„Das sind keine Souveniers...“

US-Medien berichten: Trump gibt bizarren Umfrage-Auftrag an Mitarbeiter - „Meine Fans sind noch hinter mir“

Offenbar will Trump am Morgen der Amtseinführung aus Washington abreisen. Im Weißen Haus herrscht bereits Aufbruchsstimmung.

Update vom 16. Januar, 18.44 Uhr: Die Kette der bizarren Nachrichten aus dem Weißen Haus reißt nicht ab: Donald Trump soll seine Mitarbeiter im Haus beauftragt haben, ihn mit guten Umfragewerten zu versorgen. Mitarbeiter hätten die Aufgabe bekommen, solche Umfrageergebnisse auszudrucken und für ihn aufzuhängen, die ihn in einem positiven Licht erscheinen lassen. Und das ist deshalb bizarr, weil sich wohl nur noch wenige Umfragen finden lassen, die ihm weiterhin eine breite Unterstützung zusagen - eigentlich befinden sich seine Werte seit dem Sturm auf das Kapitol auf Talfahrt.

„Meine Fans sind noch hinter mir“ - diesen Eindruck will der US-Präsident offenbar bestätigt haben. Weil er nicht mehr über eigene Social-Media-Konten verfügt, soll er angeregt haben, diese Umfragen über die Konten der Regierung verbreiten zu lassen.

US-Präsident Donald Trumps letzte Tage im Amt: Mike Pence übernimmt seine Aufgaben

Update vom 16.Januar 2021, 17.14 Uhr: An seinen letzten Tagen im Amt glänzt der amtierende US-Präsident Trump nicht gerade mit Arbeitseifer für das amerikanische Volk: Wie Insider berichten, hatte Vizepräsident Mike Pence es übernommen, seiner Nachfolgerin Kamala Harris Unterstützung anzubieten. Das schreibt das Wall Street Journal. Ebenso sei es die Aufgabe Trumps, die Nationalgarde zu besuchen, die sich für den Schutz des Kapitols zu Bidens Amtseinführung bereit macht. Auch dies habe Pence statt Trump übernommen.

Im Weißen Haus soll Trump unterdessen seine Vertrauten mit Fragen bedrängt haben: Wer könnten die zehn Republikaner gewesen sein, die beim Amtsenthebungsverfahren gegen ihn stimmten? Er habe wissen wollen, ob er denen bereits einmal einen Gefallen getan habe - und wie er ihnen möglicherweise bei künftigen Wahlen politisch schaden könne.

Donald Trump will Weißes Haus verlassen - die Amtseinführung Bidens findet ohne ihn statt

Erstmeldung vom 16.01.2021, 10.43 Uhr: Washington - Noch am Morgen von Nachfolger Joe Bidens Amtseinführung will Donald Trump Washington offenbar verlassen, wie diverse Medien übereinstimmend berichten. Etwa der Sender Fox-News sowie die Washington Post hätten aus Regierungskreisen erfahren, dass Trump - kurz bevor Biden im Kapitol vereidigt wird - das White Haus hinter sich lassen und nach Florida aufbrechen will.

Bereits vor einigen Tagen hatte Trump via Twitter erklärt, dass er nicht an der feierlichen Amtseinführung* seines Nachfolgers Biden teilnehmen werde. Trumps Anwesenheit bei der Zeremonie entspräche den politischen Gepflogenheiten, sie hat aber keine rechtliche Auswirkung. Biden wird auch ohne den Amtsvorgänger als neuer Präsident vereidigt.

Nach US-Wahl: Trump plant, einige Angestellte mitzunehmen

Die Washington Post schreibt, Trump plane stattdessen eine Abschiedszeremonie für sich selbst auf dem Militärflugplatz außerhalb Washingtons, von wo aus der Regierungsflieger Air Force One startet. Das habe es in dieser Form noch nie gegeben, heißt es in dem Bericht. Fox News meldete, Trump wolle auch mehrere Mitarbeiter:innen aus dem Weißen Haus* mit nach Florida nehmen, wo er sein Club-Resort Mar-a-Lago hat.

Trumps Stellvertreter Mike Pence hat zuletzt bereits öffentliche Aufgaben im Zusammenhang mit der anstehenden Vereidigung übernommen. Biden hatte Pence ausdrücklich zur Amtseinführung* eingeladen - US-Medien zufolge will Pence auch teilnehmen. Am Donnerstag hatte sich Trumps Vize mit den Chef:innen mehrerer Sicherheitsbehörden getroffen, um sich über die Sicherheit bei der Zeremonie zu informieren. Am Freitag berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Pence habe am Donnerstag auch die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris angerufen, um ihr zum Wahlsieg zu gratulieren und ihr - verspätet - direkte Unterstützung bei der Übergabe der Amtsgeschäfte anzubieten.

Donald Trumps Amtszeit geht dem Ende zu: Angestellte plündern das Weiße Haus

Doch neben dem US-Präsidenten selbst verlassen auch seine Mitarbeiter:innen nach und nach das Weiße Haus. In diesem Zusammenhang sind nun einige irritierende Fotos aufgetaucht. Sie zeigen: Mit Trumps Belegschaft verschwindet auch der ein oder andere Gegenstand aus dem Weißen Haus.

So wurde Wirtschaftswissenschaftler Peter Navarro dabei gesehen, wie er ein Bild von einem Termin zwischen Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Donald Trump mit seinen persönlichen Gegenständen aus dem Weißen Haus trägt. Navarro ist bekannt für einen strengen Wirtschaftsnationalismus, auch etwa gegen China.

Auch der oberste Wirtschaftsberater Larry Kudlow erlaubte sich offenbar, ein Erinnerungsstück an seinen Arbeitsplatz in Washington* mitzunehmen: eine Büste von Abraham Lincoln. Eine nicht näher benannte Frau trug einen ausgestopften Fasan aus dem Gebäude.

„Die Leute müssen verstehen, dass die Gegenstände im Weißen Haus keine Give-Aways sind“, kommentierte CNN-Korrespondent Jim Acosta die Bilder. „Das sind keine Souveniers, die man mit nach Hause nehmen kann.“ *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © BRENDAN SMIALOWSKI/afp

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