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Während des Prozesses um den Bombenanschlag in Düsseldorf hat der Angeklagte im Gerichtssaal einen Wutausbruch bekommen. 

Mitten im Prozess 

Düsseldorfer Bombenanschlag: Angeklagter rastet aus - Anwältin schreitet ein

Der Ex-Soldat, der beschuldigt wird, aus Fremdenhass vor mehr als 17 Jahren in Düsseldorf ein Bombenanschlag verübt zu haben, hat sich während des Prozesses im Gerichtssaal  in Rage geredet  - Seine Anwältin musste ihn stoppen. 

Düsseldorf - Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor fast 18 Jahren* hat der Angeklagte im Gerichtssaal einen Wutausbruch bekommen. Er unterstellte den Ermittlern am Freitag, ein Komplott gegen ihn geschmiedet zu haben. „Wenn ich mit der Presse rede, kann es mir passieren, dass ich erschossen im Wohnwagen liege wie Mundlos und Böhnhardt“, sagte der 51-Jährige.

Damit griff der Angeklagte offenbar die Theorie auf, die Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, hätten keinen Selbstmord begangen, sondern seien ermordet worden.

Anwältin des Angeklagten muss Hand anlegen

Erst ein kräftiger Klaps auf den Rücken von seiner Verteidigerin stoppte den Redeschwall des Angeklagten. Anlass für den Wutausbruch war die Frage nach einer Äußerung im Gefängnis. Dort soll der Mann gesagt haben: „Wenn ich mich einige, bleibe ich länger hier, aber eigentlich will ich sofort raus.“ Der 51-Jährige war danach gefragt worden, wie die Äußerung zu verstehen sei.

Dem Angeklagten mit Kontakten zur rechten Szene wird zwölffacher Mordversuch aus Fremdenhass vorgeworfen. Er bestreitet die Tat.* Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um überwiegend jüdische Zuwanderer aus Osteuropa. 

dpa

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