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Wladyslaw Bartoszewski, ein ehemaliger Auschwitz-Häftling, war einer der Wegbereiter der deutsch-polnischen Aussöhnung. Foto: Julien Warnand/Archiv

Nach Tod des Auschwitz-Überlebenden

Merkel würdigt Bartoszewski als Streiter für Versöhnung

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den verstorbenen früheren polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski als unbeugsamen Streiter für Freiheit und für Versöhnung gewürdigt.

Er sei ein Mann des Geistes und der Tat gewesen, erklärte die CDU-Chefin in einem Kondolenzschreiben an die polnische Ministerpräsidentin ‎Ewa Kopacz. Statt angesichts des erlebten Leids im Konzentrationslager Auschwitz zu verzweifeln, bitter zu werden oder auf Rache zu sinnen, habe "er unbeirrbar seinen Einsatz für Freiheit und Versöhnung fortgesetzt".

Der 93-jährige Bartoszewski war am Freitag nach einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus gebracht worden und gestorben. Der langjährige Bürgerrechtler, der als 18-jähriger Auschwitz-Häftling war und jahrelang im kommunistischen Polen im Gefängnis saß, galt nicht nur in seiner Heimat als moralische Instanz.

Mit seinem Engagement für die unabhängige Gewerkschaft Solidarnosc habe Bartoszewski später zur Überwindung von kommunistischer Bevormundung und zum Ende der Teilung Europas beigetragen, schrieb Merkel. "Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde er als polnischer Außenminister ein Antreiber der europäischen Einigung."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Sein bewegtes und erfülltes Leben spiegelt all den Schrecken des 20. Jahrhunderts genauso wider wie das Glück der wiedergewonnenen Freiheit und Selbstbestimmung seiner geliebten polnischen Heimat." Sein Engagement für die deutsch-polnische Aussöhnung bleibe unvergessen.

dpa 

Kondolenztelegramm Merkel

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