Fazit nach vier Jahren

Letzte Abrechnung mit Präsidenten: US-Bürger treten in Fox-Umfrage unerbittlich gegen Trump nach

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Nach vier Jahren Donald Trump ist Zeit für ein Fazit. Und so fragte der US-Sender Fox News traditionell nach dem Stimmungsbild im Land. Der scheidende US-Präsident erhält ein dürftiges Zeugnis.

Washington - Donald Trumps Tage als US-Präsident sind gezählt. Am 14. Dezember kamen die Wahlleute zusammen und gaben ihre Stimme für den siegreichen Kandidaten ab. Der als Formalie geltende Prozess ist einer der letzten Schritte für den neuen US-Präsidenten. Trumps Herausforderer bei der Wahl 2020, Joe Biden, wird am 20. Januar 2021 vereidigt. Dann ist Trumps Amtszeit offiziell passé.

Eine nun veröffentlichte Umfrage aus den USA lässt Donald Trump in ein schlechtes Licht rücken.

Donald Trump: Umfrage über US-Präsident - „einer der schlechtesten aller Zeiten“

Daher ist nun Zeit für ein Fazit. Vier Jahre Donald Trump haben die Menschen in den USA geprägt. In einer nun veröffentlichten Umfrage des US-Senders Fox News kommt der Republikaner nicht bei allen Menschen gut weg. Für einige ist der 74-Jährige gar „einer der schlechtesten Präsidenten aller Zeiten“.

Auf die Frage, wie Trump in Erinnerung bleiben wird, antworteten zwar 22 Prozent der Befragten, er sei „einer der besten Präsidenten der Geschichte.“ Immerhin sind dies mehr, als zu Amtsantritt 2016, als ihm nur elf Prozent diese Bezeichnung zugetraut hatten. 42 Prozent sind jedoch weniger von Trump begeistert und bescheinigen ihm den wenig glamourösen Titel „einer der schlechtesten Präsidenten der Geschichte.“ In der Umfrage nahm diese Antwortmöglichkeit die schlechteste Bezeichnung ein. Die Möglichkeit für „den schlechtesten Präsidenten“ zu stimmen, gab es nicht.

Wie beurteilen Sie Trumps Amtszeit als US-Präsident?Ergebnis der Fox-Studie
einer der besten Präsidenten aller Zeiten22 %
oberer Durschnitt16 %
Durschnitt10 %
unterer Durschnitt 8 %
einer der schlechtesten Präsidenten des Landes42 %
weiß nicht2 %

Mit 55 Prozent ist zudem mehr als die Hälfte der Meinung, den Vereinigten Staaten ergehe es derzeit schlechter als noch vor vier Jahren, als Trump Barack Obama als US-Präsident beerbt und sich gegen Hillary Clinton durchgesetzt hatte. Wie bewerten eigentlich Sie Trumps Zeit als mächtigster Mann des Landes. Stimmen Sie ab.

Donald Trump: Mehr als ein Drittel der Republikaner denkt, US-Wahl sei „gestohlen“

Darüber hinaus ist sich die Mehrheit der Befragten sicher, dass die US-Wahl 2020 legal abgelaufen ist. 58 Prozent denken, dass die Präsidentschaftswahl nicht manipuliert worden sei. Unterteilt man diese Frage nach Parteizugehörigkeit, fällt auf, dass republikanische Anhänger eher von Ungereimtheiten ausgehen als Demokraten. 68 Prozent von ihnen behaupten, die Wahl sei „gestohlen“.

Trump selbst befeuert solche Gerüchte weiterhin. Am Sonntag (13. Dezember) sprach der scheidende Präsident auf Twitter von der „korruptesten Wahl der US-Geschichte.“ Twitter selbst markierte den Beitrag mit einem Warnhinweis. Für einen großflächigen Wahlbetrug gibt es nach wie vor keinerlei Belege. Mehrere Gerichte haben entsprechende Klagen abgewiesen. Fest steht hingegen: Trumps Bemühungen, den Wahlausgang zu kippen, haben in den USA tiefe Risse hinterlassen. 56 Prozent der Befragten glauben, dass dadurch die Demokratie geschwächt wurde.

Donald Trump: vier Jahre US-Präsident - Lob für Wirtschaft, Kritik für Corona-Management

Beim Blick auf das von Trump erreichte, erhält der Republikaner Lob für die vorangetriebene Wirtschaft. 52 Prozent konstatieren dem Republikaner hier gute Leistungen. Eine große Rolle bei der Entscheidung habe dabei gespielt, dass es vor der Corona-Pandemie rekordverdächtig niedrige Arbeitslosenzahlen im Land gab. Beim Stichwort Corona sieht es für Trump wiederum schlecht aus. Die Mehrheit der Befragten missbilligt Trumps Umgang mit der Pandemie ebenso wie sein Handeln in der Einwanderungspolitik sowie dem generellen Gesundheitswesen.

Bleibt abschließend die Frage, ob Trump 2024 womöglich erneut zur Wahl antritt. Es gab bereits entsprechende Gerüchte. Allerdings geben 56 Prozent der Befragten an, nicht an einer erneuten Kandidatur Trumps interessiert zu sein. Vier Jahre Trump reichen offenbar. (as)

*Anmerkung zu den Ergebnissen: Die Studie wurde vom 6. bis 9. Dezember 2020 in Form von Interviews durchgeführt. Mit in die Arbeit aufgenommen wurde eine nationale Zufallsstichprobe von 1.007 registrierten Wählern. Festnetz- (239) und Mobiltelefonnummern (768) wurden zufällig ausgewählt, wobei die Wahrscheinlichkeit proportional zur Größe ist. Das bedeutet, dass die Telefonnummern für jeden Staat proportional zur Anzahl der Wähler in jedem Staat sind. Die ausführlichen Studienergebnisse können Sie hier einsehen.

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/AP/dpa

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