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Während einer öffentlichen Veranstaltung über die Meinungsfreiheit kam es am Samstag in Kopenhagen zu einer Schießerei.

Ein Toter und mehrere Verletzte 

Anschlag in Dänemark: Fahndungsfoto veröffentlicht

Kopenhagen - Bei einer Schießerei in Kopenhagen ist eine Person getötet worden. Drei Polizisten wurden verletzt. Die Schüsse fielen während einer Veranstaltung über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit.

Terroralarm in Kopenhagen: Bei einer Schießerei in der dänischen Hauptstadt sind laut Polizei ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Die Schüsse seien am Samstag während einer Veranstaltung über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit gefallen; sie galten offensichtlich dem schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach den Tätern und hat ein Foto auf Twitter veröffentlicht:

Nach dem blutigen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, bei dem im Januar zwölf Menschen getötet worden waren, lösten die Schüsse in Kopenhagen Panik aus. Zeitweise herrscht Chaos im Umfeld des Tatortes.

Laut dänischen Medien sollen die Täter von außen mit automatischen Waffen auf das Kulturzentrum gefeuert haben, in dem die Diskussion stattfand. In den Fenstern des Hauses waren zahlreiche Einschusslöcher zu sehen. Die Angreifer sollen mit einem dunklen VW Polo geflüchtet sein. Später wurde der verlassene Wagen angeblich in der Nähe des Kulturzentrums gefunden. 

Französischer Außenminister ebenfalls im Gebäude

Die Polizei fahndet in ganz Dänemark nach den Tätern. An den Hauptausfallstraßen Kopenhagens wurden Straßensperren errichtet. Auch die Kontrollen an den Landesgrenzen wurden erheblich verschärft, hieß es. Die Bundespolizei ist ebenfalls an der Fahndung beteiligt

Zu den Rednern bei der Veranstaltung gehörte auch Vilks. Der französische Botschafter François Zimeray war ebenfalls dabei. "Sie haben uns von außen beschossen. Dahinter steckte dieselbe Absicht wie bei 'Charlie Hebdo' - außer, dass es ihnen nicht gelang hereinzukommen," berichtete Zimeray telefonisch der Nachrichtenagentur AFP, während er sich noch in dem Gebäude versteckte. Kugeln seien durch Türen gedrungen, alle Anwesenden hätten sich auf den Boden geworfen und seien dann aus dem Saal geflüchtet. Der Botschafter schätzte, dass mindestens 50 Schüsse gefallen seien, die Polizei sprach nach seinen Angaben von rund 200 Schüssen. Auch Vilks blieb den Angaben zufolge unverletzt. Er soll sich in einem Kühlraum versteckt gehalten haben.

Vilks nicht zum ersten Mal im Visier von Extremisten

Zimeray und Vilks blieben bei den Anschlag unverletzt. Der Karikatirust soll sich in einem Kühlraum versteckt gehalten haben. Vilks war bereits mehrfach Ziel von Extremisten. Im Mai 2010 warfen zwei Männer Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des Mohammed-Karikaturisten.

2007 war auf den Zeichner im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150 000 Dollar ausgesetzt worden. Der schwedische Künstler hatte eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt.

Im Januar 2014 wurde in den USA die Amerikanerin Colleen LaRose alias „Dschihad Jane“ zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit islamistischen Verschwörern Vilks töten wollte. Das Mordkomplott wurde damals nicht ausgeführt. LaRose sei 2008 zwar nach Europa gereist, aber ein Treffen mit den Drahtziehern der Verschwörung kam nicht zustande, hieß es. Die Frau sei dann in die USA zurückgekehrt und später festgenommen worden.

Regierung spricht von Terrorakt

Der französische Außenminister Laurent Fabius verurteilte den "Terrorangriff" in aller Schärfe. Der Elysée-Palast kündigte an, dass sich der Innenminister Bernard Cazeneuve an den Tatort begeben werde. Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt telefonisch "Frankreichs Solidarität" zu.

Die dänische Regierung geht bei dem Angriff auf eine Diskussionsveranstaltung in Kopenhagen von einem Terrorakt aus. „Alles deutet darauf hin, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen und deswegen ein Akt des Terrorismus sind“, sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt am Samstagabend in Kopenhagen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der dänische Zeichner Kurt Westergaard verurteilten den Anschlag ebenfalls.

dpa/AFP/sr

Schießerei in Kopenhagen: Ein Toter, drei Verletzte

Zwei Tote bei Attentaten in Kopenhagen

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