US-Präsident mit Fake-News-Tirade

Donald Trump hetzt eigene Anhänger auf Witwe von Steve Jobs: „Ruft sie an, schreibt ihr!!!“

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Zeigt er angesichts der negativen Berichterstattung Nerven? US-Präsident Donald Trump twittert nach Vorwürfen erneut in Großbuchstaben und mit zahlreichen Ausrufezeichen.

  • US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter die Witwe von Apple-Gründer Steve Jobs angegriffen.
  • Vorangegangen war ein Medienbericht, dass Trump auf einer Frankreich-Reise gefallene US-Soldaten schwer beleidigt haben soll.
  • Zu der Frankreich-Reise wurden indessen neue Details bekannt.

Washington - Das klingt nach einem Aufruf zum Mobbing: US-Präsident Donald Trump* hat einen Tweet abgesetzt, der auf Deutsch lautet: „Steve Jobs wäre nicht glücklich wenn er wüssten, dass seine Witwe das geerbete Geld für ein untergehendes linksradikales Magazin verprasst, das von einem Tölpel (Goldberg) geleitet und FAKE NEWS und HASS verbreitet. Ruft sie an, schreibt ihr, lasst sie wissen, wie ihr euch fühlt!!!“ Die Witwe von Apple*-Gründer Steve Jobs* ist Laurene Powell Jobs.

Was ist die Vorgeschichte? Das US-Magazin The Atlantic hatte einen hohe Wellen schlagenden Artikel darüber publiziert, dass Trump im Zweiten Weltkrieg gefallene US-Soldaten als „Trottel" bezeichnet haben soll.

Donald Trump hetzt gegen Witwe von Steve Jobs - Wut wegen vielbeachtetem „Trottel“-Soldaten-Artikel

Der TV-Host Charlie Kirk hatte zuvor getwittert, die Witwe des iPhone*-Einführers habe „mindestens 500.000 US-Dollar“ an das Joe-Biden-Team im Wahlkampf für die US-Wahl 2020* gespendet - und vielsagend hinzugefügt: „Wusstet ihr, dass ihr ein Mehrheitsanteil des Atlantic gehört?“ Diese Provokation drückte bei Trump offenbar alle Knöpfe.

Die Milliardärin Laurene Powell Jobs erbte nach dem Tod des Apple-Gründers 2011 sein Vermögen. 2017 kaufte sie der New York Times zufolge die Mehrheit der Aktien des seit mehr als 160 Jahre bestehenden US-Magazins The Atlantic. Sie ist Anhängerin der US-Demokraten und spendete 2016 zwei Millionen US-Dollar für den Wahlkampf der damaligen Trump-Herausforderin Hillary Clinton. Über die aktuelle Wahlkampf-Spende an Biden berichtete ebenfalls die renommierte US-Zeitung New York Times.

Trumps aufsehenerregende Frankreich-Reise: Ist er ein Kunst-Freund? Juristen waren unter Druck

Zu der Frankreich-Reise Trumps, auf der sein „Trottel-“Kommentar gefallen sein soll, hat die Nachrichtenagentur Bloomberg unterdessen neue Details geliefert: Statt einen US-Militärfriedhof zu besuchen, habe sich Trump demnach bei dem Besuch im November 2018 länger in der Residenz des US-Botschafters in Paris aufgehalten. Im Hôtel de Pontalba habe er mehrere Kunstwerke bewundert - und sie anschließend in der Air Force One nach Washington mitgenommen.

Trumps Sprecher Judd Deere bestätigte die Mitnahme der Kunstwerke. Trump habe sie nach Washington mitgenommen, um sie an „prominenter“ Stelle im Weißen Haus auszustellen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Laut dem Bloomberg-Bericht hatte Trump mit seiner spontanen Entscheidung damals allerdings durchaus für Stirnrunzeln gesorgt. Juristen des US-Außenministeriums überprüften demnach eilig, ob er die Kunstwerke überhaupt mitnehmen durfte. Sie gaben demnach aber grünes Licht, weil sie ohnehin im Besitz der US-Regierung sind. Laut Bloomberg handelte es sich unter anderem um ein Porträt und eine Büste von US-Gründungsvater Benjamin Franklin. (frs)

Im Interview mit der Ippen-Digital-Zentralredaktion hat ein Politikwissenschaftler unterdessen Bilanz über vier Jahre Trump gezogen - er sieht wichtige Lehren auch für Deutschland. *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Wie schon 2018 wird Donald Trump auch 2021 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen - da darf ein Seitenhieb auf Barack Obama natürlich nicht fehlen. Zudem enthüllen Audio-Mitschnitte, dass der US-Präsident die Corona-Gefahr wissentlich heruntergespielt hat. Unterdessen wies ein Bestseller-Autor eine These Trumps zu den Waldbränden in den USA zurück.

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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