+
Marlene Mortler: "Wir brauchen keine zusätzliche legale Droge, wenn wir mit Alkohol und Tabak schon genügend Probleme haben". Foto: Torsten Leukert

Drogenbeauftragte warnt vor Freigabe von Cannabis

Berlin (dpa) - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hält nichts von der Forderung des CDU-Wirtschaftsexperten Joachim Pfeiffer nach einer Freigabe von Cannabis.

"Wir brauchen keine zusätzliche legale Droge, wenn wir mit Alkohol und Tabak schon genügend Probleme haben", sagte die CSU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". Auch der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer (CSU), wies den Vorstoß zurück und warnte vor einer Verharmlosung. "Für Suchtprävention und Jugendschutz wäre dies ein fatales Signal."

Der Vizechef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, sagte: "Wer Cannabis legalisiert, stellt die Geschäftemacherei über die psychische Gesundheit." Die Einnahme von Cannabis-Produkten führe langfristig zu Persönlichkeitsveränderungen und erhöhe die Gefahr psychischer Erkrankungen, sagte er dem "Handelsblatt". Der CDU-Politiker forderte stattdessen mehr Geld für die Bekämpfung der Drogenkriminalität und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jugendbehörden.

Am Mittwoch hatte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, für einen legalen und staatlich regulierten Markt für die Droge als Genussmittel ausgesprochen. "Nur ein regulierter Markt für Cannabis kann organisierte Kriminalität wirksam bekämpfen", heißt es in einer Stellungnahme mit seinem Kollegen Dieter Janecek von den Grünen. Pfeiffer steht mit seiner Meinung in der Union weitgehend allein da. Cannabis-Produkte sind in Deutschland verboten - im Gegensatz zu anderen Ländern.

Gemeinsame Stellungnahme Pfeiffer und Janecek

Gesetzentwurf Grüne

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Israel genehmigt neue Siedlerwohnungen
Tel Aviv -Die UN haben den israelischen Siedlungsbau verurteilt, die bisherige US-Regierung auch. Doch unter Trump könnte alles anders werden - und Israel genehmigt …
Israel genehmigt neue Siedlerwohnungen
May will mit Trump über Handelsvertrag sprechen
Sie ist die erste ausländische Regierungschefin, die den gerade vereidigten US-Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus besucht - und eine Frau. Theresa May will mit dem …
May will mit Trump über Handelsvertrag sprechen
Kommentar: Die falsche Antwort auf Trump
Die richtige Antwort auf Trumps „America first“ ist ein besseres Europa - und nicht dessen Abschaffung, meint unser Autor Georg Anastasiadis. Dass AfD-Chefin Frauke …
Kommentar: Die falsche Antwort auf Trump
Trump nimmt Amt auf - die Welt geht auf die Barrikaden
Washington - Proteste in aller Welt nach der Amtsübernahme von Donald Trump: Die aggressive Antrittsrede des US-Präsidenten verstärkt vorhandene Sorgen. Internationale …
Trump nimmt Amt auf - die Welt geht auf die Barrikaden

Kommentare