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Der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann. 

Edathy-Affäre: Hartmann bestreitet alles

Berlin - Der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann hat gegenüber der Berliner Staatsanwaltschaft alle Vorwürfe wegen Strafvereitelung und angeblicher Falschaussage in der Edathy-Affäre bestritten.

Sein Anwalt verband dies in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, mit harscher Kritik am Edathy-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Hartmann sei bei seiner Befragung als Zeuge im Dezember 2014 „regelrecht vorgeführt“ worden. Hätte die Befragung vor Gericht stattgefunden, so wären dem Richter „verbotene Vernehmungsmethoden“ vorgeworfen worden, schrieb Anwalt Johannes Eisenberg.

Er trat auch der Aussage des Ex-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) entgegen, Hartmann habe ihn vor den Ermittlungen wegen Kinderpornografie gewarnt. Edathy habe seine Informationen damals wohl aus Szene-Foren bezogen. Außerdem habe es „wahrscheinlich eine weitere Quelle“ gegeben. „Diese kann nur in Niedersachsen liegen“, schrieb Eisenberg. Immerhin hätten in Niedersachsen 57 Menschen Kenntnis von den Ermittlungen gehabt.

Hartmann hatte schon bei seiner Befragung durch den Ausschuss im Dezember erklärt, er sei nicht Edathys Informant gewesen. Bei einer zweiten geplanten Vernehmung verweigerte er die Aussage. Hartmann ist derzeit krankgeschrieben.

dpa

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