Ex-Präsident der USA: Donald Trump.
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Ex-Präsident der USA: Donald Trump.

Wird sie bald ausgetauscht?

Donald Trump attackiert Widersacherin aus der eigenen Partei - es fallen wüste Worte

  • Katharina Haase
    VonKatharina Haase
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  • Patrick Mayer
    Patrick Mayer
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Die Anhänger von Donald Trump unter den US-amerikanischen Republikanern wollen Widersacherin Liz Cheney aus dem Repräsentantenhaus verdrängen. Es fallen wüste Worte.

Update vom 11. Mai, 7.15 Uhr: Am heutigen Mittwoch entscheiden die Republikaner im US-Bundestaat Wyoming darüber, ob die bislang als streng konservativ geltende Liz Cheney (54) ihren Spitzenposten auf dem Conference Chair - also in etwa das Fraktionsmanagement - verlieren wird. Nachfolgerin soll Elise Stefanik (36) werden. Hauptgrund für den Personalwechsel soll vor allem die fehlende Treue zu Ex-Präsident Donald Trump (74) sein, die viele Republikaner Cheney schwer übel nehmen.

Die Nummer drei der Republikaner im Repräsentantenhaus Trumps soll dessen Behauptung, Joe Biden habe durch Wahl nur durch Wahlbetrug gewinnen können, als „große Lüge“ bezeichnet haben und verurteilte den „gefährlichen und anti-demokratischen Personenkult um Trump“. Dass sie diesem nicht folgen will, könnte sie nun also ihre politische Karriere kosten.

Trump festigt seine Macht bei den Republikanern: Scharfe Kritikerin soll Posten verlieren

Stefanik gilt dagegen als glühende und loyale Trump-Verehrerin - das einzige, was bei den Republikanern derzeit zu zählen scheint. Dabei hatte die junge Politikerin aus New York einst parteiintern viele Gegner gehabt, weil sie als „zu liberal“ eingestuft worden war. Angesichts ihrer bedingungslosen Trump-Ergebenheit scheint dies aber in den Hintergrund gerückt zu sein. Dazu gehört in erster Linie, sich den Wahlbetrugsvorwürfen des Ex-Präsidenten anzuschließen. Der 74-Jährige verbreitet nach wie vor die Verschwörungstheorie, in Wirklichkeit habe er und nicht Biden die Präsidentschaftswahl vom 3. November gewonnen.

Bedingungslose Trump-Treue gefordert: Ex-Präsident stellt sich offen gegen Liz Cheney

Das Problem: Rund 70 Prozent der republikanischen Anhängerschaft glaubt einer neuen Umfrage zufolge, dass die Vorwürfe echt sind. Trumps populistischen Aussagen führten im Januar zur Erstürmung des Kapitols. Nun fürchten viele neue Gewalt in den USA. Cheney hatte direkt nach der Erstürmung des Kongressgebäudes als eine von nur zehn Abgeordneten der republikanischen Partei für ein Amtsenthebungsverfahren Trumps gestimmt.

Der Ex-Präsident hat von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida aus offen gegen Cheney Stimmung gemacht und für Stefanik geworben. „Liz Cheney ist eine kriegstreiberische Närrin, die in der Republikaner-Führung nichts verloren hat“, erklärte der 74-Jährige kürzlich. „Elise Stefanik ist eine viel bessere Wahl, und sie hat meine vollständige und totale Unterstützung.“ Die wenigen Befürworter Cheneys werden angesichts der Unterstützung durch den Ex-Präsidenten immer leiser. Mit der Abwahl Cheneys könnte Trump seine Macht innerhalb der Partei nun weiter festigen. Sein selbsterklärtes Ziel ist eine erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024.

Erstmeldung vom 10. Mai, 15.50 Uhr

Washington - Ex-Präsident Donald Trump ist in den USA längst nicht mehr im Amt, und trotzdem polarisiert der einstige Regierungschef in den Vereinigten Staaten ungebremst.

Nicht nur, dass der 74-Jährige wegen seiner umstrittenen Postings weiter bei Facebook gesperrt bleibt. Trump hat auch mit einer innerparteilichen Widersacherin zu kämpfen - die er bald politisch aus dem Spiel nimmt? Ihr Name: Liz Cheney. Zur Einordnung: Die 54-Jährige hat bei den Republikanern* eine nicht unerhebliche Position inne.

USA: Donald Trump attackiert republikanische Kritikerin Liz Cheney heftig

Konkret: Seit Anfang Januar 2019 ist sie die sogenannte Republican Conference Chairwoman, und damit die dritthöchste Republikanerin in der republikanischen Fraktion. Im Repräsentantenhaus, einer von zwei politischen Kammern in den USA, ist sie die Vorsitzende der Republikanischen Konferenz. Und sie ist eine entschiedene Gegnerin von Donald Trump.

Liz Cheney ist eine kriegstreibende Närrin.

Ex-US-Präsident Donald Trump

Weil sie sich offen gegen den einstigen Regierungschef stellt, wird sie bei den Republikanern nun regelrecht angefeindet. Trump selbst hatte zuletzt heftig gegen seine schärfste Kritikerin bei den Republikanern ausgeteilt: „Liz Cheney ist eine kriegstreibende Närrin, die nichts in der republikanischen Führungsriege zu suchen hat. Elise Stefanik ist die viel bessere Wahl und sie hat meine komplette und totale Unterstützung für den Posten“, sagte der Unternehmer und Immobilien-Magnat.

Stefanik bewirbt sich aktuell um den Vorsitz der Republikanischen Konferenz im Repräsentantenhaus.

Donald Trump polarisiert weiter in den USA: Verdrängt Elise Stefanik Kollegin Liz Cheney?

Sie gilt als Trump-loyal, müsste für diesen Schritt aber erst Cheney verdrängen. Offensichtlich arbeiten Kreise in der Partei genau auf dieses Ziel hin. Man muss wissen: Die Zahl der Unterstützer für Donald Trump ist trotz dessen polarisierender Präsidentschaft nach wie vor groß. „Wir wollen als Einheit vorangehen – und ich denke, das wird auch passieren“, erklärte Kevin McCarthy, der Fraktionschef der Partei in der Kongresskammer, zur geplanten Abwahl Cheneys.

Streit um Donald Trump bei den Republikanern: Steve Scalise teilt gegen Liz Cheney aus

Unter anderem die Nummer zwei unter den Republikanern im Parlament, Steve Scalise, hatte sie zuletzt harsch angegangen und ihre Abwahl gefordert: „Republikaner im Haus müssen sich einzig und allein darauf konzentrieren, das Haus 2022 zurückzugewinnen und gegen die radikale sozialistische Agenda von Joe Biden und Nancy Pelosi zu kämpfen“, erklärte er: „Elise Stefanik hat sich diesem Kampf verschworen.“ (pm) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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