Donald Trump, noch Präsident der USA, hält eine Ausgabe der „The Washington Post“ in die Höhe (Symbolbild)
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Donald Trump, noch Präsident der USA, hält eine Ausgabe der „The Washington Post“ in die Höhe (Symbolbild).

Postings mit kritischen Inhalten

Twitter hat genug: Neue Maßnahme gegen Donald Trump - der holt zu üblem Gegenschlag aus

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Twitter arbeitet fieberhaft daran, „Fake News“ den Nährboden zu entziehen. Die Reichweite von kritischen Inhalten - auch von US-Präsident Donald Trump - droht weiter abzusinken.

  • Donald Trump und Twitter stehen zunehmend auf Kriegsfuß. Eine weitere Maßnahme dürfte ihn nicht begeistern.
  • Der Kurzmitteilungsdienst nimmt kritische Inhalte unter die Lupe und weitet seine Warnhinweise aus.
  • Die Reichweite des US-Präsidenten könnte weiter schrumpfen. Doch es gibt Pläne für eine Gegenmaßnahme.

Washington - Gegen Ende seiner Amtszeit bröckelt die Beziehung zwischen US-Präsident Donald Trump und der Social-Media-Plattform Twitter merklich: Erst hat die Plattform einen Schritt vollzogen, welcher die Reichweite - auch von Tweets des Republikaners - einschränkte, nun wird dieses Verfahren ausgeweitet und intensiviert. Es geht um die Zensur von vermeintlichen „Fake News“ oder solchen Einträgen, welche die Fakten zu ihren Zwecken „umformen“.

Donald Trump und Co.: Twitter weitet Warnhinweise aus und nennt Gründe für Einstufung

Wie Twitter in einer Mitteilung bekanntgab, konnte durch diese Maßnahme eine Reduzierung von Inhalten mit „irreführender Information“ um 29 Prozent erreicht werden. Dabei geht es der Plattform derzeit offenkundig hauptsächlich um Themen wie die US-Wahl und Corona. Weniger „Fake News“ also durch das Anzeigen einer Warnung, wenn ein so eingeordneter Post bei Twitter erscheint. Die Bezeichnung „This is disputed“ erscheint also im Newsfeed des Anbieters in Verbindung mit dem jeweiligen Eintrag.

Was die Reichweite derartiger Inhalte nun weiter einschränken wird: Der gleiche Hinweis taucht auch auf, wenn der Nutzer solche Einträge liken oder aber weiterverbreiten möchte, wie Twitter schildert. Dazu sollen weiterführende Informationen abrufbar sein, warum der betreffende Inhalt als nicht gesichert gilt:

Da besonders Donald Trump von der Einführung von Warnhinweisen beim Kurzmitteilungsdienst betroffen war, dürfte sich mit der jüngsten Entwicklung die Reichweite des scheidenden US-Präsidenten noch einmal verringern. Bitter, da Twitter DAS Trump-Verbreitungsmedium ist. Aktuell hat der in dritter Ehe mit Melania Trump verheiratete Unternehmer knapp 89 Millionen Follower, die seinen Veröffentlichungen dort folgen. Auch, wenn etwa ein Weihnachtsgruß seiner Gattin komplett schief ging.

Auch YouTube hat es sich mit dem derzeit noch „mächtigsten Mann der Welt“ verscherzt: Dessen vermeintlicher Lieblingssender „One America News Network“ (OANN) wurde von der Video-Plattform gesperrt. Der Sender hat ein umstrittenes Medikament als Corona-Wundermittel angepriesen.

Donald Trump will Plattformen Twitter und Facebook herben Schlag verpassen

Unterdessen plant der US-Präsident einen Gegenschlag gegen die Mediengiganten Twitter und Facebook: Trump droht mit einer Blockade gegen den Verteidigungshaushalt, wenn ein Inhalt des entsprechenden Gesetzentwurfs nicht entfernt wird, es handelt sich um die „Section 230“, die in den 90er-Jahren ins Leben gerufen wurde. Sie besagt, dass die Webdienste nicht für Inhalte haftbar gemacht werden können, die durch Nutzer dort online gestellt wurden.

„Unser Land kann niemals sicher sein, wenn wir zulassen, dass sie bestehen bleibt“, schrieb der 74-Jährige weiter und bezeichnete die Klausel als „Haftungsabschirmungsgeschenk“ der USA an große Tech-Unternehmen. Außerdem erhebt Donald Trump heftige Vorwürfe an Facebook und vor allem Twitter: Warum blockieren die Internetriesen einen umstrittenen Artikel über die Bidens? Die Trump-Seite spricht von Zensur. (PF)

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