Blockade-Kurs der US-Regierung

Nach US-Wahl: Joe Biden attackiert Donald Trump - „Das ist nichts weniger als verantwortungslos“

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
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Joe Biden will endlich als US-Präsident loslegen. Bis zur Vereidigung am 20. Januar muss sich der Demokrat aber noch mit Donald Trump herumschlagen. Der Konflikt dauert an.

  • Wohl noch nie war die Amtsübergabe in den USA so kompliziert wie aktuell.
  • Am 20. Januar 2021 wird Joe Biden als US-Präsident vereidigt.
  • Donald Trump legt ihm weiter Steine in den Weg - und wird dafür vom Demokraten attackiert.

Wilmington - Die Tage bis zur Vereidigung werden weniger. Am 20. Januar 2021 wird Joe Biden offiziell ins Amt des US-Präsidenten eingeführt. Vier Jahre Donald Trump sind dann endgültig Geschichte. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich der im November zum Staatsoberhaupt gewählte Demokrat nach diesem Tag sehnt. Scheint sein Widersacher damit doch ein für allemal geschlagen.

USA: Joe Biden attackiert Donald Trump: „Das ist nichts weniger als verantwortungslos“ 

Denn aktuell hört der Präsident noch auf den Namen Donald Trump, was der Republikaner zuletzt regelrecht ausgekostet hatte. Erst mit drei Wochen Verzögerung leitete der 74-Jährige den Präsidentschaftsübergang ein und behauptet nach wie vor, der eigentliche Sieger der „korruptesten Wahl der US-Geschichte“ zu sein. Wohl auch aufgrund des zunehmenden Gegenwindes aus den eigenen Reihen lenkte Trump zuletzt etwas ein. Von einer reibungslosen Amtsübergabe könne dennoch keine Rede sein. Das wurde auf einem Pressetermin Joe Bidens eindrucksvoll deutlich.

Der 78-Jährige wirft Trump und dessen Regierung weiterhin eine Blockade des Übergabeprozesses vor. In den entscheidenden Angelegenheiten der nationalen Sicherheit würden Biden wichtige Informationen vorenthalten werden. „Straßensperren“ in der Kommunikation zwischen Behördenmitarbeitern und seinem Team würden die Sicherheit der Bevölkerung gefährden, wie Biden in seiner Heimatstadt Wilmington im US-Bundesstaat Delaware beklagte. „Das ist meiner Ansicht nach nichts weniger als verantwortungslos.“

Joe Biden sprach am 28. Dezember in Wilmington über den Blockade-Kurs der Trump-Regierung. Für diesen habe der gewählte Präsident kein Verständnis.

USA: Biden attackiert Trump - der twittert weiterhin über die US-Wahl

Außerdem seien Bidens Berater der festen Überzeugung, dass wichtige US-Behörden während Trumps Amtszeit enormen Schaden erlitten hätten. „Viele von ihnen wurden personell, in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Moral ausgehöhlt“, erklärte der frühere Senator Delawares. Es ist nicht das erste Mal, dass Biden seinen Kontrahenten und dessen Regierung attackiert. In der Vergangenheit beklagte der Demokrat immer wieder, das Verteidigungsministerium würde obligatorische Briefings streichen und Dokumente zurückhalten. Das Pentagon wies die Anschuldigungen indes zurück.

Und Trump? Der will seine Wahlniederlage offenbar immer noch nicht akzeptieren. Am Montag sprach er einmal mehr von Ungereimtheiten während der US-Wahl: „In Pennsylvania gab es 205.000 Stimmen mehr als Wähler. Das allein bringt den Staat zu Präsident Trump.“ Seine ohne Belege in den Raum geworfenen Erkenntnisse verkaufte Trump als „Breaking News“. Wie alle Trump-Tweets zum Wahlausgang versah Twitter den Beitrag mit einem Warnhinweis, in dem darauf hingewiesen wird, dass Biden offizieller Sieger ist.

USA: Biden spricht von Wiedergutmachung nach Trump - „riesiges Vakuum“

Beobachter vermuten, die US-amerikanische Demokratie habe durch Trumps Verhalten nach der Wahl tiefe Risse bekommen. Auch Biden schlug nun in eine ähnliche Kerbe. Nach vier Jahren Trump hätten die USA im Verhältnis zu internationalen Verbündeten einiges wiedergutzumachen. Derzeit gebe es ein „riesiges Vakuum“. Die künftige Regierung müsse das Vertrauen einer Welt zurückgewinnen, „die begonnen hat, Wege zu finden, um uns herumzuarbeiten oder ohne uns zu arbeiten“. Biden versprach: „Wir werden unsere Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, um die freie Welt anzuführen.“ (as)

Rubriklistenbild: © Biden Transition TV via CNP /MediaPunch (imago)

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