+
Die Moderatoren Stefan Raab, Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel posieren in dem für das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück vorbereiteten Fernsehstudio.

TV-Duell am Sonntag

Sie wollen Merkel aus der Reserve locken

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll nach dem Wunsch der vier Moderatoren des Fernsehduells an diesem Sonntag (20.15 Uhr) zu den wichtigen Fragen der Politik Farbe bekennen.

Merkel habe sich im Wahlkampf wenig angriffslustig gezeigt, in der Debatte mit SPD-Herausforderer Peer Steinbrück gebe es die Chance, sie „aus der Reserve zu locken“, sagte die ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner am Freitag bei der Präsentation des Fernsehstudios in Berlin-Adlershof. Von dort wird das einzige TV-Duell vor der Bundestagswahl am 22. September mit der CDU-Vorsitzenden und dem SPD-Kandidaten an diesem Sonntag ab 20.30 Uhr live ausgestrahlt. Merkel habe bisher jede Konfrontation vermieden, erklärte die ARD-Moderatorin Anne Will.

Der ProSieben-Entertainer Stefan Raab, der erstmals zu den Moderatoren des Duells gehört, verglich die Runde mit einem „Endspiel“. Durch die gleichzeitige Übertragung bei ARD, ZDF, RTL und ProSieben würden Millionen Zuschauer das Gefühl bekommen, „dass man zuschauen muss“, sagte Raab. Die Konfrontation der Kandidaten sei wichtig für die Meinungsbildung. Die beiden anderen Moderatoren sind die Journalistin Anne Will von der ARD und Peter Kloeppel von RTL.

Bundestagswahl: Diese Koalitionen sind möglich

Bundestagswahl: Diese Koalitionen sind möglich

Umfragen zufolge genießt Merkel in der Bevölkerung weit mehr Vertrauen als Steinbrück. Wechselstimmung ist nicht auszumachen. Steinbrück gilt aber als besserer Redner. Deswegen werden ihm Chancen zugerechnet, durch das Duell noch neue Wähler für die SPD zu gewinnen. „Erfahrene Kanzlerin trifft auf rhetorisch versierten Herausforderer“, beschrieb Illner die Ausgangslage.

Angela Merkel und Peer Steinbrück stehen sich am Sonntag im TV-Duell gegenüber.

Der RTL-Moderator Peter Kloeppel sagte, mit dem einzigen gemeinsamen Auftritt könnten sich die Zuschauer ein Bild der beiden Kandidaten machen. Diese müssten sich - vor himmelblauer Kulisse - zwar nicht direkt in die Augen sehen, aber es bedürfe nur einer leichten Drehung, um den Kontrahenten anzuschauen. Die Themenpalette dürfte breit gefächert sein: von Syrien, Eurokrise und Steuerplänen über Familienpolitik sowie Miet- und Strompreise bis zu Pkw-Maut, NSA-Geheimdienstaffäre und Koalitionsoptionen.

Sie verpassen nichts: Wir tickern am Sonntag das TV-Duell live für Sie mit.

Das Fernsehduell 2009 von Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier sahen rund 14 Millionen Menschen. 2005 beim Duell der damaligen CDU-Kandidatin Merkel gegen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) waren es knapp 21 Millionen Zuschauer.

Der ProSieben-Entertainer Stefan Raab, der erstmals zu den Moderatoren des Duells gehört, verglich die Runde mit einem „Endspiel“. Durch die gleichzeitige Übertragung bei ARD, ZDF, RTL und ProSieben würden Millionen Zuschauer das Gefühl bekommen, „dass man zuschauen muss“, sagte Raab. Die Konfrontation der Kandidaten sei wichtig für die Meinungsbildung. Er sei zwar ein emotionaler Mensch und wolle sich als „Teamplayer“ an die Regeln der Fragerunde halten, versicherte TV-Spaßvogel Raab. Für „Wischiwaschi“ sei ohnehin kaum Zeit. Aber er sagte auch: „Ich hoffe, es gehen mir nicht die Pferde durch.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warum Özdemir in München Polizeischutz brauchte
Es ist ein zwiespältiges Bild: Die Türkei versucht mit der Freilassung von Deniz Yücel eine Charmeoffensive. Im Gegenzug hofft sie auf Panzer und Touristen. Doch die …
Warum Özdemir in München Polizeischutz brauchte
Viele Krisen, keine Lösungen: Tage der ratlosen Diplomaten
So viel Unsicherheit war selten bei der Sicherheitskonferenz. Rivalen ziehen in München übereinander her, schütten Öl ins Feuer oder präsentieren Trümmerteile. Wo ist …
Viele Krisen, keine Lösungen: Tage der ratlosen Diplomaten
Peter Tauber will sich als CDU-Generalsekretär zurückziehen
Der 43-jährige Parteimanager Tauber ist in der CDU schon länger umstritten. Sein Rückzug kommt dennoch überraschend. Für die Vorsitzende Merkel ist der Schritt eine …
Peter Tauber will sich als CDU-Generalsekretär zurückziehen
Merkel-Vertrauter gibt auf: CDU-Generalsekretär Tauber will Amt abgeben
CDU-Generalsekretär Peter Tauber will sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Parteikreisen von seinem Amt zurückziehen.
Merkel-Vertrauter gibt auf: CDU-Generalsekretär Tauber will Amt abgeben

Kommentare