+
Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk in Berlin: Die pleitebedrohte Ukraine will von der Europäischen Union weitere zwei Milliarden Euro an Finanzhilfen. Foto: Rainer Jensen

Jazenjuk wirbt in Deutschland um Unterstützung für Ukraine

Berlin (dpa) - Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk erwartet von Deutschland weitere Unterstützung für sein Land. "Das Volk der Ukraine hat sich ausschließlich für die europäische Integration ausgesprochen", sagte Jazenjuk in den ARD-"Tagesthemen".

Genau das habe Russlands Präsidenten Wladimir Putin beunruhigt. Die Ukraine zahle einen sehr hohen Preis für diese Wahl. "Wir erwarten von unseren westlichen Partnern, und darunter von Deutschland, dass sie uns helfen, durch diese schwierigen Zeiten zu kommen."

Auf die Frage, ob er die Ostukraine bereits aufgegeben habe, antwortete Jazenjuk: "Wir haben in der Ukraine den Teilungsprozess, der von Russland initiiert wurde. Aber wir machen alles dafür, damit die Ukraine mit Hilfe unserer westlichen Partner vereint wird."

Zuvor hatte Jazenjuk bereits Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Treffen in Schloss Bellevue um weitere deutsche Unterstützung gebeten. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen sicherte er zu, dass die Ukraine im Konflikt mit Russland ihren Teil des Minsker Abkommens über eine Waffenruhe im Osten der Ukraine erfüllen werde. An diesem Donnerstag spricht Jazenjuk mit Kanzlerin Angela Merkel.

Am Mittwochnachmittag wurde im Bundeswirtschaftsministerium eine politische Vereinbarung über Kreditgarantien für die Ukraine in Höhe von 500 Millionen Euro unterzeichnet. Die damit zu finanzierenden Projekte für den Wiederaufbau in der Ostukraine müssen aber nach Angaben des Wirtschaftsministeriums noch festgelegt werden.

Offen ist derzeit, ob und wann es zu dem vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko angestrebten Krisengipfel in der kasachischen Hauptstadt Astana kommt. Dabei sollen Kreml-Chef Putin, der französische Präsident François Hollande und die Kanzlerin mit Poroschenko zusammentreffen. An diesem Freitag kommt der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew nach Berlin.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fall Amri: Rufe nach Neuorganisation der Terrorabwehr
Alle kritisieren Versäumnisse, keiner will so recht Schuld haben: Vier Wochen nach dem Berliner Terroranschlag steht das Versagen der Behörden im Mittelpunkt. Politiker …
Fall Amri: Rufe nach Neuorganisation der Terrorabwehr
Pretzell und Petry kritisieren Äußerungen von Höcke
Dresden - Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat mit massiver Kritik am Holocaust-Gedenken der Deutschen Empörung ausgelöst - auch innerhalb der eigenen Partei.
Pretzell und Petry kritisieren Äußerungen von Höcke
Merkel und Gentiloni: „Das sind die großen Aufgaben“
Berlin - Deutschland und Italien wollen angesichts des wachsenden Rechtspopulismus und der Unklarheiten über den Kurs des künftigen US-Präsidenten Donald Trump eng bei …
Merkel und Gentiloni: „Das sind die großen Aufgaben“
Höcke löst mit Kritik an Holocaust-Gedenken Empörung aus
Björn Höcke ist für gezielte Provokationen bekannt. Schon oft hat sich der Thüringer AfD-Chef mit rechten Sprüchen hervorgetan. Mit einer Rede in Dresden testet er …
Höcke löst mit Kritik an Holocaust-Gedenken Empörung aus

Kommentare