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Manfred Weber wird CSU-Vize.

Direktorat wird neu geordnet

Auf Drängen von Seehofer: Manfred Weber wird CSU-Vize

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München - Auf massives Drängen von Horst Seehofer wird nun der Niederbayer Manfred Weber CSU-Vize - den Bezirksvorsitz muss er abgeben.

In Unternehmen hätte man das früher abschätzig "Frühstücksdirektoren" genannt, in der CSU heißt es: Parteivize. Wer Horst Seehofers Stellvertreter ist, hat zwar einen protokollarisch hohen Platz, allein daraus leitet sich aber kaum Macht ab. Seehofer selbst wies früher gern hämisch darauf hin, wie einflusslos die Vizes sind. Nun ordnet er sein Direktorat neu.

Vier Posten gibt es dafür, nach allerlei Proporz austariert. Bisher durften die Fränkin Barbara Stamm, Protestant Christian Schmidt, Oberbayer Peter Ramsauer und Münchner Peter Gauweiler den Parteichef vertreten. Die beiden Peters sind gegangen, bedingt freiwillig. Das neue Quartett, das Seehofer auf dem Parteitag im November zur Wahl stellen will, bilden Stamm, Schmidt, der Niederbayer Manfred Weber und die Oberbayerin Angelika Niebler. Das bestätigte Seehofer nun parteiintern.

Überraschend daran ist Webers Wechsel. Er ist seit 2008 Bezirksvorsitzender in Niederbayern – das ist zwar weniger wohlklingend, aber einflussreicher. Den Posten muss Weber dann laut Satzung räumen. Für ihn sieht das ein bisschen ungünstig aus, er hatte noch im April einen Wechsel strikt abgelehnt.

Weber argumentiert nun, Seehofer habe ihn seit Wochen bearbeitet. Der Parteichef wolle die Außenpolitik in der CSU-Spitze stärken. In Weber begann „ein längerer Reifeprozess“. Den Draht in die Heimat werde er schon nicht verlieren, glaubt der in Straßburg und Brüssel sehr einflussreiche EVP-Fraktionschef. Weber will sich außerdem zunächst noch einmal als Bezirkschef bestätigen lassen und erst nach einer Wahl zum Seehofer-Vize im November den Posten hergeben. Wer ihm folgen könnte, lässt er offen. Insider handeln den Landräte-Chef Christian Bernreiter.

In der Partei stößt Seehofers Personaltableau auf unterschiedliche Reaktionen. Ex-Parteichef Erwin Huber lobt das als Beitrag „zur Verjüngung, Modernisierung und Pro-Europa-Profilierung“ der CSU: „Weber ist ein kompetenter, grundsatzfester und dialogfähiger Politiker mit Zukunft.“ Huber hatte seinen niederbayerischen Kollegen früh vorgeschlagen. Vorteil für Weber: Sein klarer Pro-Europa-Kurs, ganz anders als einst bei Gauweiler, ist nun gestärkt. Der sonst oft zurückhaltende 42-Jährige beansprucht nun auch sehr offensiv „den Deutungsanspruch über diesen Bereich der CSU-Politik“.

Andere in der Partei reagieren reservierter. Die Europaabgeordneten seien nun überrepräsentiert in der CSU-Spitze, heißt es: „Wo sind die tausende von Kommunalpolitikern in der CSU?“ Bis vor einigen Jahren war im engsten Seehofer-Team ein Kommunalpolitiker. Auch der große Bezirksverband Schwaben dürfte mäßig begeistert sein, er berät sich heute dazu.

Wer nun wie wichtig in der CSU-Spitze wird, ist offen. Seehofers Werben für Weber kann zwar als Signal gewertet werden, dass er auch ihn gerne in der Riege der Kronprinzen haben würde. Ein großer Schritt übrigens für Seehofer, der vor Jahren die Junge Union unter Webers Führung als „Ichlinge“ geschmäht hatte. Insgesamt will Seehofer aber ein ganzes „Kompetenzteam“ um sich herum scharen, darin auch die wichtigen Bezirksvorsitzenden Markus Söder und Ilse Aigner. „Jour fixe“ nennt er die Runde, die die Wahlkämpfer 2017 und 2018 vorbereiten soll.

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