+
Edward Snowden arbeitet künftig für eine große russische Webseite.

Neuer Job für den Whistleblower

Snowden arbeitet jetzt für russische Website

Moskau - Vom Whistleblower zum Web-Entwickler: Der flüchtige frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden arbeitet fortan für eine große russische Website.

Der IT-Spezialist werde die Website ab Freitag "unterstützen und entwickeln", sagte Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax, lehnte es aber aus Sicherheitsgründen ab, den Namen der Website preiszugeben. Unterdessen veröffentlichte eine Nachrichtenseite ein neues Foto, das Snowden offenbar auf einem Ausflugsschiff mitten in Moskau zeigt.

Die Ankündigung Kutscherenas führte zu Spekulationen, dass es sich bei Snowdens neuem Arbeitgeber um die russische Facebook-Variante Vkontakte handeln könnte. Der charismatische Chef des sozialen Netzwerks, Pawel Durow, hatte Snowden im August einen Job in seinem Unternehmen angeboten. Ein Firmensprecher sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, er könne die Mutmaßungen über eine Einstellung Snowdens nicht kommentieren. Zwei andere große russische Internetunternehmen - Mail.Ru Group und Yandex - erklärten, sie hätten Snowden nicht angeheuert.

Derweil veröffentlichte die Nachrichtenseite "Life News" ein Foto, das den 30-jährigen IT-Spezialisten auf einem Ausflugsschiff auf der Moskwa inmitten der russischen Hauptstadt zeigt. Die Seite gab an, das Bild sei im September aufgenommen worden und dem Fotografen für 100.000 Rubel (2300 Euro) abgekauft worden. "Life News" hatte kürzlich bereits mehrere Bilder eines jungen Mannes mit einem Einkaufswagen im Supermarkt veröffentlicht. Kutscherena hatte später bestätigt, dass es sich bei dem Mann um seinen Mandanten handelte.

Lesen Sie auch: Snowden wird zur Spähaffäre Merkel schweigen

Das neue Foto zeigt einen blassen Mann mit einer Mütze, der sich halb zur Kamera wendet, zwischen zwei Frauen. Auf dem Bild trägt er keine Brille, aber einen Drei-Tage-Bart. Eine der beiden Frauen könnte die Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison sein, die Snowden seit seiner Flucht aus Hongkong im Juni begleitet. Snowden hatte Anfang Juni mit seinen Enthüllungen die Affäre um die geheimen US-Programme zur Überwachung der weltweiten Internet- und Telefonkommunikation ins Rollen gebracht.

Nachdem er am 23. Juni auf dem Weg von Hongkong auf einem Moskauer Flughafen gestrandet war, erhielt er am 1. August schließlich temporäres Asyl in Russland. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Die US-Regierung fordert seine Auslieferung, um ihm den Prozess wegen Spionage zu machen. Laut seinem Anwalt geht ihm langsam das Geld aus. Eine Unterstützerwebsite sammelte daraufhin Spenden von bislang knapp 49.000 Dollar (35.600 Euro) für Snowden.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rostock gedenkt rassistischer Krawalle in Lichtenhagen
In Rostock hat eine Gedenkwoche an die rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen 1992 begonnen. Ministerpräsidentin Schwesig mahnte, Lichtenhagen dürfe sich nie …
Rostock gedenkt rassistischer Krawalle in Lichtenhagen
Kommentar: Trumps Kehrtwende um 180 Grad
US-Präsident Donald Trump will den Kampf gegen den IS ausweiten, statt wie bisher geplant, die Truppen so schnell wie möglich abzuziehen. Das ist das Gegenteil von dem, …
Kommentar: Trumps Kehrtwende um 180 Grad
Schulz schimpft über Trumps „Politik der Niedertracht“
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat US-Präsident Donald Trump als Vertreter einer Politik „der Niedertracht“ scharf kritisiert. Der starke Mann im Weißen Haus schlage …
Schulz schimpft über Trumps „Politik der Niedertracht“
Kommentar: Erdogans giftige Saat
Der türkische Premier Erdogan mischt die deutsche Politik auf. Immer hemmungsloser setzt er seine in Deutschland lebenden Landsleute als Druckmittel ein. Dabei gäbe es …
Kommentar: Erdogans giftige Saat

Kommentare