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Die Schiffe am Hafen von Piräus fahren nicht. Ein aktuelles Foto von Mittwochmorgen.

So ist die Lage vor Ort

Ein Land steht still: Griechen streiken - mal wieder - gegen Sparpolitik

Schulen bleiben geschlossen, Krankenhäuser laufen aus Notbetrieb. In ganz Griechenland herrscht Ausnahmezustand - wieder einmal. Die Gewerkschaften haben zum Streik gegen die Sparpolitik aufgerufen.

Athen - Aus Protest gegen die harte Sparpolitik sind Mitglieder griechischer Gewerkschaften am Mittwoch in den Streik getreten. Die öffentliche Verwaltung und Schulen blieben geschlossen. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Probleme gab es auch im Fähr-, Nah- und Luftverkehr. Weil auch Journalisten die Arbeit niederlegten, fielen die Nachrichten im Radio und Fernsehen aus. Für die Mittagszeit wurden in der Hauptstadt Athen und anderen Städten Demonstrationen angekündigt.

„Wir protestieren gegen die Austerität (strenge Sparpolitik), die hohe Besteuerung und die Arbeitslosigkeit“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der größten Gewerkschaftsverbände des privaten und staatlichen Bereichs, GSEE und ADEDY. Die Griechen haben Schätzungen zufolge seit Ausbruch der schweren Finanzkrise im Jahr 2010 mehr als ein Viertel ihrer Einkommen verloren.

Wie die Gewerkschaft der griechischen Fluglotsen mitteilte, wollen ihre Mitglieder zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr (9.00 Uhr und 12.00 Uhr MESZ) die Arbeit niederlegen. Zahlreiche Flüge fielen aus, andere würden mit Verspätung starten, teilten die Fluggesellschaften mit.

Auch die griechischen Seeleute streiken. Alle Fähren sind am Mittwoch im Hafen von Piräus geblieben. Auch im Ionischen Meer werden die Fähren bestreikt, wie die Küstenwache mitteilte. Für 24 Stunden werden auch die Züge bestreikt. Die Eisenbahner streiken am Mittwoch 24 Stunden lang.

dpa

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