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Tom Enders und Ilse Aigner (kleines Bild)

Als Seehofer-Nachfolgerin

EADS-Chef: Aigner soll ganz rauf

Ottobrunn - Geht es nach Top-Manager Tom Enders ist klar, wer Horst Seehofers Nachfolger werden soll. Besser: Nachfolgerin. Denn der EADS-Chef wirbt offen für seine Duz-Freundin Ilse Aigner.

Die beiden sitzen wie kleine Kinder feixend nebeneinander auf der Schaukel. Wobei es keine Schaukel ist, sondern die Rampe eines geparkten Hubschraubers. Und keine Kinder, sondern Ministerin Ilse Aigner und Top-Manager Tom Enders. Bei einem Pressetermin auf dem EADS-Gelände in Ottobrunn hatte der Konzernchef gestern dafür eine Botschaft, die manche in der CSU kräftig herschaukeln wird: Er will Aigner als künftige Ministerpräsidentin.

„Wir in Bayern sind stolz, dass die Ilse Aigner reüssiert“, sagte Enders, der den Luft- und Raumfahrt-Riesen (ab 2014: Airbus) führt. Aigner habe noch eine große Karriere vor sich. „Wer so diverse Krisen erlebt hat“, spielte er auf Aigners Berliner Agrarministerium an, „kann auch andere, höherwertige Ämter übernehmen. Keine Frage.“

Aigner wechselt im Herbst in die Landespolitik. Oft wird ihr der Ehrgeiz nachgesagt, Regierungschefin zu werden. Nicht als einzige – unter anderem gilt Finanzminister Markus Söder als Aspirant für die Seehofer-Nachfolge, die bis 2018 geregelt werden soll.

Dass sich international agierende Konzernchefs in politische Wettstreiteleien einschalten, ist sehr ungewöhnlich. Enders und Aigner verbindet viel: Sie kennen sich seit Anfang der 90er, als Enders noch in Aigners Heimatort Feldkirchen-Westerham wohnte und seine Frau dort in der Kommunalpolitik aktiv war. Aigner fiel damals als Bürgermeister-Kandidatin durch („lebt in ungeklärten Verhältnissen“) und startete in eine aussichtslose Landtags-Listenkandidatur 1994 – holte aber das Mandat. Enders (54) sagt, sie sei ihm damals als „junge, moderne attraktive Kandidatin“ aufgefallen. Beide sind seither per Du. Auch liegen Aigners berufliche Wurzeln in der Hubschrauberfertigung bei EADS.

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Enders Konzern mit den 140 000 Mitarbeitern ist, gerade im Rüstungsbereich, auf enge Kontakte und staatliche Aufträge angewiesen. Die Politik kämpft wiederum um Standorte und das Hauptquartier in Bayern. Zwischen Enders und Seehofer hatte es 2012 mal laut geknirscht. Wichtige Konzernteile blieben dennoch in der Region München.

C. Deutschländer

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