Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer

Nach Messer-Mord in Neuhausen: Polizei sucht diese zwei Männer
+
Unterhaltspflichtige Väter oder Mütter werden 2015 unter Umständen mehr im Portemonnaie haben. Foto: Henning Kaiser/Archiv

"Düsseldorfer Tabelle": Ernährer dürfen mehr behalten

Düsseldorf (dpa) - Unterhaltspflichtigen Vätern oder Müttern wird im kommenden Jahr mehr Geld für den eigenen Lebensunterhalt zugestanden. Der sogenannte Selbstbehalt steigt nach der neuen "Düsseldorfer Tabelle" für Erwerbstätige von 1000 auf 1080 Euro im Monat.

Wie wird der Unterhaltsanspruch berechnet?

Ausschlaggebend ist zunächst das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Je nach Einkommensklasse und Alter seiner Kinder muss er zwischen 317 und 781 Euro pro Kind und Monat zahlen. Von dem Betrag wird bei minderjährigen Kindern die Hälfte des Kindergeldes abgezogen, bei volljährigen Kindern das gesamte Kindergeld. Zudem wird kontrolliert, ob die Summe der Unterhaltsansprüche den sogenannten Selbstbehalt überschreitet.

Welche Folgen hat die Änderung?

Wenn es nach Abzug des Selbstbehalts für den Mindestunterhalt des Kindes nicht mehr reicht, muss der Staat einspringen und zuschießen. Gleiches gilt für den Ex-Partner, wenn es aus der Restmasse nach Abzug von Kindesunterhalt und Selbstbehalt nicht mehr für dessen Existenzminimum reicht.

Bei geringem Einkommen des Unterhaltspflichtigen können durch den höheren Selbstbehalt Kinder erstmals in die Bedürftigkeit rutschen. Bei Kindern, die bereits staatliche Hilfsleistungen erhalten, wird sich der Zuschussbedarf erhöhen. Gleiches gilt in noch stärkerem Maße für die Ex-Partner mit Unterhaltsanspruch, denn der Kindesunterhalt und der Selbstbehalt haben Vorrang.

Warum wird der Selbstbehalt erhöht?

Die Erhöhung ist durch den zum Jahreswechsel steigenden Hartz-IV-Regelsatz ausgelöst worden. Das Existenzminimum darf auch bei arbeitenden Unterhaltspflichtigen nicht unterschritten werden. Mit der Erhöhung des Selbstbehalts wird vermieden, dass arbeitende Unterhaltspflichtige reihenweise zu Hartz-IV-Berechtigten werden. Zugleich soll ihnen ein Puffer als Arbeitsanreiz erhalten bleiben. Für Nicht-Erwerbstätige liegt der Selbstbehalt entsprechend niedriger bei künftig 880 Euro.

Wie setzt sich der Selbstbehalt zusammen?

Neben der Pauschale für die am Hartz-IV-Regelsatz und somit am Existenzminimum ausgerichteten Lebenshaltungskosten sind darin 380 Euro für die Wohnung (Warmmiete) enthalten. Im Einzelfall ist der Selbstbehalt weiter nach oben steigerbar, etwa beim Nachweis, dass für den vorgesehenen Mietsatz keine Wohnung zu finden ist.

Neue Düsseldorfer Tabelle

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Merkel wird von eigener Partei zur Hassfigur gemacht“: Lindner-Zitat lässt aufhorchen
100 Tage neue Große Koalition. Was bleibt davon hängen? Die Opposition meint: Nicht viel! Und schimpft vor allem auf Kanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer.
„Merkel wird von eigener Partei zur Hassfigur gemacht“: Lindner-Zitat lässt aufhorchen
Bundesgerichtshof hebt Brandstifter-Urteil gegen Neonazi auf
Das Bild von einer brennenden Sporthalle in Nauen erschütterte im August 2015 ganz Deutschland. Denn die Halle war als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen. Zwei …
Bundesgerichtshof hebt Brandstifter-Urteil gegen Neonazi auf
Erdogan schließt Koalition nach türkischer Parlamentswahl nicht aus
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bildung einer Koalition nicht ausgeschlossen, sollte seine Allianz des Volkes bei der Wahl am Sonntag keine Mehrheit …
Erdogan schließt Koalition nach türkischer Parlamentswahl nicht aus
Trumps Kehrtwende bei Flüchtlingen: Melania soll ihn in privaten Gesprächen dazu gedrängt haben
Am Ende wurde Trump der Druck zu groß und die Bilder zu hässlich. Nun sollen Flüchtlingsfamilien in den USA nicht mehr getrennt, sondern zusammen eingesperrt werden. …
Trumps Kehrtwende bei Flüchtlingen: Melania soll ihn in privaten Gesprächen dazu gedrängt haben

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.