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Trump droht Republikaner komplett zu zerlegen - Tausende Partei-Austritte allein im Januar

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Von: Cindy Boden, Fabian Müller

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Donald Trump, Präsident der USA, spricht mit Reportern an Bord der Air Force One nach einer Wahlkampfkundgebung. Über ihm prangt ein «Exit»-Schild.
Donald Trump, Ex-Präsident der USA: Spaltet sich die Republikanische Partei, nachdem seine Amtszeit vorbei ist? © Evan Vucci/dpa

Die Republikanische Partei steckt in einer Krise: Eine Gruppe von Trump-Gegnern plant die Neugründung einer Partei. Viele Republikaner sind nach dem Sturm auf das Kapitol bereits ausgetreten.

Update vom 12. Februar, 11.10 Uhr: Der Sturm auf das Kapitol hat für die Republikanische Partei scheinbar starke Auswirkungen auf ihre Mitgliederzahlen. Zehntausende Menschen sollen seitdem ausgetreten sein. Wie eine Analyse von Unterlagen durch die New York Times ergab, seien allein im Januar fast 140.000 Republikaner in 25 Staaten, in denen Daten verfügbar waren, aus der Partei ausgetreten. Experten sagten der Zeitung, die Daten deuteten auf eine stärkere Flucht als üblich aus einer politischen Partei nach einer Präsidentschaftswahl hin. Es könnte ein möglicher Beginn einer schädlichen Phase für die Partei sein.

Womöglich haben noch nicht alle Austrittswilligen die zuständigen Stellen kontaktiert, sagt Michael P. McDonald, Professor an der Universität in Florida. „Das ist also wahrscheinlich die Spitze des Eisbergs.“ Langfristige Entwicklungen sollten jedoch abgewartet werden.

Wichtig zu wissen ist auch, dass sich die untersuchten Wählerlisten nach Präsidentschaftswahlen dem Bericht zufolge häufig ändern. Etwa, weil Personen ihre Zugehörigkeiten aktualisieren. Manchmal würden Staaten aber auch inaktive Wähler, verstorbene Wähler oder diejenigen, die aus dem Staat weggezogen sind, aussortieren. Wie viele Staaten dies tun und wie viele Personen davon betroffen sind, ist unklar.

Zudem hätten auch rund 79.000 Demokraten ihre Partei seit Anfang Januar verlassen. Der Austritt bedeutet auch nicht direkt der Wechsel zur anderen Partei: Viele Republikaner sollen angegeben haben, keiner Partei mehr anzugehören.

USA: Republikaner planen, eine neue Partei zu gründen

Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, spricht mit Pressevertretern vor dem Weißen Haus, bevor er an Bord des Marine One Hubschraubers geht um nach Texas zu reisen.
Republikanische Mitstreiter des ehemaligen Präsidenten Donald Trump planen, eine eigenen Partei zu gründen. (Archivbild) © Gerald Herbert/dpa

Erstmeldung vom 11. Februar: Washington - Laut einem Medienbericht planen etwa 120 Mitglieder der Republikanischen Partei eine neue Partei zu gründen. Even McMullin, der ehemalige Policy Director der House Republican Conference begründete den Schritt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Große Teile der Republikanischen Partei radikalisieren sich und bedrohen die amerikanische Demokratie.“ Die neugegründete Partei würde sich wieder auf „prinzipientreuen Konservatismus“ konzentrieren und auf andere Ideale, die von Donald Trump während seiner Amtszeit verworfen wurden.

Unter den Unterzeichnern des Aufrufs sind laut dem Medienbericht auch zahlreiche hochrangige Republikaner, die unter den Administrationen der ehemaligen Präsidenten Trump, George W. Bush, dessen Vater George H.W. Bush und Ronald Reagan gearbeitet haben.

Spaltung der Republikaner: Auch Trump selbst plant Neugründung einer eigenen Partei

Über eine mögliche Spaltung der Republikanischen Partei wird bereits seit mehreren Monaten berichtet. Nicht nur Trump-Gegner diskutieren einen solchen Schritt. Auch der ehemalige US-Präsident selbst kokettierte immer wieder mit der Gründung einer eigenen Partei, der Name „Patriot Party“ machte die Runde. Auch eine Verwicklung des ehemaligen Präsidenten in Spendenaufrufe für solch eine Partei sorgte in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen.

Video: Historischer zweiter Impeachment-Prozess gegen Trump hat begonnen

Und auch der Name „MAGA Party“ - die Abkürzung für Make America Great Again - für eine neue Trump-Partei wurde diskutiert. US-Medien spekulieren aber nach wie vor, dass Trump eine mögliche Neugründung einer eigenen Partei öffentlich nur zum Thema machte, um den Druck auf die Republikaner zu erhöhen, damit diese sich im Amtsenthebungsverfahren nicht gegen ihn stellen. Eine mögliche Aufspaltung der Republikaner in mehrere Splitterparteien würde die Macht der alteingesessenen Partei stark einschränken - insbesondere im Mehrheitswahlsystem der USA. (fmü)

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