auf Twitter erklärte, war sie gerade dabei, mit ihrem 4-jährigen Sohn Weihnachtsdekoration aufzuhängen, als eine Gruppe sich vor ihrem Haus versammelte und sie der Wahlmanipulation beschuldigte. „Ein Dutzend bewaffneter Personen stand vor meinem Haus, rief Obszönitäten und grölte in Megafone“, erklärte Benson.

US-Wahl 2020: Donald Trump und Anhänger greifen Beamte verbal an

Auch Gabriel Sterling, leitender Mitarbeiter in der Wahlbehörde von Georgia, wurde in den vergangenen Wochen vermehrt von Trump Anhängern bedrängt. In einem Interview mit NBC erklärte er, dass er mittlerweile Polizeischutz erhält, um die Sicherheit seiner Familie zu gewährleisten. Darüber hinaus soll der Staatssekretär von Georgia, Brad Raffensperger, auch Polizeischutz erhalten, weil „seine Frau sexuelle und gewalttätige Drohungen auf ihrem persönlichen Mobiltelefon erhielt“, erzählt Sterling. Weil sie offen den Behauptungen von Trump widersprechen und zur Mäßigung aufrufen, wurden Sterling und Raffensperger wiederholt verbal von Donald Trump und seinen Anhängern angegriffen.

Ehemaliger Haussender von Donald Trump ist in Ungade gefallen

Doch nicht nur hohe Beamte stehen im Fokus der Angriffe, sondern auch der ehemalige Haussender von Donald Trump Fox News. Seit dieser sowie andere große Sender bekannt gegeben hatten, dass der Demokrat Joe Biden die Wahl gewonnen habe, ist Fox News bei Trump-Anhängern in Ungnade gefallen. Bei einer Trump Rally in Georgia wurden Fox News-Journalisten als Verräter und Fake News bezeichnet.

Nach Wahlsieg von Joe Biden: Donald Trump sieht sich weiterhin als Gewinner

Wenngleich Donald Trumps Anwaltsteam mit keiner seiner Anschuldigungen bisher durchgekommen ist, beharrt der scheidende Präsident weiterhin darauf, dass die Wahl manipuliert wurde und er der eigentliche Gewinner ist. Erst kürzlich veröffentliche Trump eine 46-minütige Rede, in der er wieder davon sprach, dass die Wahl von den Demokraten manipuliert worden sei. Selbst der amtierende Justizminister William Barr widerspricht den Behauptungen des Präsidenten und teilt mit, dass es keine Beweise gibt, die die Vorwürfe über systematischen Betrug stützen. Donald Trump lässt sich jedoch deswegen nicht von seinen Behauptungen abrücken und heizt seine Anhänger weiter an - mit ungewissen Folgen. (phf)

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