Donald Trump mit Ehefrau Melania. 
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Donald Trump mit Ehefrau Melania. 

Kommentar zu Krawallen in den USA

Der Fall Floyd ist eine große Tragödie - die Trump ausnutzt

Nach dem Tod von George Floyd spitzt sich die Lage in den USA immer weiter zu. Donald Trump heizt die Unruhen weiter an. 

  • Der Afroamerikaner George Floyd stirbt in den USA bei einem Polizeieinsatz. 
  • Die Unruhen in den USA spitzen sich immer weiter zu. 
  • Die Reaktion von Donald Trump heizt die Diskussionen weiter an. 

München/USA - So berechtigt die Demonstrationen in den USA angesichts des Todes von George Floyd, eines grassierenden institutionalisierten Rassismus und eines wachsenden Gefühls der Ohnmacht gegen Polizeiexzesse sind – Gewalt ist kein legitimes Mittel des Protests. Die Plünderungen und Krawalle diskreditieren die immens wichtige Bewegung. Und spielen einem in die Karten: Donald Trump.

George Floyd/USA-Proteste: Donald Trump ist nicht an der Lösung interessiert

Der US-Präsident hat nicht sämtliche Probleme verursacht, die die USA entzweien. Der Rassismus ist unseliger Teil der Geschichte des Landes. Die Gerechtigkeits-Frage schwelt schon länger, die Ungleichheit hat im Land des ungezügelten Kapitalismus groteske Züge angenommen. Aber Trump ist eben nicht an der Lösung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen interessiert. Er ist ein radikaler Problemverschärfer. 

Ja, Trump findet anfangs auch angemessene Worte des Bedauerns zum Tod von George Floyd. Doch der Republikaner verliert zugleich keine Zeit, um eine linksextreme Gefahr heraufzubeschwören, den demokratischen Gouverneuren Schwäche zu unterstellen – und sich martialisch als starker Mann zu inszenieren. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir erwartet in den USA gar eine weitere Eskalation.

USA-Proteste/George Floyd: Die Lage in den USA eskaliert weiter

Die bürgerkriegsähnlichen Situationen bieten Trump die Gelegenheit, von seinem desaströsen Corona-Management abzulenken. Der Präsident zieht weiter mit seinem Freund-Feind-Lineal eine scharfe Trennlinie durch die Gesellschaft. Er bedient seine Anhängerschaft, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Fall Floyd ist eine große Tragödie. Für Trump ist er Teil seines spaltenden Wahlkampfs.

Die Reaktion Donald Trumps ist höchst fragwürdig, meint Merkur-Redakteur Marcus Mäckler.

Frank Heidenreich

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