+
Feuerwehrleute stehen vor dem Einkaufszentrum Centro Andino. Foto: Ricardo Mazalan

Terror im Einkaufszentrum

Drei Tote bei mutmaßlichem Terroranschlag in Bogotá

Das Einkaufszentrum Centro Andino in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ist bei Einheimischen und Touristen beliebt. Es ist voll, als es plötzlich auf einer Damentoilette zu einer lauten Explosion kommt.

Update vom 20. Juni 2017: In Brüssel ist es am Dienstagabend zu einer Explosion gekommen, woraufhin der Hauptbahnhof gesperrt worden ist.

Bogotá (dpa) - Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag im bekanntesten Einkaufszentrum der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind drei Frauen getötet worden. Zudem gab es mindestens neun Verletzte, wie die Behörden bekanntgaben.

Bürgermeister Enrique Peñalosa sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem "feigen Terroranschlag im Centro Andino". Eine der Toten sei eine 23 Jahre alte Französin, die in Bogotá einen Freiwilligendienst in einer Schule absolviert habe.

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Nach offiziellen Angaben kam es in einer Frauentoilette im zweiten Stock zu einer Explosion. Zu dem Zeitpunkt sollen sich am Samstagabend (Ortszeit) rund 500 Personen in der Umgebung aufgehalten haben. Das Centro Andino wurde danach geräumt.

Das Einkaufszentrum im Norden Bogotás beherbergt Dutzende Geschäfte mit westlichen Marken, Restaurants und Kinos und ist bei der Ober- und Mittelschicht beliebt.

Früher gab es im Zuge des Konfliktes zwischen Staatsmacht und linker Guerilla in den Metropolen des südamerikanischen Landes immer wieder schwere Terroranschläge mit Toten. Aber in den vergangenen Jahren blieben Zivilisten dort davon weitgehend verschont. Das erklärte Ziel der Regierung ist es, einen vollständigen Frieden zu erreichen.

Während die mit fast 7000 Kämpfern größte Guerillagruppe Farc nach über 50 Jahren Kampf derzeit unter UN-Kontrolle die Waffen niederlegt, gibt es mit der kleineren ELN-Guerilla noch keinen Waffenstillstand. Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos ordnete an, dass der Chef der kolumbianischen Polizei, General Jorge Hernando Nieto, die Ermittlungen übernehmen und leiten soll.

Zuletzt hatte es im Februar in Bogotá einen Anschlag gegeben. Bei der Attacke waren 20 Polizisten und zehn weitere Personen verletzt worden, ein Polizist erlag später seinen Verletzungen. Zu dem Anschlag bekannte sich später eine Zelle der ELN. Die Polizeieinheiten würden soziale Proteste unterdrücken, hieß es zur Begründung. "Mit Attentaten gegen Bürger und öffentliche Sicherheitskräfte erreicht man keinen Waffenstillstand", kommentierte damals Innenminister Juan Fernando Cristo.

Bericht El Tiempo

Bürgermeister bei Twitter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frauke Petry gegen Neuwahlen - das schlägt sie stattdessen vor
Die FDP hat einer Jamaika-Koalition den Todesstoß verpasst. Auch am Dienstag streiten die Parteien, wer der Schuldige ist - und ob es Neuwahlen geben soll. Alle News in …
Frauke Petry gegen Neuwahlen - das schlägt sie stattdessen vor
US-Luftangriff tötet mehr als 100 IS-Kämpfer
Bei einem Angriff der US-Luftwaffe in Somalia sind nach Militärangaben mehr als 100 Kämpfer der islamistischen Terrororganisation Al-Shabaab getötet worden.
US-Luftangriff tötet mehr als 100 IS-Kämpfer
Jamaika und die Folgen: Müssen für eine Lösung Köpfe rollen?
Nach dem Jamaika-Aus sind die Fronten aller Orten verhärtet. Um die Parteien wieder an einen Tisch zu bringen, könnten Personalwechsel nötig sein - kaum ein Polit-Promi …
Jamaika und die Folgen: Müssen für eine Lösung Köpfe rollen?
Was ist eine Minderheitsregierung und wie funktioniert sie?
Nach dem Jamaika-Aus kommt jetzt die Frage nach einer Minderheitsregierung auf. Doch was ist das und wie funktioniert sie? Das müssen Sie wissen.
Was ist eine Minderheitsregierung und wie funktioniert sie?

Kommentare