Donald Trump steht da mit geschlossenen Augen
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Ex-Präsident Donald Trump stellt sich hinter einen republikanischen Kongressanwärter.

Zukunft des Ex-Präsidenten

Donald Trump meldet sich mit Statement zu Wort und übt bittere Vergeltung - Folgt zukunftsweisende Rede?

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Donald Trump und die Republikanische Partei: ein beschwerliches Verhältnis. Jetzt treibt der Ex-Präsident den internen Streit weiter voran.

Washington, DC - Das parteiinterne Rennen bei den Republikaner: Es hat schon begonnen und nimmt nun noch einmal deutlich Fahrt auf. Denn Donald Trump hat ein Statement veröffentlicht und sich darin hinter seinen früheren Berater gestellt: „Max Miller ist ein wunderbarer Mensch, der einen großartigen Job im Weißen Haus gemacht hat und der ein fantastischer Kongressabgeordneter sein wird“, schreibt Trump in einem am Freitag veröffentlichen Statement. „Er ist ein Marine-Veteran, ein Sohn Ohios und ein wahrer Patriot“, heißt es weiter.

Miller würde damit als Kongressanwärter bei der Wahl 2022 gegen den bisherigen republikanischen Abgeordneten des Bundesstaats Ohio im Repräsentantenhaus, Anthony Gonzalez, antreten. Und diesen Partei-Kampf schürt Donald Trump ganz bewusst. Offiziell heißt es: „Der derzeitige Repräsentantenhaus-Abgeordnete Anthony Gonzalez sollte die Bürger des 16. Bezirks nicht vertreten, denn er vertritt nicht ihre Interessen oder ihre Gefühle.“

US-Politik: Ex-Präsident Donald Trump nimmt illoyale Republikaner ins Visier

Trump scheint wütend auf ihn, denn Gonzalez hatte nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar als einer von zehn Republikanern für ein sogenanntes Impeachment Trumps gestimmt. Beobachter werten das aktuelle Statement lauf der Nachrichtenagentur AFP als Vergeltung für Gonzalez‘ damaliges Abstimmungsverhalten. Trump nimmt Republikaner ins Visier, die er als unzureichend loyal erachtet, analysiert auch der US-Sender CNN.

Miller veröffentlichte Trumps Zuspruch auf Twitter und schrieb dazu: „Ich werde niemals zurückweichen und meine Wähler niemals verraten.“ In einem anderen Posting wenige Stunden zuvor hieß es von ihm: „Ich kandidiere für den Kongress, um für die Nordost Ohioaner einzutreten. Sie stimmten mit überwältigender Mehrheit für die America First-Agenda. Aber ihr Kongressabgeordneter hat sie verraten, als er dafür stimmte, Präsident Trump anzuklagen.“

Donald Trump: Rede bei Konservativen-Konferenz am Sonntag - Zukunftspläne ein Thema?

Donald Trump genießt trotz seines Ausscheidens aus dem Weißen Haus und den Ereignissen rund um die Kapitol-Erstürmung weiter Rückhalt in Teilen der Partei. Am Sonntag wird Trump etwa bei der Konservativen-Konferenz CPAC seine erste Rede seit dem Verlassen des Weißen Hauses halten. Es ist gewissermaßen ein Heimspiel für den 74-Jährigen: Die Conservative Political Action Conference mit tausenden Teilnehmern ist das größte alljährliche Zusammenkommen konservativer Aktivisten und Politiker in den USA. Eine Rede Trumps bei der Konferenz im Jahr 2011 gilt als Wegmarke seiner politischen Karriere. Während seiner Präsidentschaft hielt Trump dann jedes Jahr eine CPAC-Rede.

Ob er dabei auch über seine persönliche Zukunft sprechen wird, ist noch ungewiss. Doch seine Worte am Tag der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden hallen nach: „Wir werden auf irgendeine Art zurückkommen.“ Seitdem gibt es unter anderem Spekulationen über eine neue Parteigründung, einen eigenen TV-Sender, ein eigenes soziales Netzwerk und eine weitere Präsidentschaftskandidatur. Konkret wurde Trump bisher zu keiner dieser Ideen.

Donald Trump und die Republikaner: Impeachment-Verfahren legte Trumps Bedeutung in der Partei offen

Im zweiten Impeachment-Verfahren zeigte sich, wie ängstlich einige Senatoren vor Trump zurückzuschrecken scheinen. Denn dessen Einfluss, nachdem er über 74 Millionen Wähler für sich gewinnen konnte, sollte nicht unterschätzt werden. Eine große Mehrheit der Republikaner hielt ihn für nicht schuldig, wobei einige dies vielmehr mit dem Prozedere des Amtsenthebungsverfahrens selbst begründeten statt mit Trumps Schuld. Der einflussreiche Republikaner Mitch McConnell etwa sagte in einer Rede, Trump könne ja noch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden, denn „praktisch und moralisch“ sei Trump „verantwortlich für die Provokation der Ereignisse“.

Trotz dessen legte Mitch McConnell nun schon die nächste Kehrwende hin: Auf die Frage, ob er eine Kandidatur Donald Trumps bei der US-Wahl 2024 unterstützen würde, antwortete er dem konservativen US-Sender Fox News: „Absolut“. Ob der EX-Präsident diese Kandidatur auch tatsächlich plant, ist bisher nicht unklar.

Mit der Unterstützung von Max Miller treibt Trump jedenfalls eine Entwicklung voran: Eine ganze Reihe an Getreuen greift bereits nach Ämtern. Der Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei ist noch lange nicht beendet. (cibo/AFP)

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