+
Hunderte Beamte waren im Einsatz. Foto: Sebastian Willnow

Razzia in Norddeutschland

Bande soll Scheinehen vermittelt haben

Hamburg (dpa) - Wegen des Verdachts der Vermittlung von bis zu 1000 Scheinehen haben Bundespolizei und dänische Sicherheitskräfte zwölf Objekte in Norddeutschland und auf der dänischen Ostseeinsel Ærø durchsucht.

Etwa 150 Kräfte seien im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Hannover mit. Allein in Hamburg seien sechs Wohnungen und ein Geschäftsraum betroffen gewesen. Weitere Durchsuchungen fanden in Bremerhaven, auf Sylt sowie auf Ærø statt. Ziel sei es gewesen, Beweismaterial sicherzustellen. Festgenommen wurde niemand.

Fünf deutsche Staatsbürger - vier davon mit Migrationshintergrund - gelten als tatverdächtig. Sie sollen in EU-Ländern Menschen gesucht haben, die ihren Wohnsitz in Deutschland hatten und dann zum Schein Menschen aus Asien heirateten. Dadurch konnten diese ein Aufenthaltsrecht bekommen.

Die Eheschließungen hätten überwiegend auf Ærø stattgefunden, weil es dort für Ausländer leichter sei. Es seien aber auch Eheschließungen in den USA erfolgt, wobei in manchen Fällen keiner der Partner anwesend habe sein müssen. In den vergangenen zwei Jahren dürfte die Bande etwa 1000 Scheinehen vermittelt haben.

In einem anderen Großeinsatz gegen bandenmäßig organisierte Scheinehen waren Ermittler am Mittwoch in fünf weiteren Bundesländern gegen Schleuser vorgegangen. Laut Bundespolizei wurden 27 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen durchsucht. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Maaßen-Deal: Merkel kritisiert eigene Regierung und erklärt weitere Vorhaben
Die GroKo-Spitzen haben sich im Fall Hans-Georg Maaßen auf eine neue Lösung geeinigt. Die Kanzlerin selbst räumte nun ein, dass die Regierung Fehler gemacht hat.
Maaßen-Deal: Merkel kritisiert eigene Regierung und erklärt weitere Vorhaben
Hambacher Forst: Nach dem Unfalltod - Räumung der Baumhäuser geht weiter
Im Hambacher Forst haben am Sonntag offenbar knapp 8000 Menschen gegen den geplanten Braunkohleabbau demonstriert. Seit Montag geht die Räumung der Baumhäuser weiter. …
Hambacher Forst: Nach dem Unfalltod - Räumung der Baumhäuser geht weiter
Erdogan in Deutschland: Wird das Staatsbankett mit Merkel zur „Peinlichkeit“?
Der türkische Präsident Erdogan besucht Ende September Angela Merkel und hat eine Währungskrise zu meistern. Doch Oppositionspolitiker sagen das Staatsbankett …
Erdogan in Deutschland: Wird das Staatsbankett mit Merkel zur „Peinlichkeit“?
Weltkommission: Staaten müssen Drogenhandel regulieren
Rund 250 Millionen Menschen konsumieren weltweit illegales Rauschgift. Ein internationales Gremium für Drogenpolitik empfiehlt nun: Die Staaten müssen in die Produktion …
Weltkommission: Staaten müssen Drogenhandel regulieren

Kommentare