+
Sie will Donald Trump in die Schranken weisen: Summer Zervos verklagt den künftigen US-Präsidenten wegen Verleumdung.

„Unerwünschte Annäherungen“

Wegen Verleumdung: Mutmaßliches Opfer verklagt Donald Trump 

Los Angeles - Eine der Frauen, die Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump erhoben haben, hat den künftigen US-Präsidenten wegen Verleumdung verklagt - doch es geht ihr nichts ums Geld.

Zudem gehe Summer Zervos wegen Ausnutzung einer "emotionalen Notlage" gegen Trump vor, sagte ihre Anwältin, Gloria Allred, am Dienstag in Los Angeles, drei Tage vor der Amtseinführung des 45. US-Präsidenten.

Summer Zervos sei Opfer "unerwünschter Annäherungen" Trumps geworden, sagte Allred bei der Pressekonferenz. Der Immobilienmilliardär habe später die Vorwürfe abgestritten und behauptet, er habe "Zervos niemals in sein Hotelzimmer eingeladen" und dass die "Vorfälle niemals stattgefunden" hätten. Trump habe seine Machtposition ausgenutzt, um "Zervos und andere Frauen zu verunglimpfen" und ihnen "vorsätzlich zu schaden".

Zervos ist nicht auf finanzielle Entschädigung aus

Die 42-jährige Zervos erklärte, sie habe bei einer Pressekonferenz vor rund zwei Monaten Trump aufgefordert, seine Behauptungen zurückzunehmen. Das habe er nicht getan und ihr damit keine andere Wahl gelassen, als ihren Ruf auf diese Weise wieder herzustellen. Sie sei aber "ohne finanzielle Entschädigung sofort bereit, ihre Klage zurückzuziehen, wenn er seine falschen Erklärungen zurücknimmt". Mit der Klage ist die Forderung einer Entschädigungszahlung in unbekannter Höhe für "emotionale Schäden und wirtschaftliche Verluste" verknüpft.

Zervos, eine frühere Kandidatin in Trumps Fernsehshow "The Apprentice", hatte Trump vor seiner Wahl zum US-Präsidenten vorgeworfen, sie 2007 bei einem Treffen in einem Hotel in Beverly Hills sexuell bedrängt zu haben. Bei dem Gespräch, bei dem es eigentlich um einen Job für sie gehen sollte, habe Trump sich gegen ihren Willen an sie gedrückt und ihre Brust angefasst. Trump hatte die Vorwürfe und ähnliche Schilderungen mehrerer anderer Frauen als "Lügen" zurückgewiesen.

Nicht der erste Ausrutscher von Donald Trump

Die Frauen waren im Oktober an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem ein Video von 2005 mit sexistischen Äußerungen Trumps veröffentlicht worden war. Der ehemalige Reality-TV-Star prahlt darin damit, dass er sich erlauben könne, Frauen ohne Umschweife zu küssen und ihnen zwischen die Beine zu fassen. Trump entschuldigte sich für die Äußerungen, tat sie aber als "Umkleidekabinen-Gespräch" ab.

AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Türkische Behörden verhindern Gay-Pride-Marsch in Istanbul
Der Istanbuler Gouverneur verbietet die jährliche Schwulen-und Lesbenparade wegen Sicherheitsbedenken. Aktivisten, die dennoch demonstrieren wollen, hält die Polizei …
Türkische Behörden verhindern Gay-Pride-Marsch in Istanbul
"Stop Tihange" - Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer
Eine Menschenkette durch drei Länder. Im Grenzgebiet von Belgien, Deutschland und den Niederlanden geben sich Zehntausende die Hand. Ihre Forderung: Das Atomkraftwerk …
"Stop Tihange" - Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer
Albaniens Bevölkerung stimmt über neues Parlament ab
Albanien gehört zu den ärmsten Staaten Europas. Seit 2014 ist das Land offizieller EU-Beitrittskandidat. Die beiden größten Parteien wollen das Land nun in die Union …
Albaniens Bevölkerung stimmt über neues Parlament ab
Katar-Krise spitzt sich zu
Ein Katalog mit 13 ultimativen Forderungen an Katar macht deutlich, worum es in dem Konflikt auch geht: den Führungsanspruch Saudi-Arabiens in der Region. Das Emirat …
Katar-Krise spitzt sich zu

Kommentare