+
Lenin Moreno, der Kandidat der Regierungspartei PAIS. Foto: Dolores Ochoa

Knappes Rennen

Ende des Assange-Asyls? Ecuador wählt neuen Präsidenten

Kontinuität der linken Reformpolitik oder Kurswechsel? Der Kandidat der Regierungspartei geht in die Wahl mit einem leichten Vorsprung in den Umfragen. Der Bewerber der Opposition will Assanges Asyl beenden.

Quito (dpa) - In Ecuador hat die Stichwahl um den Nachfolger des seit zehn Jahren amtierenden linken Präsidenten Rafael Correa begonnen.

Rund 12,8 Millionen Bürger haben die Wahl zwischen Correas früherem Vizepräsidenten Lenín Moreno von der Partei Alianza País (AP) und dem konservativen Oppositionsführer Guillermo Lasso von der Partei Creando Oportunidades ("Chancen schaffen").

Correa eröffnete den Wahlgang mit einem Aufruf zur friedlichen Stimmabgabe. Am 24. Mai werde er dem gewählten Präsidenten ein "neues Land" übergeben, mit einer stabilisierten Wirtschaft, erklärte der abgehende Staatschef.

Die letzten Umfragen gaben Moreno einen leichten Vorsprung von bis zu fünf Prozentpunkten. Er will wie Correa weiter stark in Sozialprogramme investieren, aber die Abhängigkeit von Öleinnahmen lockern und mehr ausländische Investoren ins Land bringen. Lasso verspricht Steuererleichterungen, mehr Arbeitsplätze und das Ende des Asyls für den Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London.

Bei der ersten Wahlrunde im Februar wurde auch das Parlament erneuert. Die Regierungspartei gewann mit 74 der insgesamt 137 Sitze die Mehrheit. Lassos Partei kam auf 34 Abgeordnete. Moreno erhielt bei der ersten Wahlrunde 39,4 Prozent der Stimmen gegen 28,1 Prozent Lassos. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,6 Prozent.

Die Wahllokale schließen um 17.00 Uhr Ortszeit (24.00 MESZ). Eine vorläufiges Ergebnis soll drei Stunden nach Abschluss der Wahl bekanntgegeben werden.

Webseite Wahlbehörde CNE, Span.

Bericht Zeitung El Telégrafo, Span.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Albayrak: "Neue Ära" in Beziehungen zu Deutschland
Nächste Woche kommt der türkische Präsident Erdogan nach Berlin. Um seinen umstrittenen Staatsbesuch vorzubereiten, schickt er seinen Finanzminister und Schwiegersohn …
Albayrak: "Neue Ära" in Beziehungen zu Deutschland
Schlagabtausch vor der Wahl: Söder und Grünen-Chef Hartmann liefern sich Streitgespräch
Drei Wochen vor der Landtagswahl sind die Spitzenkandidaten Markus Söder (CSU) und Ludwig Hartmann (Grüne) zu einem ersten Rededuell in der Redaktion des Münchner Merkur …
Schlagabtausch vor der Wahl: Söder und Grünen-Chef Hartmann liefern sich Streitgespräch
Neuverhandlung des Maaßen-Deals
Es klingt fast schon wie ein Hilferuf: "Wir haben uns geirrt." Die Causa Maaßen müsse nochmals aufgerollt werden, sagt SPD-Chefin Nahles - und hofft auf Verständnis bei …
Neuverhandlung des Maaßen-Deals
Nahles mit bemerkenswertem Fehler-Eingeständnis im Fall Maaßen - Merkel bekräftigt Verhandlungsbereitschaft 
Die GroKo um Seehofer, Merkel und Nahles stand am Abgrund - das zeigt ein dramatischer Brief. Nichtsdestotrotz soll der Maaßen-Deal nun neu verhandelt werden. Der …
Nahles mit bemerkenswertem Fehler-Eingeständnis im Fall Maaßen - Merkel bekräftigt Verhandlungsbereitschaft 

Kommentare