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Die Bremer Uni war einer der Sieger in der zweiten sogenannten Exellenzinitiative. Foto: Ingo Wagner/Archiv

Drei Programme, viele Milliarden: Warmer Regen für Unis

Am Ende ist es noch mal eng geworden für die "Exzellenzstrategie". Doch nun haben Bund und Länder einen Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können. Die deutsche Wissenschaft darf sich auf einen Geldsegen für ihre besten Forscher freuen.

Berlin (dpa) - Mit einer neuen "Exzellenzstrategie" fördern Bund und Länder Spitzenforschung an zunächst elf Hochschulen ab 2019 mit gut einer halben Milliarde Euro jährlich. Das Eliteprojekt war zuletzt noch einmal in Gefahr geraten.

Das Land Hamburg hatte Widerstand geleistet, und in der Schlussrunde war Einstimmigkeit der Regierungschefs erforderlich. Der im Berliner Kanzleramt gefundene Kompromiss traf auf Zustimmung in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Exzellenzstrategie folgt der 2006 gestarteten, bisher 4,6 Milliarden Euro teuren Exzellenzinitiative.

Auch das rot-grün regierte Hamburg zeigte sich zufrieden. Die grüne Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sagte über den Kompromiss, der eine erhöhte Dynamik bei der künftigen Kür von Exzellenz-Universitäten zum Ziel hat: "Das ist eine gute Lösung." Hamburg sei wichtig gewesen, "dass Unis, die sich anstrengen, aufsteigen können". Die Hochschulen hätten nun Planungssicherheit. Hamburg sieht nun auch bessere Chancen für seine Hochschulen.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die neue Exzellenzstrategie sei ihr "zentrales Projekt im Hochschulbereich in dieser Legislaturperiode". Sie freue sich, dass in der Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Gesamtpaket für Universitäten und Hochschulen beschlossen worden sei. Finanziert wird das Elite-Programm in Höhe von 533 Millionen Euro zu drei Vierteln vom Bund und zu einem Viertel von den Ländern.

Der Kompromiss sieht vor, dass die elf Elite-Hochschulen der ersten Förderphase nach sieben Jahren gründlich evaluiert werden. Dann dürften einige Unis aus dem Exzellenzprogramm herausfallen, meinte Wanka. Frei werdende Plätze würden ausgeschrieben - in jedem Fall sollten aber vier Hochschulen neu zum Zuge kommen. Damit sei auch die von Hamburg geforderte Dynamik im System gewährleistet.

Wanka räumte ein, sie hätte auch mit weniger Exzellenz-Unis leben können. Doch nun gebe es die realistische Chance, dass die deutsche Hochschulforschung "in die Weltklasse" aufrücke. Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) lobte die neue "Förderarchitektur" für die Top-Hochschulen: "Wir sehen uns hier in der Position der Unions-Wissenschaftsminister bestätigt, da die Förderstrategie auf Dauerhaftigkeit angelegt ist."

Außerdem stimmten die Regierungschefs dem Programm "Innovative Hochschule" für kleinere Unis und Fachhochschulen sowie dem Pakt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit 1000 sogenannten Tenure-Track-Stellen unterhalb der Professorenebene zu. Dafür nehmen Bund und Länder insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in die Hand.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, äußerte sich erleichtert über die Einigung. "Die Hochschulen stehen bereit, die Herausforderungen der drei Wettbewerbe anzunehmen. Sie sehen sie trotz aller Kritik an einzelnen Regelungen durchaus als Chance, das deutsche Hochschulsystem stärker und international wettbewerbsfähiger zu machen." Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat begrüßten "einen dringend erwarteten Impuls für die weitere Förderung und Stärkung der Spitzenforschung".

Die Dachverbände von Arbeitgebern und Industrie, BDA und BDI, nannten die Projekte "gut und wichtig". Nun seien "die Länder gefordert, die in ihrer Verantwortung liegenden Hochschulen ausreichend zu finanzieren". Beim Exzellenzprogramm für die Unis "sollte der Gedanke des Transfers in die Wirtschaft größere Bedeutung erhalten".

Bundesforschungsministerium zur Exzellenzinitiative

Evaluationsbericht der Imboden-Kommission (pdf)

Pressemitteilung GWK vom 22.4.2016

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