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Altes Thema, neue Gegner: Nun sprechen sich auch die CSU-Umweltpolitiker gegen den Bau einer dritten Startbahn am Flughafen München aus. 

Debatte neu entflammt

Überraschende Wende: CSU-Umweltpolitiker gegen Startbahn

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München - Wenige Wochen vor der Entscheidung über die dritte Startbahn am Flughafen München überraschen die CSU-Umweltpolitiker: Sie sind gegen den Ausbau.

Die Debatte über die dritte Startbahn ist in der CSU neu entflammt. Umweltpolitiker der Partei stellen den Ausbau des Flughafens München infrage. In einem Brief an Parteichef Horst Seehofer fordern sie einen „Tandembetrieb“ mit dem Flughafen Nürnberg. Das heißt, dass Nürnberg und München ihre Verbindungen aufeinander abstimmen und Verkehre untereinander verteilen.

Der Bau der dritten Startbahn entziehe der Natur 900 Hektar Fläche, sagte der Bundestagsabgeordnete Josef Göppel, der den Umweltarbeitskreis der Partei führt, unserer Redaktion. 350 Hektar würden zubetoniert oder überbaut. Angesichts sinkender Flugbewegungen und einer längst nicht ausgeschöpften Kapazität der zwei Startbahnen hält Göppel das nicht für vertretbar.

Er wirft dem Flughafen München sogar vor, bei den Auslastungen zu täuschen. Das Flughafen-Management habe vergangenes Jahr schlecht ausgelastete Verbindungen in die Spitzenzeiten verlegt, erlaube in dieser Zeit auch noch Kleinflugzeugen den Start.

Ein Flughafen-Sprecher wies das zurück. Die Vergabe der Flugzeiten sei nicht Sache des Managements, die Unterstellung sei „unverschämt“. Ein Tandembetrieb sei unrealistisch: „Verkehre entstehen dort, wo Airlines sie anbieten und wo Bedarf ist.“ Ein Drehkreuz lasse sich nicht auf zwei voneinander entfernte Standorte teilen.

Der Vorstoß der Umweltpolitiker fällt in eine politisch sensible Phase. Seehofer will in den nächsten Wochen mit der Fraktion den Ausbau diskutieren. Seit ihm nachgesagt wurde, sich für eine Verschiebung des Projekts einzusetzen, wird Seehofer von Ausbau-Befürwortern unter den Abgeordneten unter Dauerfeuer genommen. Zu Seehofers erheblichem Missmut sammelte die Fraktion sogar Unterschriften für den Bau der dritten Startbahn.

Für die Milliarden-Investition sprach sich fast zeitgleich die CSU-Verkehrskommission aus. Der Flughafen sei für Bayern „existenziell wichtig, und wir müssen alles tun, um das Drehkreuz hier im Erdinger Moos zu erhalten“, sagte die Vorsitzende Daniela Ludwig. Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete warnt davor, dass München sonst von den expandierenden Flughäfen in Istanbul, im Orient und Asien abgehängt werde.

Aktion gegen dritte Startbahn in München

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