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Linguist Peter Eisenberg im Gespräch mit ZDF-Moderatorin Dunja Hayali

TV-Streit mit Dunja Hayali

„Egal, ob Männer oder Schwule“: Professor langt in ZDF-Debatte kräftig daneben

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Soll es auf Formularen „Kundin“ oder „Kunde“ heißen? Ein Streit, der am Dienstag den BGH beschäftigte und in einer ZDF-Debatte mit Dunja Hayali seltsame Blüten trieb.

Mainz - Es war schon ein dickes Brett, dass das ZDF-„Morgenmagazin“ da zu früher Stunde bearbeitete: In Karlsruhe nahte das Urteil über die Klage und den Wunsch einer 80-Jährigen, auch auf dem Sparkassen-Formular explizit als „Kundin“ benannt zu werden. Und Moderatorin Dunya Hayali debattierte mit Journalistin Simon Schmollack und Linguist Peter Eisenberg vorab schon mal über die heikle Frage der korrekt gegenderten Anrede.

Womöglich war es der Uhrzeit geschuldet, dass ein kräftiger Patzer des Wissenschaftlers im Live-TV nicht mal der sonst streitfreudigen Hayali auffiel. Eisenberg brach eine Lanze für das generische Maskulinum, also etwa die Ansprache aller Sparkassen-Kunden als „Kunde“ - und leistete sich dabei gegen Ende der Runde einen bemerkenswerten Fehltritt.

„...seien es nun Männer oder Schwule“

Klägerin Marlies Krämer sei „eine Kundin, wie alle anderen Kunden auch“ und habe „genau dasselbe Recht hat wie alle anderen Kunden auch“, betonte der Professor. Dann ergänzte er: „Seien es nun Männer oder Schwule.“

Sowohl Hayali wie auch Schmollack fuhren einfach weiter im Text fort. Einige Zuschauer trugen ihre kräftige Verwunderung aber auf den Kurznachrichtendienst Twitter.

„Schwul ist ein Geschlecht? Schwule Männer sind Frauen? What?“, wunderte sich eine Userin. Noch prägnanter fasste eine andere ihr Befremden in Worte und Satzzeichen: „‘Seien es Männer oder Schwule‘ ???? was ????“ Eine weitere beklagte sich über „sprachwissenschaftliche Homophobie“. Ein veritabler Shitstorm blieb aber - überraschenderweise - zunächst aus.

Streit über die korrekte Anrede dürfte weitergehen

So oder so dürfte das Thema der korrekten Anrede auf Formularen und Dokumenten die Gerichte und Land noch etwas länger beschäftigen - auch wenn der Bundesgerichtshof die besagte Klage am Dienstag abwies. "Ich ziehe auf jeden Fall vor das Bundesverfassungsgericht", hatte Klägerin Krämer bereits vor dem Spruch angekündigt

Notfalls will sie die weibliche Formular-Sprache vor dem Europäischen Gerichtshof durchsetzen. Dann könnten auch weitere TV-Debatten anstehen - hoffentlich ohne neuerliche Fehltritte.

Lesen Sie auch: Wegen weiblicher Version der Bayern-Hymne - SPD-Politikerin erlebt Shitstorm

fn

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