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Edmund Stoiber.

Trotz CSU-Fiasko

Stoiber nach Wahl: Absolute Mehrheit bei Landtagswahl „natürlich machbar“

Unter 40 Prozent - auf solch einen Wert wie bei der Bundestagswahl war die CSU seit Jahrzehnten nicht abgestürzt. War's das mit der absoluten Mehrheit 2018? Edmund Stoiber glaubt: nicht unbedingt.

München - Auch nach dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl hält der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber die Verteidigung der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl 2018 für möglich. Das sei „natürlich machbar“, sagte der frühere Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in München. „Da geht es ja dann um Bayern: bayerische Themen, die bayerische Entwicklung. Und wir sind ja bundesweit Tabellenführer in vielen Bereichen“, betonte er.

„Die CSU hat den selbstgestellten Anspruch, die absolute Mehrheit der Bevölkerung vertreten zu dürfen. Und diesen Anspruch muss die Partei auch weiter haben - sonst geht es an unsere Substanz“, mahnte Stoiber. Man wolle auch die AfD wieder „substanziell zurückdrängen“.

Die 38,8 Prozent für die CSU bei der Bundestagswahl bezeichnete Stoiber als „historische Niederlage“. „Das Wahlergebnis verträgt sich nicht mit der DNA der CSU. Das geht an die Identität, das Selbstverständnis der Partei.“ Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren war die CSU um mehr als zehn Prozentpunkte abgestürzt.

Zum Streit über die politische Zukunft von Parteichef Horst Seehofer wollte sich Stoiber nicht äußern. Er betonte mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin lediglich: „Er weiß, dass die Partei die Durchsetzung einer Obergrenze erwartet.“

Die CSU hat ihre Forderung nach einer festen Obergrenze für neu eintreffende Flüchtlinge bislang nicht gegenüber der CDU durchsetzen können. Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ist nach Ansicht Stoibers aber der Hauptgrund für die CSU-Pleite: „Viele Wähler, die uns jahrzehntelang treu waren, haben diesmal nicht mehr CSU gewählt, weil sie mit der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel nicht einverstanden sind. Das war eben das alles überragende Thema.“

dpa

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