Zahl der Angriffe geht zurück

Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Drei Männer festgenommen

Mitten in der Nacht bricht das Feuer aus. Schnell wird klar: Der Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Lemgo war kein Zufall. Eine erste heiße Spur erweist sich jedoch als falsch.

Lemgo - Nach einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Lemgo sind drei zunächst festgenommene Männer wieder auf freiem Fuß. „Der Anfangsverdacht hat sich nicht bestätigt“, teilte Oberstaatsanwalt Christopher Imig am Freitag mit. Die drei Männer waren in der Nähe der Unterkunft festgenommen worden. Wegen eines möglicherweise fremdenfeindlichen Hintergrunds ist der Staatsschutz eingeschaltet.

Unbekannte hatten im unbewohnten Erdgeschoss des Gebäudes am frühen Freitagmorgen gegen 1.40 Uhr eine Matratze in Brand gesteckt, wie die Polizei Bielefeld mitteilte. Die Bewohner schliefen im ersten und zweiten Stock des ehemaligen Hotels und wurden durch einen Brandmelder aufgeweckt. Ein 26 Jahre alter Bewohner löschte das Feuer und kam mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. „Der Brand konnte relativ leicht gelöscht werden“, sagte eine Sprecherin.

Bericht: Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte geht zurück

Dennoch ist die allgemeine Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte in Deutschland nach Informationen der "Welt" in diesem Jahr rückläufig. Wie die Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) berichtet, wurden bis Mitte Juni bundesweit rund 127 entsprechende Vorfälle registriert. In den beiden Vorjahren lagen die Werte demnach deutlich höher: 2016 wurden im gesamten Jahr 995 Straftaten gegen Asylunterkünfte verzeichnet. Im Jahr 2015 waren es bundesweit 1031.

Für 118 der 127 Übergriffe in diesem Jahr macht das BKA laut "Welt"-Vorabmeldung vom Freitag rechtsmotivierte Täter verantwortlich. Auch bei den anderen neun Taten könne eine politische Motivation allerdings noch nicht ausgeschlossen werden. Außerdem seien die Zahlen noch nicht abschließend.

In 24 Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um Gewalt-, in 38 Fällen um Propagandadelikte. 28 Mal hätten die Behörden Sachbeschädigungen registriert, elf Mal habe es Brandstiftungen gegeben. In zwei Fällen sei Sprengstoff zur Explosion gebracht worden.

dpa/AFP

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