Sie gehörten zur Lohberger Gruppe

Dschihadisten aus Dinslaken in Syrien getötet

Dinslaken - Drei Dschihadisten aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken sollen einem Medienbericht zufolge bei Gefechten in Syrien getötet worden sein. Sie gehörten zur sogenannten Lohberger Gruppe.

Einige Dschihadisten der Islamistenzelle Dinslaken-Lohberg sind vermutlich bei Gefechten in Syrien gestorben. Wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministerium bestätigte, gibt es Hinweise, dass vier Mitglieder des Dinslakener Ablegers der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) dort ums Leben gekommen sind.

Allerdings seien offizielle Bestätigungen solcher Todesfälle schwierig, da die Nachrichtenlage in Syrien unübersichtlich sei, sagte der Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Es gebe auch Hinweise, dass Islamisten aus anderen deutschen Städten - darunter Wuppertal - bei Kämpfen oder Selbstmordattentaten im Ausland gestorben seien. Nach Informationen von "Spiegel Online" befindet sich unter den getöteten Dschihadisten offenbar auch der Extremist Mustafa K. Der frühere Paketzusteller hatte demnach im vergangenen Jahr mit abgeschlagenen Köpfen gefallener Gegner für ein Foto posiert.

Mustafa K. starb nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden offenbar im Dezember bei Gefechten in Syrien, wie es in dem Bericht weiter heißt. Auch seine Weggefährten Hassan D. und Marcel L. lebten wohl nicht mehr. Ihr Freund Philipp B., ein ehemaliger Pizzabote, hatte sich den Angaben zufolge bereits im vergangenen Sommer als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Nach Informationen "Spiegel Online" soll Marcel L. Wachmann in Gefängnissen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sein, in dem auch westliche Geiseln eingekerkert wurden. Das wüssten deutsche Nachrichtendienste aus eigenem Aufkommen. In diesen Gefängnissen werden Häftlinge und Geiseln demnach regelmäßig gefoltert. Ob L. sich ebenfalls an den Wehrlosen verging, ist unklar, aber nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden durchaus möglich.

Die drei nun getöteten Dschihadisten gehörten zur sogenannten Lohberger Gruppe, benannt nach dem Dinslakener Stadtteil, in dem sie sich um den selbsternannten Prediger Mustafa T. geschart hatten, heißt es in dem Bericht. 2013 seien etwa acht junge Männer als Gotteskrieger von Lohberg aus in den syrischen Bürgerkrieg gezogen. Als erster starb Anfang 2014 David G. alias Abdullah Dawud, seine Glaubensbrüder verkündeten den vermeintlichen Märtyrertod.

Erst am Samstag hatte ein nordrhein-westfälisches Polizei-Spezialeinsatzkommando in Dinslaken den 24-jährigen Syrien-Rückkehrer Nils D.. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft im IS vor. Im Herbst 2013 soll D. in den Bürgerkrieg gezogen und im vergangenen November zurückgekehrt sein. D. ist laut dem Bericht mit dem Selbstmordattentäter Philipp B. verwandt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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