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Immer wieder führt der IS Geisel in orangener Kleidung vor.

Schmutziges Geschäft mit den Terroristen

Orangene Overalls der IS-Geiseln? Das steckt dahinter

München - Die Terroristen des IS führen Geiseln vor Exekutionen in orangefarbenen Overalls vor. Das hat offenbar einen bestimmten Grund. Doch wer beliefert die Terroristen mit der Kleidung?

Die optische Anleihe: In Guantanamo müssen Häftlinge orangene Overalls tragen.

Es ist immer das gleiche verstörende Bild: In Schwarz gekleidete IS-Terroristen führen vor Exekutionen in Propagandavideos ihre Geiseln vor. Die Todgeweihten tragen dabei orangene Overalls. Die Farbe ist bewusst gewählt: Denn eben diese tragen auch die Häftlinge, die die US-Regierung im Gefangenenlager Guantánamo inhaftiert hält. Schon die Terrororganisation al-Quaida im Irak hatte bereits vor dem IS Geiseln in oranger Kleidung vorgeführt.

Doch woher haben die Terroristen die Outfits? Die "Welt" sichtete viele Videos und entdeckte dabei auf den Overalls oft die Etiketten "Prime Captain" oder "Taha". Diese führten zu Textilproduzenten und Händlern in der Türkei, in den arabischen Golfstaaten, nach China und Bangladesch, so die Zeitung weiter.

Hersteller äußert sich nicht

So werde auf der Webseite der Al Baqeh Building Materials mit Sitz in Dubai ein orangefarbener Overall der Marke "Prime Captain" angeboten - zum Preis von zehn Dollar pro Stück. Der Hersteller wollte sich nicht dazu äußern, ob er die Kleidung an die Terroristen verkauft hat.

Zudem biete Anbu Safety Industrial aus China die "Popular Prime Captain Coveralls" an - Mindestbestellmenge sind 1000 Stück. Auf Anfrage der "Welt" antwortete das Unternehmen: "Wir können bestätigen, dass wir keine Overalls in diese Regionen geliefert haben. Wir haben keine Kunden im Irak oder in Syrien. Jeder hasst den IS, auch in China."

Hinter dem Logo "Taha" könnten sich indes Hersteller aus aus der Türkei und aus Bangladesch verbergen. Die entsprechenden Unternehmen äußerten sich nicht. Doch irgendwoher müssen die IS-Terroristen ja die Ware bekommen haben. Wer letztendlich für das schmutzige Geschäft mit den IS-Terroristen machte, ist bisher nicht aufgedeckt.

mb

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