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Stephan Mayer (2.v.l.) aus Neuötting wird Seehofers Staatssekretär.

Der Begleitschutz des CSU-Chefs

Dieser Oberbayer wird Innen-Staatssekretär von Seehofer in Berlin

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Der Oberbayer Stephan Mayer wird Innen-Staatssekretär. Die engen Vertrauten von Horst Seehofer wollen nicht mitgehen.

München – Im November sagte Stephan Mayer ein paar Sätze, die sich hässlich auf seine Karriere auszuwirken drohten. Es waren die Wochen, als Horst Seehofer sich immer lauteren Rücktrittsforderungen aus München ausgesetzt sah. Nun sagte auch Mayer der „Bild“, dass Markus Söder das Zeug zum Ministerpräsidenten habe: „Wir müssen uns mit einem starken Team optimal für das schwierige Wahljahr 2018 aufstellen.“

Frei nach dem Nockherberg-Singspiel: Sieh es ein, alter Horst, Du musst jetzt gehen. Man kann nicht behaupten, dass Seehofer die vielen Aufforderungen aus dem Spätherbst 2017 locker nehmen würde. Als gezielte Demontage wertet er das, zeigt in diesen Tagen offen seine Enttäuschung. Dem Bundestagsabgeordneten Mayer scheint er das Interview allerdings nicht nachzutragen – im Gegenteil. Seehofer suchte sich den 44-Jährigen aus Neuötting als seinen engsten Mitarbeiter für die Mission in Berlin aus: Mayer wird Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

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Großes Grundvertrauen zwischen Seehofer und Mayer

Nein, keine Entscheidung unter Druck, für Proporz oder Quoten: Seehofer will Mayer wirklich an seiner Seite haben, verzeiht dafür das Interview auch ohne Aussprache. Ein hohes Grundvertrauen herrsche zwischen beiden, heißt es in der Landesgruppe, vor allem sei Mayer tief drin in der komplexen Materie. Seit er 2002 in den Bundestag einzog, macht der Jurist Innenpolitik; keine steile, aber eine konstante Karriere, die ihn zuletzt zum innenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion machte und zunehmend in bundesweite Medien führte. Klar, durch die Migrationskrise bekam sein Thema enorme Aufmerksamkeit. „Was die Menschen am meisten bewegt, sind schon innenpolitische Themen“, sagt er. „Ich weiß, dass es da gerade in Bayern eine große Erwartungshaltung gibt.“

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Mayer ist konservativ, einer der härteren in der CSU. Er will einen starken Staat mit gut ausgestatteter Polizei und schlagkräftigen Diensten, ist für Obergrenze und gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Mit ebenfalls konservativen CDUlern, einer derzeit seltenen Spezies, formierte er sich im „Berliner Kreis“. Der Runde kehrte er allerdings 2017 auf einen Schlag den Rücken, als sich darin Klimawandel-Skeptiker stark machten.

„Zuverlässig, hoch engagiert, fleißig und ein netter Kerl“

In der CSU gibt es zu Mayer ein gemischtes Echo. Einmal machte er düstere Schlagzeilen, 2013 mit einem Unfall auf der A 94, Tempo 170, zwei Verletzte: Es folgten die Aufhebung seiner Immunität, Strafbefehl, angeblich zwei Monate Führerscheinentzug. Weitere grobe Verfehlungen sind nicht bekannt. „Zuverlässig, hoch engagiert, fleißig und ein netter Kerl“, sagt Bayerns Staatskanzleichef Marcel Huber, ebenfalls aus der Gegend kommend. „Menschlich etwas verschlossen“, sagt ein anderer Kollege, „fachlich definitiv sehr gut. Und akribisch im Wahlkreis, was viele nach 15 Jahren nicht mehr sind“. Der schlaksige Abgeordnete holte das Direktmandat mit 55 Prozent. Er zählt zum Zugspitzkreis, einem diskreten Netzwerk junger CSUler, von denen mehrere gerade Karriere machen und mit Karl-Theodor zu Guttenberg nur einer Vergangenheit ist.

Nun also im Team mit Seehofer. Ein kleines Team, weil bisher kein einziger der wichtigsten Mitarbeiter (Amtschef, Büroleiter, persönliche Referenten, Sprecher) aus München bereit ist, nach Berlin zu wechseln. Besoldung, Beamtenrecht, Privates – nur Absagen bisher, hört man. Unter anderem fehlt ein loyaler beamteter Staatssekretär (der oberste Mitarbeiter im Haus) – die für Sicherheit zuständige Emily Haber verlässt das Innenministerium, ehe Seehofer dort antritt. Mayers Rat dürfte dann umso wichtiger sein.

Christian Deutschländer

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