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Hans Koschnick verstarb im Alter von 87 Jahren.

Langjähriger Bremer Bürgermeister ist tot

Deutsche Politik trauert um Hans Koschnick (†87)

Bremen - Der ehemalige Bremer Bürgermeister Hans Koschnick ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in der Nacht zum Donnerstag.

Der langjährige Bremer Bürgermeister und bundesweit bekannte SPD-Politiker Hans Koschnick ist tot. Er starb nach Angaben der Bremer Senatskanzlei am Donnerstagmorgen im Alter von 87 Jahren.

Koschnick wurde am 21. April 1929 im Bremer Arbeiterstadtteil Gröpelingen geboren und war seiner Heimatstadt zeitlebens auf das Engste verbunden. Politisch wurde er nach Angaben der Bremer Senatskanzlei stark durch die Erfahrungen der NS-Diktatur geprägt, während der er die Verfolgung seiner im politischen und gewerkschaftlichen Widerstand aktiven Eltern erlebte. Nach dem Krieg war er zunächst Gewerkschaftsbezirkssekretär.

18 Jahre lang Bürgermeister von Bremen

Er war von 1967 bis 1985 Bremer Regierungschef und gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Stadt. In seiner Partei hatte er auch auf Bundesebene viel Einfluss. Während der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (SPD) war er zwischen 1975 und 1979 Vizeparteichef der Sozialdemokraten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) würdigte Koschnicks jahrzehntelanges Wirken für internationale Verständigung und Aussöhnung. "Sein Engagement für Frieden, Stabilität und eine gerechtere Welt bleibt unvergessen", erklärte er. Koschnick hatte sich während seiner gesamten aktiven politischen Laufbahn besonders auch um die Aussöhnung zwischen Polen und Israel sowie Deutschland bemüht.

EU-Administrator in Mostar

Später war Koschnick Bundestagsabgeordneter und machte sich in den 90er Jahren als EU-Administrator für den Wiederaufbau der im bosnischen Bürgerkrieg zerstörten Stadt Mostar und als Bosnien-Beauftragter der Bundesregierung einen Namen. Dabei war er unter anderem für die Rückführung von hunderttausenden von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Bosnien-Herzegowina verantwortlich. In Mostar überlebte er zwei Mordanschläge.

Gabriel würdigte den für sein Vermittlungsgeschick und seine persönliche Ausstrahlung bekannten gebürtigen Bremer als leidenschaftlichen und humanen Politiker. "Hans Koschnick machte Politik aus vollem Herzen", erklärte er. "Geradlinig, entschlossen und mitreißend konnte er wie wenige andere Menschen für sozialdemokratische Ziele begeistern."

Gauck würdigt Koschnick als "Kämpfer für die Demokratie"

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Koschnick als "leidenschaftlichen Kämpfer für die Demokratie", SPD-Chef Sigmar Gabriel bezeichnete ihn als einen "Ausnahmepolitiker".

Mit 26 Jahren wechselte er 1955 als Bürgerschaftsabgeordneter in die Landespolitik, ab 1963 war er Innensenator und ab 1967 für 18 Jahre Regierungschef und Bürgermeister des allein von der SPD regierten Stadtstaats. 1985 zog er sich aus der Landespolitik zurück und ging in der Bundespolitik. Von 1987 bis 1994 war er Bundestagsabgeordneter.

Koschnick hinterlässt seine Ehefrau Christine sowie seinen Sohn samt Frau und Enkeln. "Wir trauern um einen großen Bremer", erklärte Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Mit seinem Persönlichkeit, seiner Volksverbundenheit und seinem durch nichts zu erschütternden Glauben an die Völkerverständigung hinterlasse er "unauslöschliche Spuren".

AFP/dpa

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