Begleitet von Protesten und Kritik ist vor der Dresdner Frauenkirche am Dienstag ein Kunstprojekt eines syrischen Künstlers eingeweiht worden.
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Begleitet von Protesten und Kritik ist vor der Dresdner Frauenkirche am Dienstag ein Kunstprojekt eines syrischen Künstlers eingeweiht worden.

Proteste und heftige Kritik

Bus-Skulptur in Dresden eingeweiht - OB Hilbert verteidigt Errichtung

Dresden - Dresden ringt schon lange um das richtige Gedenken an die eigene Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Opfer-Mythos, Neonazi-Aufmärsche und Gegendemos machen würdiges Erinnern schwer. Das Projekt eines syrischen Künstlers sorgt im Vorfeld des 72. Jahrestages für Wirbel.

Begleitet von Protesten ist vor der Dresdner Frauenkirche am Dienstag ein Kunstprojekt des Deutsch-Syrers Manaf Halbouni offiziell eröffnet worden. Die Installation aus drei Buswracks erinnert an das zerstörte Aleppo und ein Bild aus der syrischen Stadt, das im März 2015 um die Welt ging. Im Ostteil der Stadt hatten damals Zivilisten Buswracks wie eine Mauer zum Schutz vor Scharfschützen aufgerichtet.

Das Kunstwerk solle ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit setzen, teilte das Kunsthaus Dresden mit. Es stelle "eine Verbindung zwischen den Menschen und Schicksalen im Nahen Osten und in Europa" dar und symbolisiere "das Leid und die unaussprechlichen Verluste, aber auch die Hoffnung auf Wiederaufbau und Frieden".

Die Aktion steht im Zusammenhang mit dem Dresdner Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt. Am 13. Februar wird in der sächsischen Landeshauptstadt mit zahlreichen Veranstaltungen und einer Menschenkette an die Zerstörung durch alliierte Bomber vor 72 Jahren erinnert.

Zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 hatten alliierte Bomberverbände tausende Sprengsätze und Brandbomben über Dresden abgeworfen. Rund 25.000 Menschen wurden damals getötet, weite Teile der historischen Altstadt zerstört. Die später wieder aufgebaute Frauenkirche gilt heute als Symbol für Frieden und Versöhnung.

Dresdens OB Hilbert: Kunstwerk „große Bereicherung“ für die Stadt

Bei der Eröffnung der Installation und der Rede von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) waren "Hau ab"- und "Buh"-Rufe zu hören, aber auch "Bravo"-Rufe. Die AfD und die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung, die seit Oktober 2014 in Dresden fast wöchentlich auf die Straße geht und Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge, Politiker und Medien macht, hatten die Kunstaktion bereits im Vorfeld kritisiert und unter anderem als "Missbrauch der Kunstfreiheit", "Schrottplatz" und "Schande" bezeichnet.

Hilbert bezeichnete das Kunstwerk hingegen als "große Bereicherung" für die Stadt. Es bedürfe manchmal "ungewöhnlicher Mittel", einem das Weltgeschehen vor Augen zu führen. Die Skulptur erinnere die Dresdner daran, "dass auch in unserer Stadt Menschen verfolgt, erniedrigt und getötet wurden". "Die Rechtspopulisten, die nicht nur in unserer Stadt, sondern überall in Europa an Zuspruch gewinnen, bauen auf das Vergessen", warnte Hilbert. Umso wichtiger sei es, dem Erinnern ein "Monument" zu setzen.

Die Skulptur des 1984 in Damaskus geborenen Künstlers Halbouni, der Absolvent der Dresdner Hochschule für bildende Künste ist, soll bis zum 3. April stehen bleiben.

AFP/dpa

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