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Bei den Krawallen in Heidenau war die Polizei nach Einschätzung eines Dresdener Juristen weitgehend überfordert.

Zu wenig Kräfte vor Ort

Oberstaatsanwalt: Polizei war in Heidenau überfordert

Berlin/Dresden - Die rechtsradikalen Ausschreitungen in Heidenau vor einer Woche haben die Polizei nach Einschätzung des Dresdner SPD-Chefs und Oberstaatsanwalts Christian Avenarius überfordert.

Die Polizei sei überwiegend damit beschäftigt gewesen, sich selbst und andere zu schützen, sagte Avenarius am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Sie habe kaum noch etwas an Strafverfolgung leisten können.

„Dann wundern sich die Leute, warum in so einer Situation nur eine Festnahme erfolgt. Das liegt schlicht und einfach daran, dass zu wenig Polizei vor Ort war“, sagte Avenarius. Die Polizei unterliege schon seit Jahren einem deutlichen Personalschwund, auch Gerichte und Staatsanwaltschaften seien am Rande ihrer Möglichkeiten.

Ermittlungen etwa nach Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte seien aufwendig, man müsse sehr sorgfältig arbeiten. „Wenn man das nicht tut, dann rächt sich das oft vor Gericht. Deswegen dauern die Verfahren auch leider etwas länger.“ Man könne froh sein, wenn sich Betroffene nach einem Jahr vor Gericht verantworten müssten.

Den Vorwurf, die Polizei wolle womöglich nicht ermitteln, wies er zurück. „Diese Kritik ist mit Sicherheit nicht gerechtfertigt. Die waren einfach überfordert“, sagte Avenarius. Mit 200, 300 Leuten mehr vor Ort hätte man seiner Ansicht nach anders zugreifen können. „Da wollte bestimmt niemand jemanden laufen lassen, der Steine und Flaschen auf Kollegen geworfen hat“, sagte Avenarius.

dpa

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