Luxus-Jet

Trumps „Lieblingsspielzeug“ verlassen und vereinsamt - Symbol für seinen Vermögens-Verlust?

  • vonDana Popp
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Als sein „Lieblingsspielzeug“ bezeichnete Donald Trump jahrelange seine Boeing 757. Doch jetzt steht sein Flugzeug auf einem Provinzflughafen nördlich von New York. Was ist da los?

New York - Der ehemalige Präsident Donald Trump liebte es immer mit seiner Boeing 757 zu prahlen. Auf seinem Luxus-Jet steht groß der Name Trump auf der Seite und das innere des Flugzeuges soll nach Informationen von CNN so glamourös sein wie man es sich bei Trump vorstellt. Das Schloss der Sitzgurte sei mit 24-karätigem Gold überzogen, die Sitze bestehen aus cremefarbenen Leder und auch das Badezimmer bestehe aus Gold. Kein Wunder also, dass Trump das Flugzeug gerne als Kulisse für elegante Fotoshootings, Wahlkampfveranstaltungen und VIP-Touren verwendete. Doch heute scheint der Jet nicht mehr in Betrieb zu sein, er stehe seit einiger Zeit laut CNN auf einer Flughafenrampe in Orange County, New York, etwa 100 Kilometer nördlich von Manhattan.

Donald Trump: Ist sein „Liebelingsspielzeug“ ihm jetzt zu teuer?

Trumps Luxus-Jet scheint kaputt zu sein und nicht mehr flugfähig. Einem Motor fehlen Teile und der andere sei in Plastik eingeschweißt. Laut dem amerikanischen Nachrichtensender CNN belaufen sich die Kosten, um es zu reparieren und flugfähig zu machen, wahrscheinlich auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Diesen scheint Trump gerade nicht zahlen zu wollen, bereits seit seinem Präsidentschaftsende soll Trump nicht mehr mit dem Flugzeug geflogen sein. Falls er noch vorhabe es zu reparieren, sei es nach Angaben von Luftfahrtexperten der CNN komisch, dass er es nicht in einem wärmeren und trockenen Bundesstaat abgestellt hat. Schnee, Regen und Feuchtigkeit könne zu Metallkorrosion an der Flugzeugzelle und den Triebwerken führen, dies sei schwer zu erkennen, und in einigen Fällen katastrophal. Große Flugzeuge lagere man daher typischerweise über lange Zeiträume in der südwestlichen Wüste, wo das trockene Klima Korrosion fast unmöglich mache. Der Jet könnte jetzt einfach zu teuer für Trump sein. Sein Nettovermögen ist in den letzten Jahren stark gesunken. Zudem haftet Trump persönlich für Schulden und Kredite in Höhe von insgesamt 421 Millionen Dollar, wie die New York Times berichtet. Der größte Teil dieser Schulden werde in den nächsten vier Jahren fällig sein.

Donald Trump kaufte das gebrauchte Flugzeug im Jahr 2010 von dem verstorbenen Microsoft-Milliardär Paul Allen. Schnell soll es zu seinem Lieblingsspielzeug geworden sein, wie er es Freunden gerne erzählte. Gerüchten zufolge, soll Trump mit seinem Jet sehr pingelig umgegangen sein. Dies bestätigt auch eine Pressekonferenz an Bord seines Flugzeuges im Jahr 2015. Zwei Monate vor der Bekanntgabe seiner ersten Kandidatur für das Präsidentenamt, lud Trump, nach Angaben von CNN, einige Journalisten in Iowa zu einer improvisierten Pressekonferenz an Bord seiner Boeing 757 ein - und schimpfte dann mit ihnen, weil sie fast sein Flugzeug dreckig gemacht hätten. "Es gibt einen Typen, der sehr gefährlich ist mit dieser einen Kamera. Ich spreche und beobachte dabei diese Kamera, die etwa so weit von der Decke entfernt ist, und weiß, dass mein Tag ruiniert wird, wenn sie die Decke ruinieren", sagte Trump laut einem Bericht des Des Moines Register.

Donald Trumps Luxus-Jet - eine Flugstunde kostet bis zu 15.000 Euro

Trumps Flugzeug scheint seine besten Jahre hinter sich gelassen zu haben. Als er es 2010 gekauft hatte, war es bereits 19 Jahre alt. Die Kosten für einen Flug mit einer Boeing 757 liegen laut CNN-Luftfahrtanalyst David Soucie bei umgerechnet 12.000 bis 15.000 Euro pro Stunde. Aber das nur, wenn das Flugzeug tatsächlich fliegen kann. „Es handelt sich um ein älteres Triebwerk, und die Verfügbarkeit von Teilen wird zu einer Herausforderung, sodass die Betriebskosten erheblich steigen“, sagt Soucie. „Die meisten Fluggesellschaften schicken die 757 in den Ruhestand, da es jetzt kostengünstigere Modelle gibt.“ Ein ehemaliger Mitarbeiter des weißen Hauses sagte im Interview mit CNN: „Dieses Ding zu fliegen, war so teuer.“(d.p)

Rubriklistenbild: © Jairo Mejia/imago

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