Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein, nachdem Unterstützer von US-Präsident Trump das Kapitolgebäude gestürmt haben, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Biden für die Präsidentschaftswahlen im November bestätigen sollten.
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Bei dem Sturm auf das US-Kapitol am 06. Januar kamen fünf Menschen ums Leben.

Chemikalien ins Gesicht gesprüht

Polizisten verklagen Donald Trump: „Physische und emotionale Verletzungen“

  • vonDeutsche Presse-Agentur
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  • Dana Popp
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Anfang Januar stürmten Anhänger des Ex-Präsidenten das US-Kapitol. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, unter ihnen ein Polizeibeamter. Nun haben zwei Polizisten Donald Trump verklagt.

Washington - Der ehemalige Präsident Donald Trump wird von zwei US-Polizisten verklagt. Grund dafür ist der Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar. Bei seiner Rede in Washington hatte Trump seine Wahlbetrugs-Vorwürfe wiederholt und sein Publikum aufgefordert, zum Kapitol zu marschieren und „auf Teufel komm raus zu kämpfen“. Wütende Trump-Anhänger stürmten daraufhin das Kapitolgebäude. Zu einem Zeitpunkt, als dort der Kongress Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November endgültig bestätigen sollte. Die beiden Polizisten machen Trump nun für die Erstürmung des Kapitols verantwortlich.

In der beim Bundesgericht eingereichten und am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Klage führen die beiden Beamten der Kapitolpolizei auf, dass sie während des Angriffs auf den Kongresssitz in Washington „physische und emotionale Verletzungen“ erlitten hätten. Einer der beiden Polizisten, der Afroamerikaner James Blassingame, wurde nach eigenen Angaben bei der Erstürmung des Kapitols an Kopf und Rücken verletzt. Er wurde demnach während des Angriffs zudem von Trump-Anhängern rassistisch beleidigt. Der andere Polizist, Sidney Hemby, wurde der Klageschrift zufolge an Hand und Knie verletzt, als er von Randalierern gegen die Türen des Kapitolgebäudes gepresst wurde. Außerdem seien ihm Chemikalien ins Gesicht und auf andere Körperteile gesprüht worden.

Klagen gegen Trump: Polizisten fordern Entschädigungszahlungen und Schadensersatz

Die Polizisten verlangen von Trump Entschädigungszahlungen und Schadenersatz in ungenannter Höhe, da sie ihn für den Angriff auf das Kapitol verantwortlich machen. Es handelt sich nun um die erste Klage, die Polizisten wegen der Erstürmung des Kapitols gegen Trump einreichten. Von zwei Abgeordneten war der frühere Präsident bereits zuvor wegen des Angriffs verklagt worden. Als Konsequenz aus den Ausschreitungen hatte der von Bidens Demokraten dominierte Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet, nachdem dieser bereits aus dem Amt geschieden war. Das Verfahren wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ scheiterte jedoch im Senat, da dort die notwendige Zweidrittelmehrheit aufgrund fehlender Stimmen von Trumps Republikanern nicht zustande kam.

Donald Trump: Es gab „keinerlei Bedrohung“ bei dem Sturm auf das Kapitol

Trump hatte am vergangenen Donnerstag versucht, die Geschehnisse des 6. Januars herunterzuspielen und die Geschichte neu zu schreiben. Er schilderte die Vorfälle des Sturms auf das Kapitol bei Fox News am Donnerstagabend folgendermaßen: „Es gab keinerlei Bedrohung, gleich von Anfang an, null Bedrohung. Klar, die hätten da nicht hereingehen sollen. Einige von denen sind halt rein und haben die Polizei und das Sicherheitspersonal umarmt und geküsst. Die hatten ein tolles Verhältnis.“ Die Aussagen Trumps hatten für viel Unmut gesorgt, da bei dem Sturm auf das Kapitol fünf Menschen ums Leben gekommen waren, darunter auch ein Polizeibeamter. Zudem wurden mehr als 100 Polizist:innen verletzt. Sogar Trumps ehemaliger Stabschef zeigte sich nach den Aussagen Trumps überrascht. Mick Mulvaney, der nach den erschreckenden Szenen am Kapitol als Trumps Sondergesandter für Nordirland zurücktrat, nannte Trumps Kommentare gegenüber CNN „offensichtlich falsch.“ (dp/dpa)

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