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Jean-Marie Le Pen (m) Im Januar vor dem Berufungsgericht.

Ehemaliger „Front National“-Vorsitzender

Jean-Marie Le Pen erneut wegen Äußerung über Roma verurteilt

Aix-en-Provence - Seine Tochter führt seine ehemalige Partei im Aufwind in die französischen Präsidentschaftswahlen. Jean-Marie Le Pen muss sich derweil mit dem Rechtsstaat beschäftigen.

Der Gründer von Frankreichs rechtsextremer Partei Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, ist erneut für diskriminierende Äußerungen über Roma verurteilt worden. Der 88-Jährige muss wegen Anstiftung zum Hass und zur Diskriminierung 5000 Euro Strafe zahlen, wie das Berufungsgericht in Aix-en-Provence am Montag nach Angaben eines Sprechers entschied. Es bestätigte damit ein Urteil vom vergangenen April, das Le Pen angefochten hatte.

Le Pen hatte 2013 bei einer Pressekonferenz in Nizza die Anwesenheit von Roma in der Stadt am Geruch festgemacht. Drei französische Menschenrechtsorganisationen hatten daraufhin gegen ihn geklagt. Le Pen war immer wieder mit der Justiz in Konflikt gekommen und mehrfach wegen Anstiftung zum Rassenhass oder Leugnung von Nazi-Verbrechen verurteilt worden. Bereits 2013 war Le Pen zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er mit einem Wortspiel Roma mit Dieben gleichgesetzt hatte.

Wegen seiner wiederholten Ausfälle hatte die Front National, die unter dem Vorsitz seiner Tochter Marine Le Pen ein gemäßigteres Image anstrebt, ihn 2015 aus der Partei ausgeschlossen. Jean-Marie Le Pen hatte die FN von 1972 bis 2011 geführt. Allerdings ist er immer noch Ehrenvorsitzender.

afp

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